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Marokko Marrakesch |
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Die 'Perle des Südens' ist eine pulsierende orientalische Metropole, die auf jeden Besucher eine unwiderstehliche Faszination ausübt. Die mit 650'000 Einwohnern viertgrösste Stadt des Landes liegt, umgeben von Dattelpalmen, auf 450 m Höhe in der fruchtbaren Haouz-Ebene. Das Wort 'Haouz' bezeichnete ursprünglich das im Besitz des Sultans befindliche Umland der jeweiligen Hauptstadt, heute ist damit nur noch die Region jener Königsstadt gemeint, die dem Land seinen Namen gegeben hat: Marrakesch. In der Tifinasch-Berbersprache bedeutet der Stadtname 'Durchzugsland' (mar-our-kouch) und meint ein neutrales Gebiet zwischen den Revieren verschiedener Sippen. Geschichte Marrakesch wurde 1062, kurz nach der almoravidischen Machtergreifung, auf bis dahin unbesiedeltem Gebiet als Militärlager gegründet. Unter Youssouf Ben Tachfin stieg die zügig ausgebaute Ansiedlung zur Almoraviden-Residenz auf. Nach seinen sieg- und beutereichen Kriegszügen gegen Alfons VI. von Kastilien, dem er 1086 das spanische Toledo entreissen konnte, begann für Marrakesch eine Zeit der Blüte. Zahlreiche Moscheen und Paläste entstanden. Youssoufs Sohn und Nachfolger Ali Ben Youssouf liess 1126/27 die heute noch erhaltene Wehrmauer anlegen und vor den Toren der Stadt die ersten Palmenhaine anpflanzen. Aus der Gründungszeit von Marrakesch ist heute kaum noch etwas erhalten. 1147 stürmten die Almohaden die Stadt, zerstörten die meisten almoravidischen Bauwerke und liessen neue Prachtbauten wie die Koutoubia-Moschee entstehen. Von einer verheerenden Pestepidemie 1176 erholte sich die Stadt nur langsam, erlebte dann aber unter Yakoub el-Mansour ab 1184 ihre grösste wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Gegen Ende des 13. Jh. von 150'000 Einwohnern bevölkert, konnte sie sich in ihrer Pracht mit den grossen islamischen Zentren wie Bagdad und Kairo messen. Mitte des 13. Jh. schwächten Thronstreitigkeiten die Almohaden, es begann der Aufstieg der Meriniden-Dynastie. Abou Youssouf Yakoub eroberte 1269 die Almohaden-Hauptstadt und verlegte zwei Jahre später die Residenz nach Fes. Bis Anfang des 16. Jh. schrumpfte die Bevölkerung von Marrakesch auf 20'000 Einwohner. Erst mit der Saadier-Dynastie, die 1521 in die Stadt einzog und sie 1554 zur Hauptstadt ihres Reiches machte, ging es wieder aufwärts. Mit dem Gold von Timbuktu - Sultan Ahmed el-Mansour eroberte 1591 die reiche Handelsstadt - wurde die inzwischen stark verfallene 'Perle des Südens' erneut zur glänzenden Metropole ausgebaut. Es entstand der Badi-Palast, der selbst als Ruine noch heute durch seine gewaltigen Ausmasse beeindruckt. Die Herrscher der Alaouiten-Dynastie bevorzugten Ende des 17. Jh. wiederum Fes als Hauptstadt. Moulay Ismail liess die bedeutendsten Bauten aus der Regierungszeit der Saadier zerstören. Obwohl Marrakesch bis ins 20. Jh. hinein immer wieder einmal als Residenz fungierte, stand die Stadt seither im Schatten der Konkurrenz aus dem Norden. Mit der Unterstützung El-Glaouis, des Paschas von Marrakesch, marschierten 1912 die Franzosen in die Stadt ein. Der 'Löwe des Atlas', wie El-Glaoui auch genannt wurde, beherrschte bis zur marokkanischen