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Marokko Biographien Mohamed Mrabet - Schriftsteller |
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Mohamed Mrabet ist einer der letzten Erzähler, der noch die uralten Überlieferungen und Mythen Marokkos kennt und lebendig erhält. Darüber hinaus ist er ein Fabulierer und Erfinder unglaublicher Geschichten voller Magie und märchenhafter Phantasie. Sie spielen in dem ihm vertrauten Milieu der gesellschaftlichen Aussenseiter, der Armen, Arbeitslosen, Prostituierten und Haschischraucher. Den Alltag des islamischen Marokko kontrastiert er mit der exzentrischen Welt der intellektuellen kosmopolitischen Exilanten.
Das Leben erscheint dabei als ein Labyrinth zerstörerischer Kräfte und archaischer Riten. Mrabet erzählt mit unverwechselbarer Lakonie von Hass, Liebe, Verzweiflung und Einsamkeit. Seine herb-poetische Sprache ist klar, sparsam und nüchtern und doch voll Wärme. Er ist eine der Stimmen, von denen Elias Canetti begeistert und beschämt zugleich meinte, dass sie die eigentliche Literatur verkörpern, denen gegenüber das Buch nur ein schwerfälliges Hilfskonstrukt sei. Mohamed Mrabet wurde um 1940 im marokkanischen Rif-Gebirge geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend als eines von dreiundzwanzig Geschwistern in Tanger, wo er heute noch mit seiner Frau und vier Kindern lebt. Er schlug sich als Fischer, Barmixer und als Caddy auf dem Golfplatz durch. 1965 begegnete er dem amerikanischen Künstlerehepaar Jane und Paul Bowles, für die er als Chauffeur und Koch arbeitete. Paul Bowles entdeckte sein Talent als Geschichtenerzähler. Ihre Freundschaft führte dazu, dass Mrabet Geschichten aufs Tonband sprach - Mrabet war Analphabet - die Paul Bowles übersetzte und herausgab. Auf diese Weise ist ein bemerkenswertes literarisches Werk entstanden, darunter zwei Romane. Auf deutsch erschienen die Erzählbände M'hashish (1987), Harmlose Gifte, verzeihliche Sünden (1991) und Der Ameisendompteur (1994) im Maro Verlag, Ramadan (1993) und Dollars und Schokolade (1996) im Droschl Verlag und Der grosse Spiegel (1991) im Unionsverlag, sowie die Romane El Limòn (1989, Droschl) und Haarige Liebe (1993, Maro). Mehr Informationen - Links Mohammed Mrabet/ Paul Bowles - Der Ameisendompteur Immer spielt das, was manchenorts unscharf als Volksislam bezeichnet wird, und sich in diesem Ausmass nur in Marokko findet, eine herausragende Rolle. Da wird Gift ins Essen gemischt, altes Öl zur Heilung getrunken, Messer werden vergraben, da gibt es affarits und djenoun. Diese magische Welt ist ganz selbstverständlich Bestandteil der Alltagswelt. weiter... g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT pro migratio gayCH Kochen Italien gegen rechts g26.ch |