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Marokko Casablanca |
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Mit der zweitgrössten Moschee des Islam setzte sich König Hassan II. ein gigantisches Denkmal.
Die moderne Wirtschaftsmetropole Casablanca - bedeutende Monumente aus vergangenen Zeiten sind Mangelware - wurde früher von vielen Marokko-Reisenden ausgespart. Das hat sich geändert, seit sich auf einer Terrasse am Atlantikufer die zweitgrösste Moschee des Islam erhebt - und sogar von Andersgläubigen besichtigt werden kann. Geschichte Die seit dem 8. Jh. auf dem Gebiet des heutigen Casablanca nachweisbare Siedlung Anfa war lange Zeit Hauptort des Berberreichs der Berghouta und wurde im 12. Jh. von den Almohaden erobert. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sie sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für Getreide, gleichzeitig aber auch zu einem gefürchteten Seeräubernest. Daraufhin versuchten die Portugiesen Ende des 15./Anfang des 16. Jh. wiederholt, Anfa einzunehmen. 1575 schliesslich waren ihre Angriffsbemühungen von Erfolg gekrönt, sie zerstörten das Städtchen und gründeten Casa Branca. Nachdem ein schweres Erdbeben 1755 das 'Weisse Haus' verwüst hatte, wurde es nur wenige Jahre später unter dem selben Namen, arabisch Dar el-Beida, von Alaouiten-Sultan Sidi Mohammed Ben Abdallah wieder aufgebaut. Mitte des 19. Jh. schliesslich liessen sich spanische Händler in der Stadt nieder und nannten sie Casablanca. Bis zum Anfang des 20. Jh. erlebte die Stadt einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Casablanca löste Tanger als wichtigsten Hafen Marokkos ab und wurde in der Zeit des französischen Protektorats zum Wirtschaftszentrum des Landes ausgebaut. Das nun einsetzende rasche industrielle Wachstum prägt die Entwicklung Casablancas bis heute, etwa 80 % der marokkanischen Industrie sind hier angesiedelt. Die Einwohnerzahl dieses bedeutenden Wirtschaftsstandorts ist inzwischen auf über 5 Mio. angestiegen. Besichtigung Seit 1993 schmückt sich Casablanca, die ansonsten etwas gesichtslose Metropole, mit einem am Atlantikufer gelegenen, weithin sichtbaren Wahrzeichen, der nach dem marokkanischen König benannten Grande Mosquée Hassan II. . Zur Freude der ausländischen Touristen kann dieses Bauwerk der Superlative, an Grösse nur übertroffen von der Moschee in der heiligen Stadt Mekka, auch von Nichtmuslimen besucht werden (Boulevard Sidi Mohammed Ben Abdallah, Führungen tgl. ausser Fr 9, 10, 11 und 14 Uhr). Das quadratische gigantische Minarett ragt 200 m in die Höhe, damit ist die Moschee der weltweit höchste Sakralbau. Von der Minarettspitze weist ein 30 km langer Laserstrahl gen Mekka. Im Gebetssaal finden mehr als 20'000 Gläubige Platz. Und wenn es nicht gerade regnet, ist das Schiebedach innerhalb von drei Minuten geöffnet. Zu dem Gebäudekomplex gehören eine Medersa, ein Museum, mehrere Hammams und eine Bibliothek. Unnötig zu erwähnen, dass es sich hierbei um die grösste und umfangreichste des islamischen Raums handelt. An der zentralen Place Mohammed V. erhebt sich das Hyatt Regency. Die Bar des Luxushotels wurde mit Bildern aus dem Kultfilm 'Casablanca' dekoriert. Allabendlich spielt 'Sam', ein schwarzer Pianist, am Flügel 'As time goes by' - Erinnerungen an einen Film, der mit der Stadt Casablanca eigentlich gar nicht so viel zu tun hat, denn er entstand 1942 in den Studios von Hollywood. Nordwestlich der Place Mohammed V. erstreckt sich die Medina - eingekeilt zwischen den modernen Bürobauten der Neustadt. Ausser Teilen der Stadtmauer aus dem 16. Jh. ist kaum noch Altes erhalten. Um die grosszügig gestaltete Place des Nations Unies mit Springbrunnen und Gartenanlagen gruppieren sich wichtige Verwaltungsgebäude wie Justizpalast, Hauptpost und Rathaus. Von dessen ca. 50 m hohem Turm kann man einen Rundblick über die ganze Stadt bis nach Mohammedia geniessen. In südwestlicher Richtung gelangt man über die Avenue Hassan II. zu dem schön angelegten Parc de la Ligue Arabe. Südlich der Place des Nations Unies führen die Avenue de Mers Sultan und die Rue Hadj Amar Riffi in südöstlicher Richtung zum Königspalast, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Hinter dem Palastviertel erstreckt sich die Nouvelle Médina, die arabische Neustadt. In dem im ersten Drittel des 20. Jh. entstandenen Quartier des Habous stehen interessante Häuser, die eine gelungene Mischung aus traditioneller und moderner Architektur repräsentieren. Besonders hübsch ist die Place Moulay Youssouf an der Moschee gleichen Namens. Eine kleine Strasse führt von diesem Platz nach Westen zur belebten Place Mosquée Mohammadi, einem der schönsten Flecken der Stadt, der sich mit seinen Brunnen, Bäumen und Bänken für eine Ruhepause anbietet. Nördlich davon erhebt sich die beeindruckende Mahkama (ehem. Gerichtshof des Paschas in der Zeit des Protektorats). Der Palast wurde um 1940 im maurischen Stil errichtet und besitzt schöne Innenhöfe. Quelle: www.wissen.de Links Agadir Agdz Aït Ben Haddou Al-Hoceima Asilah Azrou Beni Mellal Boumalne und Dades-Schlucht Casablanca Ceuta Chefchaouen El-Jadida El-Kelaa-Mgouna Er-Rachidia Erfoud und Erg Chebbi Essaouira Fes Guelmim Ifrane Kasbah Tadla Laayoune Larache Marrakesch Meknes Melilla Midelt Moulay Idriss Oujda Ouarzazate Ouezzane Rabat und Salé Rissani und Sijilmassa Safi Skoura Tafraoute und Umgebung Tamegroute Tan-Tan Tanger Tarfaya Taroudannt Taza Telouet Tetouan Tineghir und Todgha-Schlucht Tinmal Tiznit Volubilis Zagora UNESCO Welterbestätten in Marokko Die Liste des Welterbes (Stand Juni 2002) umfasst insgesamt 730 Kultur- und Naturstätten in 125 Ländern. Sie stehen unter dem Schutz der Internationalen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Die 1972 von der UNESCO verabschiedete Konvention ist das international bedeutendste Instrument, um Kultur- und Naturstätten, die einen aussergewöhnlichen universellen Wert besitzen, zu erhalten. Denkmäler werden nur dann in die Liste des Welterbes aufgenommen, wenn sie die in der Konvention festgelegten Kriterien der Einzigartigkeit und der Authentizität (bei Kulturstätten) bzw. der Integrität (bei Naturstätten) erfüllen und wenn ein überzeugender Erhaltungsplan vorliegt. weiter... g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT |