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Kunst - Kunstrichtungen - Epochen ab 1850 → Künstlerlexikon Bildende Kunst Im 19. Jahrhundert aufgekommene Sammelbezeichnung für Baukunst, Bildhauerkunst, Malerei, Grafik und Kunstgewerbe; heute nur noch für die vier letztgenannten Gattungen verwendet; kurz auch Kunst genannt. www.wissen.de Kunst Sammelbezeichnung für die Gattungen Architektur (Baukunst), Plastik, Malerei, Grafik und Kunsthandwerk (Kunstgewerbe); wie die übrigen Künste sowohl im gesamten als auch im Einzelwerk gekennzeichnet durch das Zusammenwirken von Inhalt und Form; in der Abfolge von Kunststilen mit jeweils besonderen Merkmalen entwicklungsgeschichtlich überschaubar. Jedem Zeitstil (z. B. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock) sind regionale (nationale) und individuelle, an einzelne Künstlerpersönlichkeiten gebundene Stile mit eigener Entwicklung eigentümlich, deren Erforschung u. a. Aufgabe der Kunstgeschichte ist. www.wissen.de Malerei Die Kunst, mit Farbe eine Fläche in ein Bild zu verwandeln und das Resultat dieses schöpferisch-gestaltenden Vorgangs (Gemälde) ; neben Architektur, Plastik, Grafik und Kunstgewerbe (Kunsthandwerk) eine der Gattungen der bildenden Kunst, berufsmässig ausgeübt von Kunstmalern, unterteilt nach den Arten der Maltechnik (Öl-, Tempera-, Pastell-, Aquarellmalerei), nach Grösse und Material des Malgrunds (Monumental-, Miniaturmalerei; Wand-, Tafel-, Glasmalerei, Mosaik) sowie nach Gegenstand oder Thema der Darstellung (Historien-, Landschafts-, Genre-, Interieur-, Architektur-, Bildnis-, Stilllebenmalerei u. a.). Im Verlauf ihrer Entwicklung wechselten nicht nur Rang und Bedeutung der Malerei im Verhältnis zu den übrigen Kunstgattungen. Die Malerei schuf auch, entsprechend der jeweiligen Zeitsituation und dem Verlangen der Auftraggeber (Kirche, Adel, Bürgertum), Themen- und Motivkreise, aus deren Aufkommen, Verbreitung und Wandel auf die Grundvorstellungen der Epochen geschlossen werden kann. Die Zweckbestimmung der Malerei in vorgeschichtlicher Zeit war eine überwiegend magische; auch die Malerei der Naturvölker steht in engem Zusammenhang mit Jagdzauber, Ahnen- und Dämonenkult. In der altägyptischen Malerei, die sich mit der Kunst des Reliefs eng verbindet, finden sich, ebenso wie in der griechischen Vasenmalerei, erstmals ausführliche, kompositorisch straff gegliederte Szenenschilderungen. Ein ähnlich strenges Ordnungsschema waltet in der frühchristlichen Malerei, die die Grundlagen für die Farbensymbolik des Mittelalters schuf. Die Anfänge der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Gattung der Malerei, der Tafelmalerei , lassen sich bis zu den ägyptischen Mumienbildnissen zurückverfolgen. Auf Holz gemalt, seit dem 15. Jahrhundert auch auf Metallplatten (Kupfer), ist das bis zum Beginn der Neuzeit vor allem in der christlichen Ikonen- und Altarkunst herrschende Tafelbild erst im 19. Jahrhundert von dem auf Keilrahmen gespannten Leinwandbild so gut wie völlig verdrängt worden, nachdem bereits A. Mantegna Leinwand als Malgrund benutzt hatte. In der modernen Kunst erweiterte sich die Malerei in die Dreidimensionalität (Combine Painting, Materialbild). www.wissen.de Plastik Kunst Bildhauerkunst Bildnerei Skulptur das künstlerische Formen bildsamer Materialien (Ton, Stein, Holz, Elfenbein, Gips, Metall u. a.) zu dreidimensionalen Werken, auch das geformte Einzelwerk selbst; eine der Hauptgattungen der bildenden Kunst; technisch und künstlerisch zu bedeutender Höhe entwickelt bereits in den meisten abendländischen und aussereuropäischen Kulturen des Altertums. Nach Höhepunkten in der assyrisch-babylonischen und altägyptischen Kunst kam es in Griechenland zu einer bis in späthellenistische Zeit dauernden Blüte der freifigürlichen