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Ali Zaoua - Ein Film von Nabil Ayouch
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Ali Zaoua
Ein Film von Nabil Ayouch
Frankreich/Marokko/Belgien 2000

Synopsis - Zusammenfassung

Die zwölfjährigen Jungen Ali, Kouka, Omar und Boubker leben als Strassenkinder im Hafen von Casablanca. Die Strasse ist ihr Zuhause, und die Menschen, die hier leben, bilden ihre Familie.Hier zu überleben, ohne Ziel, ohne einen Ort, an den sie sich zurückziehen könnten, wird ihre tägliche Aufgabe. Ihre Freundschaft ist ihre einzige Chance und bildet das Band, das die Gang zusammenhält.

Ali träumt davon, wegzugehen, Seemann zu werden und die Welt zu sehen. Doch das bleibt ein Traum - während einer Auseinandersetzung mit einer rivalisierenden Strassenbande wird er getötet. Seine Freunde könnten seine Leiche zurücklassen, doch sie beschliessen, ihrem Freund ein königliches Begräbnis zu verschaffen. Und so machen sie sich auf, die Insel mit den zwei Sonnen zu finden, von der Ali immer geträumt hat.

Eine Fabel, fast ein Märchen über die harte Realität, Träume und den Tod. Aber auch ein Film über das Leben.

Auszeichnungen

  • Bester Spielfilm - Int. Filmfestival Mannheim-Heidelberg
  • Bayard d'Or für den besten Schauspieler
  • ACCT Best Southern Actor Prize
  • Junior Jury Prize - Namur Festival
  • Preis der Ökumenischen Jury - Montreal Film Festival
  • Bronze Horse Award für den besten Film - Stockholm Film Festival
  • Publikumspreis - Film Festival Amiens
  • Publikumspreis - Mittelmeerfestival von Brüssel
  • COE Award to the Film of Hope, Grand Prize Etalon de Yennega
  • UNICEF Award for Childhood - Fespaco 2001 Ouagadougou
  • FIPRESCI Prize - Int. Film Festival Kerala, Indien
  • Filmpreis für Kinderrechte - Unabhängiges FilmFest Osnabrück
  • Grosser Preis - Mittelmeer-Filmfestival Köln

    Ali Zaoua repräsentierte Marokko bei der Oscarverleihung 2001 für den besten fremdensprachigen Film.

    Filmographie des Regisseurs Nabil Ayouch

    Nabil Ayouch wurde am 1. April 1969 geboren. Als Sohn eines Marokkaners und einer Französin wuchs er in Paris auf. Nach drei Jahren Theaterstudium bei Sarah Boréo und Michel Granvale kehrte er zur Filmregie zurück. 1992 drehte er seinen ersten Kurzfilm Les Pierres Bleues du Désert mit Jamel Debbouze.

    Danach entstanden noch zwei weitere Kurzfilme, Hertzienne Connexion und Vendeur de Silence. Alle drei Filme wurden von verschiedenen Festivals auf der ganzen Welt anerkennend aufgenommen. Im Jahr 1997 drehte er seinen ersten Langfilm Mektoub, der sich in Marokko mit über 350.000 Zuschauern zu einem Publikumserfolg entwickelte. Dieser Film gewann auch den Preis Bester arabischer Film und Bester Spielfilm beim International Film Festival in Kairo und den besonderen Preis der Jury beim Festival in Oslo. Ali Zaoua ist sein zweiter Spielfilm.

    Pressezitate

    Überwiegend mit Laiendarstellern gedreht, in diesem Fall also echten Strassenkindern, ist Regisseur Nabil Ayouch ein beeindruckendes Drama gelungen.
    film.de

    Dies ist wirklich ein wundervoller Film - gross wegen der Leistung der Kinder, die Ayouch auf Marokkos Strassen
    Phase9 tv

    Fast dokumentarische Bilder wechseln mit poetischen und märchenhaften Momenten und ergreifen den Zuschauer mit einer Kraft, die nicht Mitleid, sondern Respekt vor den Figuren hinterlässt. ALI ZAOUA war der bemerkenswerteste und künstlerisch überzeugendste Film im Wettbewerb des Festival Panafricain du Film et de la Télévision (FESPACO) in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos.
    epd film

    Kommentar

    Das Leben ist scheisse! ist das krude Lebensmotto der Kindergang auf den Strassen von Casablanca. Als ihr Anführer Ali Zaoua von einer rivalisierenden Kindergang getötet wird, geloben die übriggebliebenen Freunde Kouka, Omar und Boubker Ali wie einen Prinzen zu begraben. Sie haben kein Geld für ein ordentliches Begräbnis, aber sie tun alles, um das Unmögliche möglich zu machen. Diesen letzten Freundschaftsdienst sind sie ihm schuldig...

