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Kalligraphie (Kalligrafie)
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Die künstlerische Ausgestaltung der Schriftform, oft auch synonym für die ostasiatische Kalligraphie. Besonders ausgeprägt ist die Schriftkunst im islamischen Kulturkreis und in China. In den arabischen Ländern entwickelte sie sich als Gestaltungsmittel des Koran zu hoher Blüte, ebenso in Iran und Indien, wo sie in engem Zusammenhang mit Buch- und Miniaturmalerei stand. In Europa wurde die Schriftkunst weniger als eigenständige Kunstrichtung gesehen, sondern war verbunden mit der handwerklichen Buchkunst. Mit der Erfindung des Buchdrucks setzte eine Entwicklung der Typografie ein, die, ausgehend von der lateinischen Druckschrift, Anregungen der Kalligraphie aufnahm und die Schwerpunkte auf Formenstrenge oder Dekorativität legte.

Im islamischen Kulturkreis ist die Kalligrafie die verbreitetste Kunstform und in ihrer zentralen Stellung das bedeutsamste künstlerische Ausdrucksmittel. Die arabische Schrift diente in erster Linie der Überlieferung der göttlichen Offenbarung. Durch sie bewahrte man den genauen Wortlaut der Suren des Koran.

Religiöse Themen sind im Islam selten bildlich (figurativ) dargestellt. Darum ist die Kunst der Kalligraphie (Schönschreibkunst) zum Höhepunkt der islamischen Kultur geworden.

Im Schreiben des Gotteswortes erwuchs die Verpflichtung zur Vervollkommnung. So entfaltete sich in der Kalligrafie die schönste Blüte der islamischen Kunst. Die untrennbar mit der Offenbarung verbundene arabische Sprache und ihre Schrift breiteten sich mit dem Islam unter den bekehrten Völkern aus. Die Schrift findet sich an sakralen und profanen Bauten auch in nicht arabisch sprechenden muslimischen Ländern, so dass sie von Marokko bis zu den Philippinen, von der Wolga bis nach China in ihrer Kunstform, der Kalligrafie, anzutreffen ist.

Auch in der Baukunst hat sich die Ornamentik in der Form der Arabesken tief verwurzelt. Vielfach sind Gebäude der islamischen Zivilisation Meisterwerke der detaillierten Arbeit.

    


Begriffe

Kalligraphie [griechisch, Schönschreibekunst] arabisch khatt
nach ästhetischen Kategorien erfolgte Ausformung der Schrift, meist in enger Verbindung mit der Buchillustration.

Arabeske
Bandmuster aus stilisierten Ranken und Blättern; besonders in der Antike, in der Renaissance, im Rokoko und im Klassizismus zur Füllung langrechteckiger Architekturteile (Pilaster, Friese, Sockel) verwendet; in der islamischen Kunst seit dem 10. Jahrhundert kennzeichnendes Ornamentsystem, abstrahiert aus der spätantiken Akanthusranke. Die Arabeske ist zu unterscheiden von der Maureske und der Groteske.

Ornament
In sich geschlossene Verzierungsform als Schmuck und zur Gliederung von Gegenständen, auch zur Hervorhebung bestimmter Einzelheiten. Hauptmerkmal des Ornaments ist die parataktische oder rhythmische Reihung der einzelnen Glieder. So stellt sich das Ornament fast immer als ein fortlaufendes Ganzes dar, als Reihe, Band, Linie, Leiste oder Fries. Ein anderes, ebenso wesentliches Kennzeichen ist die ordnende und abgrenzende Funktion. Architekturglieder, Kapitelle von Säulen, Vasenwölbungen u. Ä. sind häufig von den übrigen Teilen der jeweiligen Gesamtform durch ein Ornament getrennt und damit ausgezeichnet. Die Anwendungsmöglichkeiten des Ornaments als künstlerische Schmuckform in den einzelnen Kunstgattungen sind nahezu unbegrenzt. Es findet sich in Wandmalereien und Mosaiken, auf Töpfereierzeugnissen und in der Textilkunst ebenso wie in Architektur (als Bauornament), Plastik, Möbelkunst (als Einlegearbeit), Buchmalerei und - seit der Erfindung des Buchdrucks - in der Druckgrafik.


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