und Reliefplastik. Die frühchristlich-byzantinische Kunst hat fast ganz auf vollplastische Darstellungen verzichtet. Der Hinwendung zum Relief, auf das sich auch die islamische Kunst beschränkte, folgte in Europa erst seit der späten Romanik ein neuerliches Streben nach vollplastischen Gestalten. Die völlige Rückkehr zur vielansichtigen Rundplastik im Sinn der Antike vollzog sich seit Donatello in der italienischen Renaissance. Michelangelo erschloss neue bildhauerische Ausdrucksmöglichkeiten, die für die gesamte europäische Barockplastik massgebend wurden, während sich der Klassizismus wieder am idealen Formengleichmass der Antike orientierte. Im weiteren Verlauf vollzog die Plastik alle Stadien der stilistischen Entwicklung bis zur völligen Abstraktion. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff Plastik weiter gefasst. Neben klassischen Plastiken wie denen von R. Serra oder L. Bourgeois liegt der Schwerpunkt in der plastischen Gestaltung auf Installationen, Raumkunst oder Verpackungskunst. Sie werden gepaart mit anderen Medien wie Video, Computer, Sprache, Ton oder Fofografie, so dass der Begriff Plastik nicht mehr klar umrissen ist. www.wissen.de Architektur Baukunst die profanen wie sakralen Zwecken dienende älteste aller bildenden Künste, deren Ergebnis die Behausung im weitesten Sinn ist. Baukünstlerische Betätigung setzt Sesshaftigkeit voraus; nomadische Völker haben keine Architektur geschaffen, doch sind Höhle, Hütte und Zelt als entwicklungsgeschichtliche Urformen der Architektur anzusehen. Der Begriff Architektur ist seit dem Mittelalter gebräuchlich, als sich Baumeister und -handwerker zu Werkstattgemeinschaften zusammenschlossen (Bauhütten) . Die Teilung in Profanbauten (weltlicher Zweck) und Sakralbauten (Tempel, Kirchen, Grabarchitektur) hat die Entwicklung der Architektur von ihren Ursprüngen an in allen Kulturen bestimmt. Während die griechische Architektur vor allem auf den Sakralbau (Tempel) ausgerichtet war, gab die Architektur der Römer dem reinen, oft monumental gebildeten Zweckbau den Vorrang und schuf mit dem Einsatz neuer technischer Mittel die Grundlagen für die spätere Entwicklung der Ingenieurarchitektur. Im europäischen Mittelalter bestanden Zweck- und Sakralarchitektur fast gleichrangig nebeneinander; wechselseitige Einflüsse lassen sich besonders im Kirchen- und im Burgenbau erkennen. Das künstlerische Schmuckbedürfnis erstreckte sich vielfach auch auf Brücken- und Torbauten, auf Wohnhäuser, vor allem aber auf öffentliche Gebäude. Während der Renaissance und des Barocks war ausser der Kirche der Palast das vom Schmuck- und Ordnungswillen bevorzugte Objekt der Architektur. Die an den im 19. Jahrhundert entwickelten Eisenskelettbau ( Kristallpalast in London von W. Paxton ) anknüpfende zeitgenössische Architektur entwickelte sich aus dem Bestreben, die konstruktive Form von den sie kaschierenden historisierenden Elementen zu befreien und in ihrem Eigenwert ästhetisch anzuerkennen. Dieser Prozess setzte in den Bauten des Jugendstils ein und wurde vor allem im Expressionismus weiterentwickelt. Neben dem mit Gerüstkonstruktionen arbeitenden Industriebau (Werks-, Ausstellungs- und Bahnhofshallen, Brücken) stellte noch vor der Jahrhundertwende die Wohnhausarchitektur nicht nur baukünstlerische, sondern auch städtebaulich-organisatorische und soziale Aufgaben, die besonders in den USA in Angriff genommen wurden. Beispielgebend für die Formgestaltung, die konstruktiven Erfordernissen folgte, wirkten in den USA vor allem L. H. Sullivan und F. L. Wright , in England C. R. Mackintosh , in Deutschland und Österreich die zunächst dem Jugendstil verpflichteten A. Loos, O. Wagner, J. Hoffmann, P. Behrens und R. Riemerschmidt . Fantasievolle Ausdruckssteigerung, in Jugendstilbauten