    Der französisch/marokkanische Regisseur Nabil Ayouch begleitete für sein Projekt zwei Jahre lang die nichtstaatliche Hilfsorganisation Bayti, die sich zum Ziel gesetzt hat, Strassenkinder wieder in ihre Familien, und in die Schule zurückzubringen. Auf der Strasse hat er die Hauptdarsteller seines Filmes getroffen. Für die Kinder, deren Freiheit sonst fast grenzenlos ist, war es das erste Mal, dass sie sich freiwillig eingrenzten und der straffen Organisation eines Filmprojektes unterwarfen. Keine leichte Aufgabe, die alle - dank hervorragender Motivation - meisterten. Leicht ist es auch nicht, sich nach einer solch intensiven Erfahrung wieder mit dem Alltag anzufreunden. Die meisten der Darsteller sind jedoch in ihre Familien zurückgekehrt, und finanzieren sich mit dem verdienten Geld eine solide Ausbildung, Grundstein für ihre Zukunft.

    Ayouchs Laiendarsteller überzeugen durch Authentizität. Sie sind wirklich Kinder der Strasse. Zwölfjährige laufen mit schwarzen, wackligen Zähnen und völlig vernarbt durch die Welt, sie schlagen sich mit anderen Gangs und schnüffeln Klebstoff, bis sie sich so weggeblasen haben, dass die Grafitis von der Wand gegenüber sich mit Leben füllen. Da werden die Strichmännchen dann lebendig und laden ein zur Fahrt aufs blaue Meer, zur Insel mit den zwei Sonnen. Trotz der harten Realität auf der Strasse, die Nabil Ayouch in seinem Film beschreibt, haben die Jungs das Träumen nicht verlernt. Nachts liegen sie gemeinsam auf dem Boden im Hafen. Dann stellen sie sich vor, dass sie in einem richtigen Haus wohnen, mit Bad und Küche und Schlafzimmer. Und sie treffen Absprachen, wo sich welcher Raum befindet.

    Ayouch gelingt es, die harte Realität so mit der märchenhaften Ebene zu verbinden, dass dabei mehr realistisches Märchen als märchenhafter Realismus entsteht. Das nimmt der Geschichte nicht ihre Härte, aber es gibt ihr zusätzliche Hoffnung.

    Ihre Freundschaft ist das Wichtigste was Kouka, Omar und Boubker haben. Und durch ihre Freundschaft zu Ali, die über seinen Tod hinausgeht lernen die anderen, durch die Fantasie Alis die Insel mit den beiden Sonnen zu entdecken. Ein märchenhaftes Ende für einen märchenhaft schönen Film.

    Nana A.T.Rebhan
    arte tv




    Der afrikanische Alltag dringt in die Kinosäle ein

    In Ouagadougou fand vom 24. Februar bis am 3. März das 17. Panafrikanische Filmfestival statt - auffallend häufig standen Menschen am Rande der Gesellschaft im Zentrum des Geschehens.

    «Donnez-moi un cadeau! Donnez-moi dix francs pour le manger!» Wer durch Ouagadougou schlendert, den Markt erkundet oder sich an einer der unzähligen Buden am Strassenrand verpflegt, kommt nicht um sie herum: behinderte oder verarmte Menschen, nicht selten Mütter mit einem Baby auf dem Rücken, einem zweiten auf dem Arm, die um eine milde Gabe bitten. Daneben sind die vielen Kinder, die sich, eine leere Konservenbüchse umgehängt, eine Mahlzeit zusammenbetteln. Sie alle erinnern die fröhlichen Festivalbesucher aus aller Welt immer wieder daran, wo sie sich befinden: In Afrika eben, wo ein voller Bauch keine Selbstverständlichkeit ist und der regelmässige Schulbesuch ebenfalls nicht.

    Doch am diesjährigen «Festival Panafricain du Cinéma» (Fespaco) in Ouagadougou war die Armut auch in den Kinosälen präsent. Auffallend häufig standen randständige Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, im Zentrum der am Wettbewerb beteiligten Filme. Schliesslich waren es die Strassenkinder von Casablanca, die - ganz entgegen ihrer bitteren Realität - zuoberst auf dem Podest standen. Der grosse Preis, L'Etalon de Yennenga, ging an «Ali Zaoua», einen Film des marokkanischen Regisseurs Nabil Ayouch. Damit hat nicht wie vor zwei Jahren eine Komödie («Pièces d'Identités» des kongolesischen Mwézé Ngangura) das Rennen gemacht, sondern im Gegenteil, ein sehr ernster, ja trauriger Film. Er erzählt die Geschichte des Strassenbuben Ali, der bei einer Auseinandersetzung zwischen Strassenbanden von einem Stein tödlich getroffen wird. Zurück bleiben seine drei Freunde, mit denen er alles geteilt hatte. In ihrer Verzweiflung haben sie nur ein Ziel: Ali wenigstens in Würde zu bestatten. Zu Hilfe kommt ihnen dabei ein alter Seemann, mit dem Ali eine tiefe Freundschaft und den Traum, dereinst auf See zu gehen, verbunden hat.

    Dieser Mann, selber ein Aussenseiter, gibt den trauernden Kindern etwas Lebensmut zurück, schon dadurch, dass er sich für sie interessiert, sich um sie kümmert. Der Strassenbub Omar ist es, der Alis verbitterter Mutter, einer Prostituierten, das Herz öffnet. Er erreicht es, dass sie sich mit ihrem verlorenen Sohn versöhnt - wenn auch erst nach seinem Tod. Eine traurige Geschichte mit Lichtblicken, ein engagiertes Plädoyer für mehr Verständnis und Respekt gegenüber diesen in der Gosse lebenden Kindern, die - wie andere Gleichaltrige auch - Träume und Lebensziele haben und ein Recht auf Menschenwürde.

    www.ebund.ch 10.03.01 katharina schindler



    Ali Zaoua - Auf den Strassen von Casablanca

    Drama (Marokko/Frankreich/Belgien 2000, 100 Min., frei ab 12). Regisseur: Nabil Ayouch. Mit Adelhak Zhayra, Hicham Moussoune u.a.

    Die Story: Ali Zaoua (Adelhak Zhayra), ein marokkanisches Strassenkind, wird beim Kampf mit einer feindlichen Bande getötet. Zeit seines kurzen Lebens hat der verdreckte Junge im abgewetzten Piraten-T-Shirt davon geträumt, ein Seemann zu werden und die Insel mit den zwei Sonnen zu finden, von der ihm früher vorgelesen wurde. Jetzt beschliessen seine drei Freunde, ihn nicht in der Gosse liegen zu lassen, sondern Ali wie einen König zu begraben.

    Der Regisseur: Der französisch-marokkanische Regisseur Nabil Ayouch begleitete für seinen zweiten Kinofilm zwei Jahre Streetworker in Marokko, um das Leben auf der Strasse zu verstehen.

    Die Stars: Die vielen Kinder, die in Ayouchs Film das spielen, was sie sind: Strassenkinder. Schon die vernarbten Gesichter der 10- und 12-Jährigen beweisen das harte Leben.

    Internationale Kritik: Ein kleiner Lichtstrahl durchzieht den ganzen Film, der mit einer hoffnungsvollen Note endet. (La Presse)

    BZ-Wertung: Teilweise mit dokumentarischem Touch, teilweise mit märchenhaften Zwischenspielen erzählt Ayouch die Odyssee dreier Strassenkinder, die einen der ihren würdig begraben wollen und es letztendlich auch schaffen. Ein Film über Sehnsüchte und die raue Wirklichkeit, der durch die schauspielerische Leistung der echten Strassenkinder bewegt.

    BZ Berlin Heike Neubrand


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