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Bern Geschichte Neues Schloss Interlaken Ehemalige Kloster und Schloss Interlaken Östlich der Höhematte befindet sich der ehemalige Klosterbereich mit Schloss und Schlosskirche (links die katholische, rechts die protestantische Kirche). Das Augustinerkloster wurde erstmals 1133 urkundlich erwähnt. In den ersten 100 Jahren seines Bestehens war das Kloster eine wirtschaftliche Grossmacht mit viel Grundeigentum. Nach der Reformation (1525) ging der ganze Klosterbesitz an den Staat Bern über. Das Kloster wurde in ein Spital umgewandelt, die Klosterkirche diente als Weinkeller, Kornspeicher und Wagenschopf. Erst 1841 fanden wieder katholische, ein Jahr später anglikanische Gottesdienste für die Touristen statt. Die Protestanten von Interlaken mussten bis zum Bau der neuen katholischen Kirche (1908) nach Gsteig bei Wilderswil zur Predigt reisen. Der Kirchturm der ehemaligen Klosterkirche stammt noch aus dem frühen 14. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der gotische Kreuzgang im ehemaligen Klosterhof mit der Kapelle (1452). In der ehemaligen Propstei befindet sich heute die Zinnfiguren-Ausstellung. Das heutige Schloss von 1748, Standort des früheren Klosters und später Landvogtei, ist jetzt der Sitz der Regierungsstatthalters, verschiedener Ämter und des Gerichts. Neues Schloss Interlaken Anstelle von Konventwestflügel und Wirtschaftsbauten 1748–51 nach Gesamtkonzept von Albrecht Stürler. Bei seinem Tod 1748 fehlten die Aufrisspläne noch; Emanuel Zehender setzte das räumlich-volumetrisch eindrückliche Konzept Stürlers in eher trockener Formensprache um. Grosszügige Hufeisenanlage «entre cour et jardin». Siebenachsiges verputztes Hauptgebäude, gegliedert durch schlichte Lisenen; Walmdach. Einachsige, zurückgesetzte Verbindungstrakte mit Rundbogen-Durchfahrten. Zweigeschossige Seitenflügel mit Mansardwalmdach. Wappenkartusche über Haupteingang aus der Berner Funk-Werkstatt. Geräumiges dreiläufiges Treppenhaus. Vom 1750 angelegten Garten haben sich Teile der auf das Schlossportal zuführenden Lindenallee erhalten; südliche Gartenparterre 2001 vereinfacht rekonstruirt. Kunstführer durch die Schweiz – Band 3 – 1. Auflage © 2006 Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 4,5 Millionen für Schlossumbau Die kantonale Verwaltung muss sich reformieren, die Standorte der verschiedenen Ämter werden neu verteilt. Der Regierungsrat hat nun dem Grossen Rat einen Kredit für eine Sanierung des Schlosses Interlaken beantragt. Das Schloss Interlaken mit seinen unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden wird renoviert. Das bestätigt der zuständige Projektleiter des Kantons, Eugen Wagner. Gemäss einer Mitteilung von gestern beantragt dafür der Regierungsrat des Kantons Bern dem Grossen Rat für Umbau und Sanierung einen Kredit von 1,35 Millionen Franken. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Franken. Grund für diese baulichen Massnahmen: Mit der Reform der dezentralen kantonalen Verwaltung werden die verschiedenen Ämter im Schloss konzentriert. Dazu gehören Regierungsstatthalteramt, Grundbuchamt, Zivilstandsamt mit Ausweiszentrum, Betreibungs- und Konkursamt sowie die Abteilung für Naturgefahren und die Waldabteilung. «Dazu müssen die historischen Gebäude saniert und umgebaut werden», sagt Wagner. So kommt etwa die Waldabteilung in das unbenutzte Bezirksgefängnis. Die heute noch bestehenden Wohnungen im neuen Schloss stehen bald leer, hier wird künftig das Amt für Naturgefahren komplett einziehen. Das Grundbuchamt bleibt am alten Ort bestehen, ebenso das Regierungsstatthalteramt. Bestehen bleibt auch das Bezirkskreisgericht, allerdings nur bis ins Jahr 2011, dann wird es in Thun einen neuen Platz finden. «Wir erhalten mehr Mitarbeiter und brauchen deshalb mehr Platz», sagt Wagner. Grund: Das Zivilstandsamt wird von Meiringen nach Interlaken verlegt, die dortigen Räumlichkeiten werden vermietet. Die Sanierung des Schlosses erfolgt behutsam, die Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Die Bauarbeiten würden nach dem Grossratsbeschluss im Juni beginnen und bis zum Jahreswechsel beendet sein, sagt Wagner. Alle Ämter bis auf das Zivilstandsamt (dieses zieht in die Räume des Kreisgerichts) werden spätestens Januar 2010 umziehen. Von Fritz Lehmann ![]() ![]() |