Unabhängigkeit 1956 weite Teile des Südens. Heute ist Marrakesch eine Stadt des Handels und Handwerks. Die Medina wird von kleinen Laden-Werkstätten mit mehr als 30'000 Handwerkern geprägt. Die Altstadt ist wichtigster Absatzmarkt für handwerkliche Produkte, die den besonders aus Agadir zahlreich anreisenden Touristen angeboten werden. Die moderne Universität im Norden, wichtige Messen, Kongresse und ein Filmfestival tragen zur wachsenden internationalen Bedeutung der Stadt bei. Besichtigung Die grosse Metropole Südmarokkos fasziniert besonders im Frühjahr, wenn die schneebedeckten Gipfel des etwa 60 km entfernten Hohen Atlas zum Greifen nah erscheinen. Bedeutende Monumente aus der Blütezeit der Stadt sowie die ausgedehntesten Souks des Landes machen Marrakesch zu der nach Fes bedeutendsten Königsstadt. Eine Rundfahrt mit der Kutsche (Abfahrt nahe der Koutoubia) um die Mauern der Altstadt ermöglicht auf entspannende Weise einen ersten Überblick über das mittelalterliche Marrakesch. Ein Abstecher führt zu dem einige Kilometer ausserhalb der Stadtmauer gelegenen Jardin Menara , der bereits im 12. Jh. unter den Almohaden angelegt wurde. Am südlichen Rand eines grossen Wasserbeckens erhebt sich ein kleiner Pavillon aus dem 19. Jh. An den Wochenenden sind die Gärten ein beliebtes Ausflugsziel der Marrakschi. Wer den Rundgang durch die Altstadt in Begleitung eines offiziellen Führers unternehmen will, findet diesen an den grossen Hotels oder in der Nähe der Koutoubia. Südliche Medina Von der Avenue el-Menara kommend, betritt man die südliche Altstadt durch das Bab el-Djedid, das Neue Tor. Rechter Hand liegt das bekannteste Hotel der Stadt, das in maurisch-andalusischem Stil erbaute Al-Mamounia. Die palastartige Innenausstattung sowie die blühenden Gärten machen den Aufenthalt in dieser luxuriösen Anlage zu einem besonderen Erlebnis. Wendet man sich nach links, ist nach etwa 300 m die für Nichtmuslime unzugängliche, 1157/58 errichtete Mosquée Koutoubia erreicht. Das Wahrzeichen von Marrakesch, benannt nach dem früher in der Nachbarschaft angesiedelten Souk der Buchhändler, ist eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Almohadenzeit. Die Gebetshalle bedeckt eine Fläche von 90 x 60 m, in den 17 Schiffen können bis zu 25'000 Gläubige ihrem Gebet nachgehen. Der 77 m hohe, quadratische Turm besitzt auf allen vier Seiten unterschiedlich gestaltete Bogenfenster. 1198 vollendet, ist er das schönste Beispiel eines almohadischen Minaretts. Etwa zeitgleich entstanden in Sevilla die Giralda und in Rabat der Hassan-Turm. Diese drei almohadischen Moscheentürme des ausgehenden 12. Jh. bestimmen bis zum heutigen Tag die Form marokkanischer Minarette. Prominentestes Beispiel aus heutiger Zeit ist die Moschee Hassan II. in Casablanca. Von der Place Youssouf Ben Tachfin aus folgt man rechts der Rue Sidi Mimoun bis zu dem im 12. Jh. entstandenen Bab Agnaou , dem schönsten Tor von Marrakesch. Seine Dekoration besteht aus Zackenbogen, Arabesken und einem Fries kufischer Inschriften. In unmittelbarer Nachbarschaft erhebt sich das zeitgleich erbaute Bab er-Robb. Die beiden Tore dienten einst als Zugänge zu der unter Almohaden-Sultan Yakoub el-Mansour angelegten Kasbah. Das einzige von der alten Almohadenresidenz erhaltene Gebäude ist