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Maurice Messegué, Prinz der Pflanzenheilkunde, der Mann, der dank seiner gründlichen Kenntnisse über Pflanzen tausenden von Kranken und Neurasthenikern Gesundheit und Freude am Leben wiedergegeben hat, gibt hier seine Meinung über die duftenden, pflanzlichen Substanzen wieder, die wir in der marokkanischen Küche verwenden. Treue und unersetzliche Begleiter unserer traditionellen Küche, geben diese aromatischen Pflanzen nicht nur ihren delikaten Geschmack, ob es sich um Gewürze wie den Pfeffer oder Pimente, um Kräuter wie Absinth oder Thymian, Früchte wie Oliven und Bitterorange (Pomeranze) handelt. Sie gehören zu den tausenden von Kostbarkeiten, die die Natur uns geschenkt hat, um uns gegen die Chemie, Umweltverschmutzung, Vergiftung und Missmut zu schützen. Jede von ihnen, vorausgesetzt, dass sie natürlich und ohne chemische und vergiftende Zusätze behandelt wurde, hat ihre spezielle heilende Wirkung. Und über diese Eigenschaften wird Sie Maurice Messegué hier aufklären.

Kräuter und Gewürze

Auf jedem Markt findet man, kunstvoll und farbenfreudig angeboten, Kräuter und Gewürze, deren Duftallein schon berauschend ist. Mutig und mit Fingerspitzengefühl dosiert, entfalten sie in der marokkanischen Küche ihre ganze Würze.
Wenn man ausserdem noch ihre speziellen Vorzüge anregender, aphrodisischer und heilsamer Art kennt, versteht man ihre Verwendung wesentlich besser.
Ein grosser Teil dieser Pflanzen werden in der Nähe von Agadir angebaut. Vor allem die Bigarade, die beliebte Bitterorange, die dort natürlich und ohne chemische Düngemittel angepflanzt wird. Sie wird in alle Welt exportiert.

Absinth (Wermut) regt den Appetit an

Der berühmte arabische Mediziner Avicenne hat ungefähr um das Jahr 1000 die appetitanregende Wirkung des Absinth entdeckt.
Eine Entdeckung, die Ende des letzten Jahrhunderts von dem Russen Pavlov nachdrücklich bestätigt wurde. Er wies in einer Serie von einleuchtenden Versuchen nach, dass die Berührung mit einem Bitterstoff- wie er in dieser langen Pflanze mit ihren silbernen Blättern enthalten ist- eine zusätzliche und reichliche Speicheldrü sensekretion hervorrief. Dieses Phänomen bewirkte nicht nur eine Appetitanregung, sondern auch eine Vorbereitung für die Verdauung. Dank des Absinths habe ich selbst einer jungen Neurasthenikerin, die vorher jegliche Nahrung verweigerte, dadurch neuen Lebensmut wiedergegeben. Der Wermut hat noch zwei andere gute Eigenschaften: er regt eine träge Leber an und bekämpft, wie der Reis, Darmstörungen. Und dennoch darf diese Pflanze nicht zu reichlich verwendet werden : eine Überdosis kann zu Migräne und Schwindelgefühl führen.

Knoblauch ist gesund

In Agypten gaben die Pharaonen den Sklaven, die Pyramiden bauten, jeden Tag Knoblauch, um ihren Arbeitseifer anzuregen. Die Sportler der Antike kauten regelmässig eine Zehe vor Beginn von Olympischen Spielen. Und sie irrten sich nicht: der Knoblauch ist für mich wirklich das Synonym für Lebenskraft. Das sind nicht alle seine Qualitäten: Er ist ein natürliches Desinfektionsmittel. Sein Saft zerstört Mikroben, wie mir ein befreundeter Wissenschaftler bestätigte.
Er ist ein wirksames Mittel gegen Würmer, ein «chapon», das heisst eine mit frischen Knoblauch eingeriebene Scheibe Brot, beseitigt Madenwürmer, wie sie bei Kleinkindern häufig vorkommen. Ausserdem wirkt er bei Diabetes und bei Bluthochdruck.