vorbereitet, kennzeichnet die Spätwerke des Spaniers A. Gaudí y Cornet ebenso wie Bauten von H. Poelzig, E. Mendelsohn und O. Bartning . Befruchtend auf die moderne Architektur wirkten nach dem 1. Weltkrieg die Ideen des Funktionalismus . Im russischen Konstruktivismus und in der niederländischen Gruppe De Stijl wurden die ästhetischen Ideale des Funktionalismus bis zu äusserster Konsequenz verwirklicht und verbanden sich mit den Bestrebungen des Bauhauses . Die zunehmende, schon bald nach dem 1. Weltkrieg einsetzende Internationalisierung der modernen Architektur spiegelte sich in der Gründung der übernationalen Architektenorganisation CIAM (1928). Die Stilgegensätze verwischten sich; um so deutlicher zeichnete sich jedoch dabei das eigenwillig-geniale Schaffen einiger Architekten ab, die, wie Le Corbusier, F. L. Wright und A. Aalto , mit besonders kühnen Leistungen einem neuen Empfinden für Raum und Masse Ausdruck gaben. Während sich den Architekten im nationalsozialistischen Deutschland und in anderen diktatorisch regierten Staaten eine vom Klassizismus abgeleitete Monumentalarchitektur als die einzige Möglichkeit öffentlichen Bauschaffens bot, wurde in den USA auf dem Gebiet des Ingenieurbaus die Grundlage bereitet für neue Konstruktionssysteme, die nach dem 2. Weltkrieg auch im öffentlichen Bauen nutzbar wurden. Zu ihnen gehörten die bereits in den 1920er Jahren erfolgreich erprobte Schalenbauweise und das Hängedach, dessen Einführung der modernen Architektur neue ästhetische Möglichkeiten erschloss. Die Architektur der 1960er und 1970er Jahre fand, nachdem die Aufbauphase zur Beseitigung der Kriegsschäden abgeschlossen war, ihre Hauptaufgabe darin, die Umgebung des Menschen - den Wohnbereich wie den Arbeitsplatz - seinen persönlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Diese Funktion konnte sie in vielen Fällen nicht erfüllen. Seit dem Ende der 1970er Jahre macht sich eine Abwendung vom Funktionalismus und die Suche nach historischer Kontinuität im Zeichen von Humanität und Umweltfreundlichkeit bemerkbar. Heute existieren unterschiedliche architektonische Haltungen und Ideologien offen nebeneinander, die eine Bereicherung auf allen Gebieten des Bauwesens zur Folge haben. Die grossen Bauaufgaben am Ende des 20. Jahrhunderts und am Anfang des neuen Jahrtausends liegen im Bereich des Städtebaus, im Museumsbau und anderen öffentlichen Bauaufgaben sowie in multifunktionalen Zentren. www.wissen.de Kunstgewerbe Werkkunst Die handwerkliche und maschinelle Herstellung von künstlerischen Erzeugnissen, die als Gebrauchs- und Schmuckgegenstände vorwiegend dekorativen Charakter haben und sich in der Gebundenheit an Gerät und Material von Erzeugnissen der freien Kunst unterscheiden. Zum Kunstgewerbe gehören vor allem Schmiedearbeiten in Gold, Silber und Eisen, Schnitzereien in Holz, Elfenbein und Horn, Glas-, Leder- und Emailarbeiten, Textil- und Buchkunst, Keramik, Raumkunst und künstlerisch gearbeitetes Mobiliar. Der Boden, auf dem sich, in enger Anlehnung an die Gattungen der freien Kunst, das Kunstgewerbe entwickelte, ist das Handwerk. Die infolge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert für das Fortbestehen des Kunstgewerbes aufgekommenen Gefahren (Verlust handwerklicher Traditionen) wurden früh erkannt; erfolgreich wirkten ihnen in Deutschland K. F. Schinkel und G. Semper , in England W. Morris und J. Ruskin entgegen. Aufschwung erhielt das kunstgewerbliche Schaffen um 1900 im Jugendstil (H. van de Velde) . Förderlich auf die Entwicklung materialgerechter und zweckentsprechender Formen im modernen Kunstgewerbe wirkten sich die Bemühungen des Deutschen Werkbunds und die Ästhetik der Bauhaus-Bewegung aus. Die Übergänge zwischen Kunstgewerbe und Kunsthandwerk sind fliessend. www.wissen.de |