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Marokko UNESCO Welterbestätten in Marokko Medina von Tétouan en français |
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Stadtarchitektur durch den Einfluss andalusischer Emigranten des 15. Jh., Mauren und Juden, geprägt; eine der am besten erhaltenen Altstädte Marokkos mit Souk, Grosser Moschee, Stadttoren wie dem Bab el Oqla und dem Bab Sebta sowie dem Dar el Makhzene, nahe dem Mittelmeer, am Schnittpunkt zwischen Ceuta, Tanger und Chechaouen. Einst Bindeglied zwischen Nordafrika und Andalusien sowie ein Beispiel für die Stadtarchitektur nach der Reconquista am Ende des 15. Jh. Tétouan marokkanische Stadt am Fuss des Rifgebirges, östlich von Tanger, 367'000 Einwohner; Kalifenresidenz, arabische Kunstakademie; ummauerte Altstadt (Medina; Weltkulturerbe seit 1997) mit Kalifenpalast (17. Jahrhundert) und zahlreichen Moscheen; Leder-, elektrotechnische, Textil-, Fisch-, Kork- u. a. Industrie, Marktzentrum für das westliche Rif mit Oliven- und Obstanbau; Fremdenverkehr; Flugplatz. In der Nähe Reste der römischen Siedlung Tamuda; 1912-1956 Hauptstadt des ehemaligen Spanisch-Marokko. Geschichte Etwa 5 km nördlich des antiken Tamuda oppidum wurde Tétouan im frühen Mittelalter gegründet. Im 13. Jh. legten die Meriniden eine Kasbah an, die Sultan Abou Thabit 100 Jahre später gegen Angriffe des benachbarten Ceuta ausbaute. Tétouan entwickelte sich zum Seeräubernest und erlangte rasch wirtschaftlichen Aufschwung. Die andauernde Gefährdung der Seewege veranlasste jedoch König Heinrich III. von Kastilien, 1399 die Stadt anzugreifen und zu zerstören. Teile der Bevölkerung wurden nach Spanien verschleppt. Die spanische Reconquista vertrieb im 16. Jh. zahlreiche Juden und Muslime aus Andalusien, einige von ihnen liessen sich in Tétouan nieder und brachten es mit Hilfe von Piraterie zu neuerlichem Wohlstand. Unter Moulay Ismail (1672-1727) erlebte die Stadt dann dank ausgedehnter Handelsbeziehungen zu Europa ihre grösste Zeit. Im 19. Jh. besetzten die Spanier Tétouan gleich zweimal und machten es 1913 zur Hauptstadt des spanischen Protektorats, das bis 1956 Bestand hatte. Besichtigung Von Tanger kommend, sollte man an der Abzweigung nach Tétouan einen kurzen Halt einlegen. Bei klarem Wetter macht der Anblick der malerisch an den nordwestlichen Ausläufern des Rifgebirges gelegenen 'weissen Taube' Lust auf eine ausgiebige Stadterkundung. Über die Zufahrtsstrasse gelangt man auf direktem Weg ins Zentrum. An der belebten Place Hassan II. laden zahlreiche Restaurants und Cafés zu einer Erfrischung ein. An der Ostseite des Platzes, an die Medina grenzend, erhebt sich der im 17. Jh. unter Moulay Ismail errichtete Königspalast Dar el-Makhzen. Wenn der König in Tétouan weilt, nächtigt er in dem prächtigen, im spanisch-maurischen Stil gehaltenen Palast. Eine Besichtigung ist nicht möglich. Die Place Hassan II. ist Ausgangspunkt für Unternehmungen in alle Himmelsrichtungen. An der südlichen Begrenzung des Platzes befindet sich der Zugang zur Mellah, dem jüdischen Viertel. 1492, nach dem Fall Granadas, liessen sich viele aus Spanien geflohene Juden hier nieder. Die Mellah in ihrer heutigen Form stammt jedoch im Wesentlichen aus dem 19. Jh. Bei einem Spaziergang durch die andalusisch geprägten Gassen fällt auf, dass die Wohnhäuser im Gegensatz zu den stets nach innen gekehrten Häusern arabischer Viertel auch auf der Strassenseite grosse Balkone sowie vergitterte Fenster und Erker besitzen. Die Synagogen der Mellah, die Grosse Synagoge, die Synagoge Hayn Abdurhan und die Synagoge Benhuali, stehen auch andersgläubigen Besuchern offen. Durch das Bab er-Rouah (Tor der Winde) an der südöstlichen Ecke der Place Hassan II. gelangt man in den islamischen Teil der Medina, die zeitgleich mit der Mellah von Flüchtlingen aus Al-Andalus gegründet wurde. Aufgrund ihres guten Erhaltungszustands zählt sie zu den schönsten Altstädten Nordmarokkos, wenngleich ihr herausragende Sehenswürdigkeiten fehlen. Dafür warten die Gassen mit einigen malerischen Märkten auf, dem Souk el-Houts, dem Fisch- und Lebensmittelmarkt, und dem Gharsa el-Kebira, dem ehem. Stoffmarkt, auf dem heute Trödelhändler ein vielfältiges Warenangebot offerieren. Ihre kleinen Werkstätten sind zumeist direkt neben den Verkaufsläden untergebracht. Die Frauen aus dem Rif sind mit ihrer traditionellen Kleidung, hell gestreiften Gewändern und riesigen Strohhüten, zwar eine Attraktion für Touristen, doch ist beim Fotografieren immer Zurückhaltung angebracht, die Berber-Frauen selbst verstehen sich nicht als Fotomodelle. Die kleine, mit Blumen geschmückte Place Ouassa zählt zu den schönsten Plätzen der Medina. Der Brunnen in der Mitte ist mit Kacheln verkleidet. Von hier aus ist es nicht weit zur östlich gelegenen Grande Mosquée aus dem 18. Jh., zur benachbarten Karawanserei, dem Fondouk Najjar und zur Zaouia Nsiria aus dem 17. Jh. In südlicher Richtung erreicht man das Bab Okla, in dessen Nachbarschaft, in einer ehem. Bastei der Stadtmauer, das Musée d'Art Marocain untergebracht ist (tgl. ausser Di und So 9-12 und 14-18 Uhr). Das Museum beherbergt eine reiche Sammlung von kunsthandwerklichen Gegenständen aus Nordmarokko, insbesondere der Rifregion - Möbel, Kleidung, Musikinstrumente. Ebenfalls am Bab Okla beheimatet ist die 1925 gegründete Kunsthandwerksschule Ecole des Métiers et d'Arts Traditionnels mit Werkstätten und einer Verkaufsausstellung, die äusserst günstige Preise bietet. Hier kann man sich über die Herstellung traditionellen und modernen Kunsthandwerks informieren. Westlich der Place Hassan II., an der Place Aljala, befindet sich das Musée Archéologique (tgl. ausser Di und So 9-12 und 14.30-17.30 Uhr). Die Sammlung bewahrt regionale Exponate aus prähistorischer sowie punischer und römischer Zeit. Eine umfangreiche Bibliothek ist dem Museum angeschlossen. Die benachbarte Hauptachse der Neustadt, Avenue Mohammed V. , bildet zusammen mit den angrenzenden Strassen und der Place Moulay el-Mehdi das moderne Geschäftszentrum. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Hotels und Restaurants. Quelle: www.wissen.de Medina of Tétouan (formerly known as Titawin) Inscribed :1997 Justification for Inscription: Report of the 21st Session of the Committee Brief description: Tétouan was of special importance in the Islamic period, from the 8th century onwards, since it served as the main contact between Morocco and Andalusia. After the Reconquista the town was rebuilt by refugees from that region after being sacked by the Spanish. This is well illustrated by its architecture and art, which have strong Andalusian influences. It is one of the smallest of the Moroccan medinas, but it is unquestionably the most complete and is largely untouched by subsequent external influences. Öffne deine Augen Im Grunde verdanken wir dieses Kulturdenkmal der Zerstörung des früheren Titawan durch die Spanier; was nach ihrem Abzug trotzig aus dem Sand gestampft wurde, wuchs zur Medina heran, dem einzigartigen Kern einer wiedererblühenden Stadt, die von andalusischen Emigranten des 15. und des 17. Jahrhunderts, vor allem Mauren und Juden, geprägt wurde. Sie schufen das pulsierende Herz der lebhaften Oase zwischen Wüste und Küste, und so finden wir heute neben der modernen Kulturmetropole mit Museen und Häusern im Stil der Art déco eine der am besten erhaltenen Altstädte Marokkos vor: Architektonische Perlen sind der Markt der Berber, die Grosse Moschee, die Stadttore wie das Tor der Königin. Ein Gewirr von Gassen und Winkeln, vorbei an Moscheen und Brunnen, durchzieht die Altstadt bis hin zum neuen königlichen Palast. In diesem residierten einst die spanischen Statthalter, nachdem sie die Stadt besetzt und sie zur Hauptstadt Spanisch-Marokkos ausgerufen hatten. Die Tochter Granadas, von den Berbern Öffne deine Augen genannt, war für Spanien die Brücke in die Welt der Berber, ein magischer Ort und zugleich Thronsitz der Kalife. Alle Herren über die Stadt mühten sich, sie zu verstärken und noch eindrucksvollere Kirchen und Gebäude zu errichten. Diese marokkanische Stadt ist ein multikultureller Ort: Die von der Inquisition verfolgten Juden und Muslime fanden hier Zuflucht und sichere Aufnahme, obgleich ihnen ihre Widersacher mit der spanischen und portugiesischen Flotte dicht auf den Fersen waren. Heinrich III., König von Kastilien, liess zur Abschreckung ein Blutbad anrichten, das den heiligen Krieg gegen die Ungläubigen auslöste. Zur Vergeltung schickten die christlichen Herrscher Kreuzritterheere gegen die Barbaren - ein mörderisches Hin und Her, das die Stadt prägte. Was als Berbersiedlung begann, wuchs unter der Herrschaft der Meriniden zur ersten befestigten Oase zwischen den Sandmeeren heran, die vielen Flüchtlingen zum rettenden Ufer wurde: aus Europa vertriebenen Muslimen, andalusischen Emigranten aus Granada, ausgewiesenen Mauren und nicht zuletzt zahllosen Juden, die hier siedelten und deren mehr als 250 Jahre alte Synagoge bis heute ein mahnendes steinernes Zeugnis ist. Damals hob sich Tétouan architektonisch bereits wohltuend von anderen Städten der Region ab, so auch von Marrakesch und seinen luxuriösen Prunkpalästen, vom verbauten Meknès und erst recht von Ceuta, das als hässliche Perle des Mittelmeeres verspottet wurde. In den letzten eineinhalb Jahrhunderten erlitt Tétouan das Schicksal vieler Städte Afrikas - ein Kommen und Gehen der Besatzer: Spanischen Truppen folgten die des deutschen Kaisers Wilhelm, der damit Franzosen und Briten den Appetit verderben wollte, und auf diese folgten wieder die Spanier, die bis 1956 blieben und die Tochter Granadas zur Hauptstadt ihres Protektorats erwählten. Ein Ende fand diese Fremdherrschaft mit der Ausrufung der Unabhängigkeit durch Sultan Mohammed ben Youssef, der sich als Mohammed V. zum König krönen liess. Beim Gang durch die malerischen Gassen der Medina vergisst man den Streit der Gelehrten, ob Marokko nicht immer ein Land der Berber statt der Araber war. Nach den Zuströmen schwarzer Sklaven, Glaubensabtrünniger oder politischer Renegaten, christlicher Söldner und Händler wurde die Stadt von einem