Anis hilft verdauen

Bekannt schon in der alten chinesichen Medizin, hilft Anis lästige Nebenerscheinungen bei der Verdauung zu vermeiden: Schläfrigkeit, Migräne, Schwindelgefühle. Ein mit Anis zubereitetes Gericht ist immer leichter verdaulich als das gleiche Gericht ohne Anis. Und das auf Grund seines Kontrakts, der die Sekretion des Verdauungsapparates erhöht.
Andere Heilwirkung des Anis: er unterstützt das Herz und regt die Nervenzellen an - das heisst die Hirnzellen - kurz, er erhöht vorübergehend die Aufnahmefähigkeit.

Sternanis und Vogesenanis (Kümmel) erleichtern auch die Verdauung

Als Bruder und Schwester des Anis enthalten der Sternanis und Gartenkümmel seine gleichen Heilmittel. Sie regen die Verdauung an, unterstützen das Herz und erhöhen die Leistung der Gehirnzellen. Ich persönlich ziehe als natürliches Heilmittel den Anis vor, einmal weil er wirkungsvoller ist als der Gartenkümmel und zum anderen schwächer als der Sternanis, der bei zu starker Dosierung zu einem echten Rauschgift werden kann.

Die Bitterorange regt das Gedächtnis an

Die Bitterorange ist eine der nahrhaftesten und vitaminreichsten Früchte für unseren Organismus. Sie enthält Vitamin B und C, Eisen, Phosphor, Kalzium, Kalium, Kupfer, Apfel - und Zitronensäure und seine Schale eine gärungshemmende Substanz. Dies alles zusammen macht sie zu einem beispiellosen Nährmittel für die Gesundheit.
Sie regt das Gedächtnis an und erleichtert die Konzentration auf Grund der Verbindung Vitamin C - Phosphor - Kalzium.
Durch ihre Säuren wird angedicktes Blut verdünnt und verringert dadurch die Risiken bei Herzkranzgefässer krankungen.
Sie bekämpft Anämien durch ihren Eisengehalt. Und wenn man zum Beispiel ihre eingelegte Schale isst, wirkt ihre antigärende Substanz schmerzlindernd bei einem Dickdarmkatarrh.

Zimt verbessert den Kreislauf

Ohne Zimt wäre die Pastilla (Pastete) keine Pastilla. Bei vielen Asiaten gilt er als Allheilmittel. Sie haben Recht:
Der Zimt verbessert den Blutkreislauf, erleichtert die Verdauung, verjagt Müdigkeit, schützt einigermassen vor Mikrobenerkrankungen (der Zimt aus Ceyland kann nachweislich bei starker Dosierung den Eberthbazillus zerstören, der Typhus hervorruft).
Ausserdem wirkt er leicht wie ein Aphrodisiakum.

Kardamom wirkt gegen Blähsucht

Aus Süd-Ost-Asien stammend, ist das Kardamom bei englischen Heilpraktikern sehr bekannt.
Sie verwenden es in Pulverform, um die Verdauung zu erleichtern und Blähungen zu bekämpfen.
Ihre medizinische Wirkung verdankt es zweier Oele, dem Terminol und Lineal, die die Verdauung anregen.

Zitrone beruhigt Sodbrennen

Diese anerkannte Wirkung hat die Zitrone durch die Zitronensäure.
Dieses Phänomen, augenscheinlich paradox, lässt sich wissenschaftlich erklären. Bei Sodbrennen produziert der Magen zuviel Magensäfte, das heisst Salzsäure. Da der Magen ein unterentwickeltes Organ ist, verwechselt er leicht eine Säure mit der anderen. Gibt man ihm die Zitronensäure der Zitrone, glaubt er, es sei Salzsäure und stellt die Sekretion ein. Und da die Zitronensäure weniger stark ist, verschwinden die Schmerzen.
Die Zitrone ist, ob als Saft oder Schale, ein ausgezeichnetes Gegenmittel gegen Vergiftungen. Sie vertreibt Mikroben und zerstört Giftstoffe. Das ist einer der Gründe, warum man sich in einigen Ländern angewöhnt hat, Zitronensaft auf Austern oder Muscheln zu träufeln.

Koriander entgiftet

In einigen heissen Ländern hat man die Angewohnheit, rohes Fleisch mit Korianderkörnern, Salz und Pfefferzu bedecken.
Und das aus folgendem Grund: der Koriander enthält eine Substanz, die die Zellteilung von Toxinen vermindert, vor allem von denen, die beim Fleisch an der Oberfläche wuchern und die es verderben. Er hat noch andere Vorzüge: er erleichtert die Verdauung und ausserdem hilft er den Frauen, ihre Periode schmerzfrei, ohne Migräne und ohne schlechte Laune zu überstehen.

Kümmel ist magenfreundlich

Als Vetter des Anis enthält auch der Kümmel eine Substanz, die die Verdauung anregt und gegen Fermenta tion von Nahrungsmitteln angeht, vor allem bei Teigwaren. Kuchen mit Kümmel gewürzt werden problemlos vom Magen vertragen.

Curcuma (Curry) unterstützt die Gallenblase

Diese Pflanze, deren Wurzelstock das Curry enthält, stammt aus Indien. In Asien ist es für seine heilende Wirkung bekannt: die Hindu-Mediziner verwenden es zur Entlastung der verstopften Gallenblase. Es vertreibe nicht nur die Galle, sondern könne sogar kleine Gallensteine auflösen. Das ist nicht alles: das Curcuma wirkt harntreibend und hilft damit den Rheumatikern.

Fenugrec gibt Kraft

Von Cato in der Antike für alle Kranken empfohlen und seit Jahrhunderten im Orient von Frauen genommen, die dicker werden wollen, wurde dieses Korn von mehreren Wissenschaftlern untersucht. Heute weiss man dank des Lungenspezialisten Mignot, dass es nicht nur eine Art Lebertran enthält, sondern auch ein Ferment für den Stoffwechsel für Zucker. Ausserdem weist es eine Menge Phosphor auf. Die Verbindung dieser drei Elemente machen es zu einem wirksamen Stärkungsmittel : Fenugrec weckt den Appetit, bringt verlorene Kilos zurück und damit auch Kraft, Energie und Lebensfreude.

Die Eschenfrucht verjagt Gicht

In der Antike schrieb man diesem kerzengerade gewachsenen Baum zwei Heilskräfte zu, die illusorisch waren: er sollte Schlangenbisse heilen und Tauben das Gehör wiedergeben.
Dagegen weiss man heute, dass seine Früchte eine reelle Heilwirkung haben, die im Mittelalter von Ste Hildegarde entdeckt worden ist: sie bekämpfen Gicht und Rheumatismus. Ich erinnere mich an einen bettlägerigen Gichtkranken, den ich mit einer monatelangen Eschenkur behandelt und damit geheilt habe.
Und ein Jahr später konnte ein gelähmter Rheumatiker nach dergleichen Behandlung wieder normal gehen. Der Grund ist kein Geheimnis: die Früchte der Esche enthalten eine Substanz, die das Ausscheiden von Giftstoffen und besonders der Harnsäure begünstigt.

Ingwer macht verliebt

Es ist sein Extrakt, der ihm seinen gepfefferten und scharfen Geschmack gibt und der die hauptsächliche Heilkraft dieser Wurzel ausmacht.
Sein Extrakt, ein wirkungsvolles Anregungsmittel für den ganzen Organismus, wirkt besonders im sexuellen Bereich.
Der Ingwer bekämpft sowohl männliche Schwäche wie Frigidität bei Frauen.
Der Ingwer, der auch die Speicheldrüsen anregt, begünstigt daher auch die Verdauung.

Die Nelke tötet Mikroben

Dieses diskrete Gewürz aus Ozeanien enthält ein wirksames Desinfektionsmittel, das Eugenol.
Am Anfang des Jahrhunders entdeckte der heute berühmte amerikanische Chirurg, Prof. Briggs, dass die Nelke eines der wirksamsten Desinfektionsmittel der Natur ist. Er empfahl nicht nur seinen Assistenten, ihre Hände in Nelkenessenz zu waschen, sondern reinigte damit auch Wunden. Verwenden Sie Nelken verschwenderisch in ihren Gerichten, sie werden dadurch gesünder und schmack hafter. Denken Sie daran, dass die Nelke auch eine schmerzstillende Wirkung hat. Bei grossen Zahn schmerzen und ohne Zahnarzt in der Nähe gibt es kein besseres schmerzstillendes Mittel als ein Stück Nelke auf den kranken Zahn.

Gummiarabikum stillt den Husten

Das Gummiarabikum, gewonnen aus der Akazie, findet man in vielen Hustensäften. Es beruhigt den Hustenreiz und hilft auch bei Schnupfen und Anginen.

Lavendel beruhigt die Nerven

Einer meiner nervösen, neurasthenischen und schnell erregbaren Patienten fand dank des Lavendels schnell seine Ruhe und sein Gleichgewicht wieder. Diese blaue Blume aus Südfrankreich besitzt noch andere Eigenschaften : sie hilft bei der Verdauung, gibt Appetit und bekämpft Blähungen. Ausserdem besitzt sie antiallergische Komponenten, die Asthmatikern Erleichterung verschaffen.

Paradieskörner als Aphrodisiakum

Die Maniguette oder Paradieskörner, die von einer afrikanischen Pflanze stammen, wirken, wie der Ingwer, sexuell anregend und verdauungsfördernd.

Majoran beruhigt

Die Krieger der Antike streuten eine Prise davon auf die Gräber ihrer gefallenen Kameraden, damit sie in Frieden ruhten.
Heute streut man kein Majoran mehr auf die Gräber, doch hat Majoran seine beruhigende Wirkung nicht verloren.
Er ist eins der wirksamsten Beruhigungsmittel, das ich kenne. Was auch immer der Grund von Schlafstörun gen sein mag: Sorgen, Nervosität, Überanstrengung - er hilft immer abends Schlaf zu finden und tagsüber Bedrückung, Aufregung und Ängste zu vertreiben. Und ausserdem hilft Majoran besser zu verdauen, er regt die Transpiration und damit die Ausscheidung von Giftstoffen an.

Die Pfefferminze macht munter

Es gibt mehr als zehn verschiedene Sorten : frische Minze, englische Minze, Milly Minze, wilde Minze, gekräuselte und rote Minze...
Alle haben ausser dem gleichen Geschmack auch die gleichen guten Vorzüge, die sie ihrem Extrakt, dem Menthol verdanken.
Ihr grösster Vorteil : sie macht alle müden Organe wieder munter. Ob Sie Rekonvaleszent sind oder müde von der Arbeit kommen, ein Getränk mit Menthol gibt Ihnen neuen Schwung.
Hinzu kommt, dass sie Herz und Nerven stärkt und ein treuer Verbündeter des Verdauungssystems ist. Sie löst Magenkrämpfe, Blähungen, hilft bei Brechreiz, löst Darmverkrampfungen und regt die Leber an. Die Pfefferminze wirkt ausserdem antiseptisch. Sie desinfiziert alle Nahrungsmittel, mit denen sie in Berührung kommt. Sie wirkt sexuell anregend und gibt frischen Atem.
Und als letztes hemmt sie Milchbildung bei jungen Müttern, die nicht stillen wollen.

Die Muskatnuss bekämpft Müdigkeit nach dem Essen

Die Muskatnuss und ihre Schale, macis genannt, haben die gleichen guten Eigenschaften: beide haben einen etwas scharfen Extrakt, der die Verdauung von besonders schweren Speisen (weisse Bohnen, Linsen, usw.) beschleunigt).
Die Schale, wie auch die Nuss selbst, enthält ein natürliches Hormon, dem Folliculin verwandt, das unregel mässige Menstruationen reguliert.
Ausserdem geben Nuss und Schale einen reinen Atem.

Nigelle (Venushaar) vertreibt Pickel

Die Nigelle mit dem schönen Beinamen Venushaar (ihre Blätter sind in feine Streifen aufgeteilt) hilft Leberkran ken und beschleunigt die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Blut. Sie gibt reinen Teint und lässt Pickel verschwinden.

Die Zwiebel: eine beinahe Universalverbündete

Die Zwiebel verlängert das Leben, sagt man. Das es so viele Hunderjährige in Bulgarien gibt, verdanken sie derZwiebel und dem Joghurt. Es ist nicht bewiesen, aber eins ist sicher: sie enthält ein ähnliches Mittel wie das Insulin. Es senkt den Zuckergehalt im Blut und macht die Zwiebel zum Freund des Zuckerkranken. Das ist nicht ihr einziger Vorteil : reich an Schwefel, reinigt sie das Blut und entfernt Akne. Reich an Jod, regt sie die Verbrennung von Kalorien an und bekämpft Fettleibigkeit. Reich an Phosphor, stärkt sie die Nervenzellen und unterstützt das Gedächtnis. Reich an Eisen, hilft sie beim Aufbau von roten Blutkörperchen und bekämpft die Anämie. Und weiter: die Zwiebel enthält auch noch Vitamin A, B und C, Kalzium und Kalium, sie vertreibt Müdigkeit, schützt vor Schnupfen und Grippe, reinigt den Darm von Parasiten, hilft Gicht - und Rheumakranken. Sie hat noch eine letzte gute Eigenschaft: sie wirkt wie ein Aphrodisiakum. Die Zwiebelsuppe, die man in verschiedenen Landstrichen den jungverheirateten Paaren nach der Trauung anbietet, soll die Liebesleidenschaft des jungen Paares anregen.

Die Olive ist ein Freund der Gallenblase

Ob noch grün oder schon schwarz, die Olive hilft der Gallenblase.
Behandlungsversuche in Krankenhäusern haben ergeben, dass sie sogar Gallenblasengriess und kleine Steine auflösen kann.
Sie hat eine weitere gute Wirkung, die sie ihren Mineralsalzen verdankt: sie bekämpft den Dickdarmkatarrh. Ausserdem mobilisiert sie einen trägen Darm.

Das Orangenblütenwasser macht lebensfroh

Es ist das beste und gesundeste Beruhigungsmittel. Es vertreibt die Angst und alle ihre Nebenerscheinungen. Es beruhigt das schnell aufgeregte Herz und verhilft allen zum Schlaf, die vor Sorgen keine Ruhe finden können.
Das aber nur, wenn man zwei Dinge beachtet: Man sollte das wirkungsvoller Bitterorangenblütenwasser nehmen und nur von Bäumen, die auf natürliche Art behandelt wurden. Oft sind die Orangenbäume mit Insektiziden besprüht worden, weshalb die Blüten sogar ein langsam wirkendes Gift für den Organismus erzeugten.

Petersilie fördert das Wachstum

Diese kleine unauffällige Pflanze ist in Wirklichkeit ein kräftiges Aufbaumittel: 20 g pro Tag (ein Esslöffel voll) gibt dem Organismus 48 mg Vitamin C, mehr als die Hälfte, die wir täglich brauchen, um gegen Infektions krankheiten geschützt zu sein.
In dem gleichen Löffel voll gehackter Petersilie finden wir 12 mg Vitamin A, lebenswichtig für uns und «Vitamin der Jugend» genannt. Es unterstützt das Wachstum und lässt Kinder gross und kräftig werden. Unser Organismus braucht davon 4 bis 5 mg pro Tag. Ein einziger Esslöffel voll Petersilie gibt uns davon das Doppelte.
Ihre Vorzüge hören damit aber nicht auf: 20 g Petersilie geben uns 19 mg Eisen, ohne das eine Erneuerung von roten Blutkörperchen nicht stattfinden kann. Ausserdem besitzt sie ein ähnliches natürliches Hormon wie das Follikulin, das Menstruationsschmerzen beruhigt und regulierend wirkt.
Sie lindert Rheumaanfälle und dämpft die Schmerzen bei einer Blasenkolik.

Das scharfe Piment erleichtert die Verdauung...

Wie alle scharfen Gewürze ist das scharfe Piment oder Harissa ein prompter Stimulator für die Verdauungs drüsen. Ein scharfgewürzter Couscous wird viel leichter verdaut als ein schwachgewürzter.
Dennoch, das Harissa, zu stark dosiert, greift die Schleimhäute an: also keine Übertreibung und beachten Sie Magenschmerzen.

... auch der Pfeffer, mässig angewendet

Der Pfeffer hat die gleichen Vorzüge wie das scharfe Piment : er hilft verdauen. Aber er hat einen Nachteil, er verstopft die Blutbahnen. Alle die unter Krampfadern oder Hämorrhoiden leiden, sollten ihn meiden.

Meerrettich stillt den Husten

Als Wurzel mit scharfen Geschmack ist der Meerrettich wie der Senf ein energisch ableitendes Mittel. Es stillt den Hustenreiz und beschleunigt die Heilung von Anginen, Schnupfen und Bronchitiden. Anregend für alle Organe - eingeschlossen der Verdauungsorgane - ist er richtig dosiert ein gutes Anregungsmittel für Magen, Darm und Leber.

Süssholz verheilt Geschwüre

Die Wurzel von Lakritze, die unter dem Namen Süssholz verkauft wird, enthält Glyzinie, eine Substanz, die eine Schutzschicht über die Magenschleimhaut bildet. Unter diesem leichten aber wirkungsvollen Verband kann ein Geschwür, geschützt vor Säuren abheilen. Gerade dieses Glyzinie im Süssholz und auch in seinem Saft (Lakritze), aus dem viele Bonbons hergestellt werden, wirkt Hustenreiz stillend, beruhigt entzündete Stimmbänder und hellt die Stimme auf.

Rosenblätter machen gesund

Die Geschichte erzählt, dass der bekannte arabische Mediziner Avicenne die Ehefrau eines portugiesischen Vize-Königs in wenigen Monaten mit roten Rosenblättern von Tuberkulose geheilt haben soll.
War es wirklich Tuberkulose oder nur grosse Erschöpfung? Die Diagnosen im Jahre 1000 waren noch nicht so präzise wie heute.
Auf jeden Fall enthält die rote Rose (je dunkler, um so mehr und um so wirkungsvoller) Tanin und ein natürliches Antibiotika.
Die Verbindung dieser beiden Elemente machen aus ihnen ein auserwähltes Heilmittel für alle Rekonva leszenten, die es zu kräftigen und gegen Infektionskrankheiten zu schützen gilt.

Safran macht speisen leicht verdaulich

Homer pries ihn schon in der Ilias.
Safran gibt durch sein starkes Aroma Appetit. Ausserdem hat er den grossen Vorteil, durch Anregung der Speicheldrüsen vor allem Nahrungsmittel, die reich an Kohlehydraten sind, leichter verdaulich zu machen.

Sesam macht einen flachen Bauch

Sesam besitzt eine Essenz, die die Gärung von Nahrungsmitteln im Magen und Darm verhindert. Und natürlich ist er gut gegen Blähungen, Blühsucht und Schläfrigkeit.

Thymian unterstützt den Blutkreislauf

Wenn es eine Pflanze mit 100 Vorzügen gibt, so ist es der Thymian.
Er bekämpft wirkungsvoll Kreislaufschwächen und alle ihre Nebenerscheinungen wie Schwindelgefühl, Migräne, Ohrensausen, schwere Glieder.
Er hilft auch gegen ein schwaches Nervensystem. Nichts ist so gut wie Thymian, um Geschwächten ihren Elan wiederzugeben. Und ausserdem stimuliert er die Verdauung.
Seine weiteren Vorteile : Thymian ist dank seiner Substanz Thymol einer der stärksten Gegner von Mikroben, den ich kenne. Thymol ist ein natürliches Antibiotika.
Als frührer Epidemien drohten, wurde intensiv Thymian eingesetzt. Mit Erfolg: vom Furunkel bis zum Typhus gibt es keine Mikrobenerkrankung, die nicht vom Thymian geheilt werden kann.
Tatsächlich entdeckte der italienische Arzt Dr. Nosi, dass Thymian eine eigene Wirkung hat: er vermehrt die weissen Blutkörperchen. Und es sind die weissen Blutkörperchen, die die eingedrungenen Mikroben attackie
ren und vernichten.

Eisenkraut ist leberfreundlich

Die Römer hatten es Venus geweiht, weil sie glaubten, es könne Leidenschaften neu entfachen. Später wurde es unter anderem in Liebestränke gemischt.
Heute weiss man, dass es weniger prosaische, dafür aber reellere Wirkungen hat : es enthält eine Art bitteren Traubenzucker, das Vervalin, das die Leberzellen stimuliert und fiebersenkend wirkt.




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