die Mosquée de la Kasbah, die nach ihrem Erbauer auch El-Mansour-Moschee genannt wird. Das renovierte Minarett ist im oberen Bereich mit grünen Kacheln farbig verziert. Rechts neben der Moschee befindet sich der Eingang zu den Tombeaux des Saadiens, den Saadiergräbern. Die im 16. Jh. angelegte Nekropole wurde unter Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail zugemauert und erst 1917 wieder entdeckt. Ein schmaler Gang führt zu den zwei Mausoleen, in denen insgesamt sieben Sultane und 62 Mitglieder der Saadier-Familie ihre letzte Ruhestätte fanden. Links hinter dem Eingang öffnen sich die drei nebeneinander liegenden Räume des grösseren Mausoleums. Der erste, ein Gebetsraum mit sehenswertem Mihrab, beherbergt das Grab Moulay el-Yazids. Obwohl die Nekropole eigentlich zugemauert war, bestand weiterhin ein Zugang über die Kasbah-Moschee, so dass Ende des 18. Jh. der Alaouiten-Sultan hier bestattet werden konnte. Es folgt der prunkvolle 'Saal der zwölf Säulen'. Unter einer mit Schnitzereien verzierten Kuppel aus Zedernholz, die von 12 Säulen getragen wird, ruht der Eroberer von Timbuktu, Ahmed el-Mansour ed-Dehbi. Beachtenswert ist die reiche Ausschmückung mit Zellij-Kacheln und Stalaktitbögen (Muqarnas). Im dritten Raum befinden sich Kindergräber. Das zweite Mausoleum ist kleiner, besteht nur aus zwei Räumen, die einfacher ausgestattet sind. Hier, wie auch im Garten, findet man weitere Gräber von Familienangehörigen und Staatsdienern. Wenn die Saadier-Gräber nicht gerade von Reisegruppen besucht werden, ist der schöne Garten eine Oase der Ruhe. Nicht weit entfernt, südlich der Place des Ferblantiers (Eisenschmiedeplatz), erheben sich die Ruinen des Palais el-Badi. Mit dem Gold aus Timbuktu finanzierte der mächtige Saadier Ahmed el-Mansour den 1578-1608 erbauten grössten Palast des Maghreb. Nach seinem Namen, 'der Unvergleichliche', zu urteilen, war er auch der schönste. Doch die ganze maurische Pracht, die Zellij-Kacheln, die Stuckornamente und die Zedernholzschnitzereien, sind heute verschwunden. Gut 100 Jahre nach ihrer Entstehung wurde die Anlage unter Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail als Steinbruch für die Errichtung einer neuen Residenz in Meknes verwendet. Heute sind von der riesigen Palastanlage nur noch einige Mauerreste und Böden erhalten. Ein plätschernder Brunnen und zahlreiche Störche, die im Frühjahr hier ihren Nachwuchs hüten, verleihen der Ruine eine märchenhafte Atmosphäre. Von der Terrasse hat man einen schönen Blick auf die Stadt und die Dächer des südlich sich anschliessenden Königspalastes. Der Dar el-Makhzen wird von der Familie Mohammeds VI. als Winterresidenz genutzt und ist daher nicht öffentlich zugänglich. Von der Place des Ferblantiers gelangt man über die Rue Bab Rhemat zum Palais de la Bahia. Die ehem. Residenz der Grosswesire Si Moussa und Ba Ahmed ist - auch ohne ihre Originalmöblierung - ein schönes Beispiel für die Prachtentfaltung in einem orientalischen Fürstenpalast Ende des 19. Jh. Der Rundgang durch die Anlage mit ihren zahlreichen prunkvoll ausgeschmückten Empfangssälen und Privatgemächern sowie blühenden Innenhöfen und Gärten ist nur in Begleitung eines Führers möglich. Beachtenswert ist die Vielfalt der Deckendekorationen. Die schönsten Räume des Palastes, unter ihnen das 'Zimmer der Favoritin' mit üppigen Verzierungen, öffnen sich zum hintersten Hof. Ursprünglich waren die kahlen Gipswände mit bunten kostbaren Textilien behängt, die jedoch nicht mehr erhalten sind. Folgt man der Rue Riad Zeitun Djedid ein kurzes Stück nach Norden und biegt dann die Rue de la Bahia nach rechts ab, erreicht man das Volkskundemuseum Musée Dar Si Said. Die umfangreiche Sammlung marokkanischen Kunsthandwerks ist in dem Ende des 19. Jh. errichteten ehem. Palast eines Bruders Ba Ahmeds untergebracht. Kunstvoll geschnitzte Holztüren aus alten südmarokkanischen Kasbahs sowie ein mit Blumen- und Tierdarstellungen dekoriertes steinernes Becken zählen zu den interessantesten Exponaten. Das im 11. Jh. gefertigte Becken - ein seltenes Zeugnis figurativer Kunst im westlichen Islam - stammt aus Andalusien und diente einst als Reinigungsbrunnen in der Ben-Youssouf-Medersa. Die vier Räume des Untergeschosses, die sich um einen schönen Innenhof gruppieren, zeigen Silberschmuck, Messing- und Kupferarbeiten sowie Keramiken. Die Räume der oberen Etage, die allesamt mit schönen Holzdecken ausgestattet sind, präsentieren eine umfangreiche Teppichausstellung mit Stücken aus verschiedenen marokkanischen Regionen. Ausserdem sehenswert sind ein Hochzeitsthron und ein riesiger zeremonieller Kerzenhalter. Nur 100 m entfernt steht das im maurischen Stil erbaute Haus Dar Tiskiwin (8 Rue de la Bahia, Tel. 44 33 35), das auf Anfrage besichtigt werden kann. Der holländische Besitzer, der Kunsthistoriker Bert Flint, erklärt anhand seiner exklusiven Sammlung kompetent und vielsprachig die Teppichkunst und andere Zweige des marokkanischen Kunsthandwerks. Nördliche Medina Ein guter Ausgangspunkt für die Besichtigung der nördlichen Altstadt ist das gegenüber dem Busbahnhof gelegene Bab Doukkala. Hinter dem Stadttor führt die Rue Bab Doukkala - vorbei an der gleichnamigen Moschee - zum Palast Dar el-Glaoui. Seit 1997 sind Teile der ehem. Stadtresidenz El-Glaouis und des Gartens der Öffentlichkeit zugänglich. Der Pascha von Marrakesch umgab sich in seinem Anfang des 20. Jh. im maurischen Stil erbauten Palast mit allem nur erdenklichen Prunk. Dank seiner Kooperation mit der Besatzungsmacht Frankreich gewann El-Glaoui an politischem Einfluss und trug 1953 wesentlich zur Absetzung Sultan Mohammeds V. bei. Ein Teil der Palasträume ist regelmässig Ort kultureller Veranstaltungen - von Ausstellungen, Lesungen, Theater- und Musikaufführungen (Information: Délégation des Affaires Culturelles, Tel. 44 54 65). Am Ende der Rue Bab Doukkala orientiert man sich nach links. Kleine Quergassen mit Werkstätten und Läden führen zur Mosquée Ben Youssouf. In almoravidischer Zeit errichtet, erhielt sie ihr heutiges Aussehen durch grössere Umbauten im 16. und 19. Jh. Im Gegensatz zur Moschee steht die prachtvoll ausgestattete Medersa Ben Youssouf auch Nichtmuslimen offen. In merinidischer Zeit von Sultan Abou el-Hassan (1331-51) gegründet, wurde sie von dem Saadier Moulay Abdallah (1727-57) zu einer der grössten und bedeutendsten Koranschulen des gesamten Maghreb ausgebaut. In ihrer Glanzzeit studierten hier über 900 Schüler Islamische Theologie und Islamisches Recht, 1960 wurde die Schule geschlossen. Ein enger Gang mit bemalter Holzdecke führt in einen Vorraum, der sich zum Hof (Sahn) hin öffnet. Verschwenderisch mit Zellij, Stuck und geschnitztem Holz dekoriert, bildet er den Kern der Anlage. An seiner Rückseite öffnet sich der Gebetsraum, der gleichzeitig als Unterrichtsraum diente. Die Holzdecke über dem mittleren Raumteil und die Stuckdekoration des Mihrab sind sehenswert. In den oberen Etagen, die man über eine Treppe erreicht, befinden sich die kargen kleinen Zimmer der Studenten, die in ihrer Einfachheit stark an Mönchszellen mittelalterlicher Klöster erinnern. In nördlicher Richtung erreicht man über kleine verwinkelte Gassen und die Rue Bab Taghzout die Fontaine Echrob ou Chouf, deren Name zum 'Trinken und Schauen' auffordert. Der malerische, aber etwas heruntergekommene Brunnen besitzt ein schönes stalaktitgeschmücktes Vordach. Hinter dem Bab Taghzout, einem Tor der almoravidischen Mauer, das durch die Stadterweiterung im 16. Jh. seine ursprüngliche Funktion verlor, liegen zwei wichtige, Touristen allerdings nicht zugängliche Mausoleen, die Zaouia de Sidi Ben Slimane (16. Jh.) und die Zaouia de Sidi Bel Abbes es-Sebti (17. Jh.). Letzterer zählt zu den Schutzheiligen von Marrakesch und geniesst im Volk grosse Verehrung. Zurück an der Place Ben Youssouf wendet man sich nun dem der Medersa benachbarten protzigen Palast Dar M' Nehbi zu. Hier ist jüngst ein neues Museum eingezogen, Le Musée Privé de Marrakech, das eine interessante Mischung aus moderner marokkanischer Malerei und Kunsthandwerk sowie altägyptischen und tibetanischen Exponaten ausstellt. Sehenswert ist auch die grosszügige Ausstattung des Hauses. Auf der anderen Seite des Platzes erhebt sich die im 12. Jh. entstandene Koubba el-Baroudiyine, das einzige gut erhaltene Monument der Almoravidenzeit. Südlich der Place Ben Youssouf beginnen die Souks, die sich bis zur Place Djemaa el-Fna erstrecken und damit die grössten des Landes sind: "Neben den Läden, wo nur verkauft wird, gibt es viele, vor denen man zusehen kann, wie die Gegenstände erzeugt werden. (...) Es ist eine offene Tätigkeit, und was geschieht, zeigt sich, wie der fertige Gegenstand. In einer Gesellschaft, die so viel Verborgenes hat, die das Innere ihrer Häuser, Gestalt und Gesicht ihrer Frauen und selbst ihre Gotteshäuser vor Fremden eifersüchtig verbirgt, ist diese gesteigerte Offenheit dessen, was erzeugt und verkauft wird, doppelt anziehend" (Elias Canetti, 'Die Stimmen von Marrakesch'). Im Gassengewirr der Medina werden alle handwerklichen Produkte Marokkos feilgeboten. Die Gassen der Eisenschmiede (Souk des Ferblantiers) sind aufgrund des rhythmischen Lärms kaum zu verfehlen. Die Lederverarbeiter (Cherratines) bieten ihre Produkte, Schuhe, Taschen, Gürtel, im Direktverkauf an. Im Souk der Färber (Souk des Teinturiers) sind die zwischen den Dächern der kleinen Läden an Schilfstangen zum Trocknen aufgehängten bunten Stoffe eine Augenweide. Im Souk der Kupferschmiede (Souk des Forgerons) werden Kupfer- und Messingerzeugnisse angeboten, die restaurierte Fontaine el-Mouassine (16. Jh.) erinnert an die Zeit des Wiederaufbaus von Marrakesch unter den Saadiern. Teppiche werden in der Halle La Criée Bèrbère nördlich der Place Rahba Kedima inmitten eines lauten Durcheinanders versteigert. Verlässt man die Souks in südlicher Richtung, stösst man auf den berühmtesten Platz Marokkos, den Djemaa el-Fna. Der Platz der 'Versammlung der Hingerichteten', an dem einst die aufgespiessten Köpfe der Enthaupteten zur Abschreckung aufgestellt wurden, diente noch bis Anfang der 80er-Jahre des 20. Jh. als Busbahnhof. Durch die Errichtung eines neuen Bahnhofs ausserhalb der Mauern verlor der alte Treffpunkt der Durchreisenden zwar seine offizielle Funktion, gleichwohl ist der Djemaa el-Fna noch immer der belebteste und beliebteste Platz in Marrakesch. Besonders nachmittags und abends, wenn es in den Garküchen brutzelt und dampft und wenn der graue Asphalt zur Bühne wird für Gaukler, Schlangen- und Geisterbeschwörer, Kräuterapotheker, Geschichtenerzähler und Musikanten, ist der Djemaa el-Fna Treffpunkt für Besucher aus nah und fern. Da die Artisten sich inzwischen auf Touristen eingestellt haben, sollte sich der neugierige Reisende vor dem Gang über den Platz mit genügend Kleingeld eindecken: Für jeden Blick und jedes Foto wird er hier um ein paar Dirham erleichtert. Vom nordöstlich gelegenen Bab Debbarh aus können, allerdings nur in Begleitung eines offiziellen Führers, die Gerberviertel besichtigt werden. Sie lohnen sich nur für Reisende, die nicht nach Fes fahren, denn die dortigen Gerberviertel sind frei zugänglich und ausserdem wesentlich interessanter. Ville Nouvelle Ausserhalb der mittelalterlichen Stadtmauer legten die Franzosen 1916, zu Beginn der Protektoratszeit, ein neues Stadtviertel an. Hier befinden sich zahlreiche Hotels und Restaurants, Geschäfte und Banken. Nördlich der Altstadt liegt der botanische Garten Jardin Majorelle. In seiner Mitte erhebt sich, von subtropischen und tropischen Pflanzen umgeben, das Musée d'Arts Islamiques. Neben kunsthandwerklichen Exponaten, Holzarbeiten, Teppichen, Textilien, werden Gemälde des französischen Jugendstilmalers Louis Majorelle ausgestellt, der Anfang des 20. Jh. in Marrakesch lebte. Quelle: www.wissen.de Links Agadir Agdz Aït Ben Haddou Al-Hoceima Asilah Azrou Beni Mellal Boumalne und Dades-Schlucht Casablanca Ceuta Chefchaouen El-Jadida El-Kelaa-Mgouna Er-Rachidia Erfoud und Erg Chebbi Essaouira Fes Guelmim Ifrane Kasbah Tadla Laayoune Larache Marrakesch Meknes Melilla Midelt Moulay Idriss Oujda Ouarzazate Ouezzane Rabat und Salé Rissani und Sijilmassa Safi Skoura Tafraoute und Umgebung Tamegroute Tan-Tan Tanger Tarfaya Taroudannt Taza Telouet Tetouan Tineghir und Todgha-Schlucht Tinmal Tiznit Volubilis Zagora UNESCO Welterbestätten in Marokko Die Liste des Welterbes (Stand Juni 2002) umfasst insgesamt 730 Kultur- und Naturstätten in 125 Ländern. Sie stehen unter dem Schutz der Internationalen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Die 1972 von der UNESCO verabschiedete Konvention ist das international bedeutendste Instrument, um Kultur- und Naturstätten, die einen aussergewöhnlichen universellen Wert besitzen, zu erhalten. Denkmäler werden nur dann in die Liste des Welterbes aufgenommen, wenn sie die in der Konvention festgelegten Kriterien der Einzigartigkeit und der Authentizität (bei Kulturstätten) bzw. der Integrität (bei Naturstätten) erfüllen und wenn ein überzeugender Erhaltungsplan vorliegt. weiter... g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT |