|
memo |
|
Toskana – Die südliche Maremma |
Die Maremma ist ein sehr abwechslungsreiches Reiseziel. Sie hat eine steile Felsküste mit malerischen Buchten, die sich mit langen Sandstränden abwechseln. Hier finden sich gleichzeitig Einsamkeit und Menschen-Rummel, wie in den Hafenorten Porto Santo Stefano oder Porto Ercole. Mehr als Florenz und Siena Die südliche Maremma gehört zur Toskana, ist aber nicht vergleichbar mit dem Herzstück, der «Edeltoskana» zwischen Florenz und Siena. Erst allmählich ist auch dieser entlegene Teil zum Urlaubsland geworden. Über der Maremma lag lange Zeit der Fluch einer malariaverseuchten Sumpfgegend. Erst um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts konnte das Malariafieber aus dieser Region endgültig verbannt werden. Saturnia mit seinen warmen Schwefelquellen war immer gut besucht und schon bei den Römern ein beliebter Badeort. «Maremma Amara», bittere Maremma, heisst es in einem alten Volkslied. Die Maremma war ein armes gemiedenes Land. Seitdem die Maremma zu einem, vor allem bei Italienern, immer beliebter werdenden Urlaubsziel geworden ist, zieht auch in die kleinen Gassen der Städtchen der Tourismus ein. Dennoch hält man sich mit dem Fremdenverkehr etwas mehr zurück als in der übrigen Toskana. Exzellente Reiter und Viehhüter Alles, was die Maremma kennzeichnet, findet man in ihrem Naturpark wieder: Riesige Weideflächen, auf denen Rinder und Pferde in freier Wildbahn leben. Bewacht von so genannten «Butteri», exzellenten Reitern und Viehhütern. Hinter den Weideflächen befinden sich bewaldete Berge, in denen sich alte Klosterruinen verbergen, mit Blick auf schöne Sandstrände und die Insel Giglio. Mittelalterliche Städtchen Verlässt man die Ebene an der Küste, kommt man auf kurvigen Strassen zu den Weinbergen im Landesinnern. Im Hinterland lohnt sich ein Besuch der mittelalterlichen Städtchen, die hoch oben auf Tuffsteinfelsen angesiedelt sind. Monte Merano heisst einer dieser Orte, von dessen Dächern aus man über das weite Hügelland blickt. All diese Orte haben neben ihrem historischen Ortsbild und den archäologischen Stätten aus der Zeit der Römer und Etrusker eine köstliche Küche zu bieten, mit hausgemachter Pasta und Wildschweingerichten aller Art. Die Köche beginnen auch in der Maremma nach den Sternen zu greifen. Und locken für ein paar Stunden eine reiche Klientel in die mittelalterliche Kulisse, die noch vor wenigen Jahren sich selbst überlassen war. Sorano Das aus dunklem Tuffstein erbaute Städtchen liegt auf Terrassen, die in das offene, felsige Tal des Lenta-Flusses geschlagen sind. Vermutlich ist auch dieser Ort etruskischen Ursprungs, zumindest der Name Soranus weist aber auf das Römertum hin. Über die Häuser erhebt sich der sog. «Masso Leopoldino», ein hoher Tuff-Felsen mit Aussichtsterrasse, von der man den ganzen Ort überblicken kann. Der Felsquader wurde nach Grossherzog Leopold II. benannt, der den massiven Felsblock Ende des 18. Jahrhunderts glätten liess. Eine Burganlage aus dem 14. Jahrhundert zeigt die wehrhafte Vergangenheit. Savona Von Sorano führt der Weg nach Savona. Nur knapp 100 Einwohner leben im Dorf und doch gibt es viel zu entdecken. Man darf nicht die grossen Attraktionen erwarten. Aber jede verwinkelte Gasse, durch die manchmal ein Mensch gerade so hindurch passt, führt zu neuen Entdeckungen. Mal ist es eine Wand mit den Wappen der Medici, oder auch die kleine, aussen schmucklose Kirche Santa Maria. Im Innern steht ein Altarbaldachin aus weissem Marmor. Das Ziborium stammt aus dem 9. Jahrhundert und ist damit das Älteste der Toskana. Und manchmal landet man in den engen Gassen auch schlicht bei einem gemütlichen Restaurant, in dem man dann zum Beispiel die maremmanische Spezialität Acquacotta (Gemüsesuppe mit Ei + Käse) probieren kann. ![]() |