bunten Menschengemisch bewohnt. Und all diese Neuankömmlinge brachten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Gestaltung des städtischen Lebens ein: kunstvoll gekachelte Stadtpalais, geschwungene Balkons mit künstlerisch verzierten Gittern, zahllose prächtige Details - andalusisch, maghrebinisch und arabisch. Tétouan vereinigt die Vielfalt der Kulturen, die der Juden und Muslime, der Freibeuter und Sultane, der Künstler und Kaufleute. Noch immer bevölkern Färber und Gerber die Gassen der Altstadt, Vertreter altehrwürdiger Handwerks- und Händlerberufe; viele kommen wie einst aus dem Rif-Gebirge. Und nicht nur auf dem Souk el Houdz, dem Markt der Berber, gilt das Motto: Öffne deine Augen. Norbert Ney, Jg. 1951, Tätigkeit als freier Autor, Reiseschriftsteller, Journalist und Fotograf für Tageszeitungen, Rundfunkredaktionen, Agenturen und Verlage, Veröffentlichungen zum Reisen von Island bis New Orleans Rundgang Der Place Hassan II. bildet den Mittelpunkt des Ortes und verbindet die Alt- mit der Neustadt. Hier spielt sich das Leben der Stadt ab. Man bekommt die ersten Eindrücke vom orientalischen Leben. Ein munteres Treiben, bunte Trachten, Stimmengewirr und die unterschiedlichsten Düfte erwarten Sie. An der Nordseite des Platzes erhebt sich eine kleine Moschee, gegenüber liegt der ehemalige Sitz der spanischen Protektoratsregierung und das jetzige spanische Generalkonsulat. Prachtvoll ist der sich nördlich vom Platz Hassan II. anschliessende Sultans-Palast Dar el Makhzen. Im 17. Jh. erbaut, war er Sitz des Kalifen. In der Mellah, dem Judenviertel, siedelten sich die aus Spanien geflüchteten Juden 1492 an. Die neue Mellah in ihrer jetzigen Form liess 1807 Sultan Suleiman errichten. Sie hat ein typisch andalusisches Gepräge, aber auch die für die Judenviertel, im Gegensatz zu arabischen Häusern typischen Balkone, Überdachungen, Fenster und Erker an der Strassenseite. In der Mellah gibt es drei Synagogen: Die Grosse Synagoge, die Hayn Aburdarhan Synagoge und die Synagoge Benguali, die alle besichtigt werden können. Durch das Tor der Winde, das Bab er Rouah, gelangt man in die Medina. In der Medina von Tétouan sind alle Handwerkszweige, angefangen vom Kupfer- und Silberschmied, den Tischlern, Gerbern, Töpfern, Babuschenmachern bis zu den Schneidern zu finden. Vom Place Ousaa aus erreicht man die Grosse Moschee aus dem 18. Jh., das benachbarte Foundouk en Najjar und die Zaouia en Nasiria aus dem 17. Jh. Nordöstlich davon erhebt sich die Moschee Saidi, deren Minarett mit glasierten Fliesen und Ziegelmosaik geschmückt ist. Im Nordwesten, erhaben über der Medina, liegt die Kasbah aus dem 17. Jh., deren erste Bauten aber auf das 13. Jh. zurückgehen. In der Nähe der Handwerksschule, in der Festung des Sultans Moulay Abderrahmane liegt das Ethnographische Museum. Vor allem volkskundliche Objekte aus dem Norden und der spanisch-andalusischen Zeit wie Möbel und Kleider, Musikinstrumente und eine komplette Brautsänfte sind hier zu besichtigen. Vervollständigt wird die Ausstellung durch eine Waffensammlung. Interessant für Kulturfreunde ist das Archäologische Museum in der Neustadt mit Funden aus den Ruinen von Tamuda und Lixus (3. oder 4. Jh. vor Chr. aus der punisch-berberischen und römischen Zeit) und einer kompletten Nachbildung des Cromlech von M'Soura. ![]() |
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