g26.ch

HOME
EVENTS
MUSEEN
GALERIEN
BIOGRAPHIEN
G26.CH NEWS
BLACKBOARD
BERN INFO
KUNST

Google
Web g26.ch















Bern Geschichte

Schloss Oberhofen

Schloss Oberhofen am Thunersee Geschichte: Der mächtige Bergfried der einstmaligen Wehrburg Oberhofen entstand wohl im frühen 13. Jh. Sie gelangte im 14. Jh. an die Habsburger. Nach der Schlacht von Sempach besetzten bernische Truppen Oberhofen. Bald gingen Burg und Herrschaft an das bedeutende Geschlecht der Scharnachthal über, hernach an andere bernische Geschlechter. Von 1652 bis 1798 Landvogteisitz und zum Schloss ausgebaut, gelangte der Bau 1801 in Privatbesitz. Unter den neuenburgisch-preussischen Grafen von Pourtalès erfolgten um die Mitte des 19. Jh.s bedeutende Umgestaltungen. 1940 errichtete der amerikanische Rechtsanwalt William Maul Measy die Stiftung Schloss Oberhofen. 1954 wurde hier ein Filiallmuseum des Bernischen Historischen Museums eröffnet. Schlosspark Historischer Landschaftsgarten mit exotischen Gehölzen am Seeufer. In Schlossnähe Rosengarten und Blumenparterres.

Am 1. Januar 2009 trennten sich das Historisches Museum und das Schloss Oberhofen. Eine stärkere Verwurzlung des Schlosses in der Region soll neue Chancen schaffen. Der neue, achtköpfige Stiftungsrat der SSO unter der Leitung von Ständerat Werner Lunginbühl setzt sich ein für den Erhalt von Schloss und Parkanlage.



  • Schloss Oberhofen am Thunersee (Hermann v. Fischer)
  • Grundriss Erd- und Obergeschoss
  • Schloss Oberhofen (Michael Stettler)
  • «Die Feudalherren wussten, wo es am schönsten ist»
  • Schlosspark im Wandel
  • Historische Gärten, Gartenkunst
  • Abbildung
  • Schloss Oberhofen (Wikipedia)
  • Oberhofen am Thunersee (Wikipedia)
  • Thunersee (Wikipedia)
  • Michael Stettler
  • Historisches Museum Bern (siehe Zweigstelle Oberhofen)
  • Burgen und Schlösser (HLS)
  • Gemeinde Oberhofen
  • Le château de Oberhofen (Fotos)
  • Panoramabilder
  • Schloss Hünegg Hilterfingen



    Schloss Oberhofen am Thunersee

    Der Verweis zu Abbildungen bezieht sich nur auf die Print-Ausgabe.
    Ziffern in eckigen Klammern siehe Grundriss Erd- und Obergeschoss.


    Besitzverhältnisse

    Die Geschichte dieses Schlosses beginnt mit dem Geschlecht der freien Herren von Oberhofen. Seilger von Oberhofen gründet um 1130 das Kloster Interlaken. Werner, sein Neffe, lebt um 1175 und ist der letzte seines Geschlechtes. Die Erbtochter Ita von Oberhofen wird um 1200 durch Herzog Berchtold V. von Zähringen mit Walter von Eschenbach aus dem Zürichgau vermählt. Oberhofen bleibt über ein Jahrhundert in dieser Familie. Der gleichnamige Urenkel des ersten Eschenbach auf Oberhofen, Walter, tritt seine Güter 1306 an Österreich ab, wozu er vermutlich durch König Albrecht I. von Habsburg gezwungen wird. In der Folge gehört er zu den Königsmördern, die Albrecht 1308 bei Windisch umbringen, und flieht nach Württemberg, wo er nach der Sage als armer Schäfer sein Leben beschlossen haben soll.

    Als Faustpfand ist Oberhofen seit 1309 im Besitz des österreichischen Adels: des Grafen von Strassberg, Feind der Eidgenossen bei Morgarten, der Herren von Weissenburg, der Freiherren von Brandis, Gauenstein, Felschen, zuletzt der Edlen von Zollern. Bei Sempach findet Herzog Leopold III. von Österreich 1386 den Tod. Bern besetzt nach der Schlacht Oberhofen und Unterseen und löst nach Abfindung der übrigen Pfandbesitzer 1397 auch die Burg und Herrschaft Oberhofen von Graf Friedrich von Zollern ein.

    Bern verkauft Oberhofen 1398 seinem Schultheissen Ludwig von Seftigen und dessen Schwester Antonia von Scharnachthal. Als letzter des Geschlechtes stirbt sein Sohn Anton 1419. Franz von Scharnachthal, Vetter und Erbe Antons, empfängt zusammen mit seinem Halbbruder Heinzmann von Scharnachthal 1421 Oberhofen im Namen des Reichs von der Stadt Bern als Mannslehen. Während zwei Jahrhunderten verbleibt Oberhofen dem stolzen Geschlecht mit dem schwarzen Turm im Wappen. Conrad, 1406-1472, erzogen am Hofe des Herzogs Amadeus von Savoyen, kehrt nach abenteuerlichen Fahrten als Ritter vom Heiligen Grab nach Bern zurück und stirbt ledig in seinem Sässhaus in Thun. Sein Vetter und Erbe, Niklaus II., Heerführer der Berner bei Héricourt 1474, bei Grandson und Murten 1476, gehört mit Adrian von Bubenberg vom Goldenen Hof in Spiez am andern Ufer des Wendelsees zu den glänzendsten Häuptern Berns in schwerer Zeit. Dessen Urenkel, Niklaus III., trifft das harte Schicksal, zwei Gemahlinnen und elf Kinder ohne einen einzigen Enkel zu überleben und als letzter seines Stammes 1590 zu sterben.

    Oberhofen geht an seine vier Neffen Theobald, Samuel, Albrecht und Hans von Erlach über. Durch Erbschaft gelangt es an Franz Ludwig von Erlach, Schultheiss von Bern, der in seiner Hand die Schlösser Spiez, Schadau und Oberhofen vereinigt. Er stirbt kinderlos 1651. Bern zieht nun kraft des Heimfallrechts die Herrschaft Oberhofen an sich zurück und errichtet 1652 eine Bernische Landvogtei. Bis zum Untergang des alten Bern 1798 residieren 27 Landvögte im Schloss.

    Der Thuner Alt-Ratsherr Peter Knechtenhofer, aus der Familie der Begründer der Dampfschiffahrt auf dem Thunersee, ersteigert sich 1801 die zur Zeit der Helvetik dem Kanton Oberland einverleibte Liegenschaft um 12'000 Pfund. Von seinen Neffen geht sie 1830 an den damaligen Regierungsstatthalter in Interlaken, Franz Friedrich von Lerber, über.

    Dessen Witwe, Adele Louise, geb. Ougspurger, veräussert 1844 ihre Besitzung an den neuenburgisch-preussischen Grafen Karl Friedrich von Pourtalès-von Castellane Norante. Dieser und sein Sohn, Graf Albert von Pourtalès, königlicher Kämmerer und Preussischer Gesandter in Konstantinopel 1850, verleihen dem Schloss durch Um- und Anbauten seine heutige Gestalt. Durch die Heirat der Tochter des Grafen Albert mit dem Grafen Ferdinand von Harrach kommt Oberhofen in dessen Familie. Von 1818 bis 1925 ist Graf Hans von Harrach Besitzer von Oberhofen.

    Nach dem ersten Weltkrieg erwirbt der amerikanische Rechtsanwalt William Maul Measey aus Pennsylvanien das Schloss (1926), unterhält es mustergültig und lässt dem Park seine besondere Liebe angedeihen. 1940 veranlasst Mr. Measey die Errichtung einer Stiftung Schloss Oberhofen, wodurch 1952 Schloss und Park in die dauernde Obhut des Bernischen Historischen Museums gelangen, das 1954 hier ein Filialmuseum eröffnet.

    Baugeschichte

    Bergfried aus dem 12. Jh., vierseitig kubisch umgeben vom mittelalterlichen Wohnbau (Palas). Schlosskapelle [21] 1473 geweiht. Verliess [7] und darüber Sakristei [22] eingebaut Anf. 16. Jh. Nach 1680 verschwindet das Seetürmchen samt Zugangsbrücke; Anbau des westlich vorgelagerten Wohntraktes unter gebrochenem Walmdach nach Art einer bernischen Campagne.

    1849-1852 durchgreifende Umgestaltung nach Entwürfen von James Colin aus Neuenburg: westseitige Freilegung des Bergfrieds und dessen vollständig neuer Innenausbau; romantische Veränderung der Turmfassade gegen Wessen (vgl. Abb. 1 mit Abb. 2) ; neugotischer Treppenturm zur Kapelle; nordöstlicher Eckturm; Uhrtürmchen; Dachaufbauten mit Blechdekorationen; Fassadenverzierungen; Dependenzgebäude; Zinnenmauern. 1869/70 Ausbau des Dachgeschosses des Südtraktes mit südöstlichem Eckturm nach Plänen von Baumeister Fr. Hopf aus Thun.

    1895 Rekonstruktion des Seetürmchens durch Baumeister Johann Frutiger, Oberhofen. Seit 1954. Rückgewinnung originalen Baubestandes (Burgraum, Schlosskapelle, Sakristei usw.), Einrichtung von Intérieurs aus allen Stilepochen seit dem Mittelalter durch das Bernische Historische Museum unter der Leitung von M. Stettler.

    Rundgang durch Schloss und Park

    Der Zutritt zum Schloss erfolgt vom Schiffländteplatz her durch den Torturm, der mit den Dependenzgebäuden um 1850 erbaut worden ist. Über die Brücke des ehemaligen Wassergrabens gelangt man zum Hauptportal.

    Erdgeschoss

    Aus dem Eingangsraum betritt man rechts das [1] Götterzimmer: Täfer aus der Wende vom 17. zum 18.Jh. in Grisaillemalerei, mit Göttern und Hermen in Nischen über Balustraden, aus dem Bondelihaus Münzrain Nr. 3 in Bern stammend. Durch den Flur rechts in die kleine [2] Vorhalle zum Gartensaal, und in den [3] Gartensaal selbst (Abb. 9). Die Eichenholztäferung mit geschnitzter und vergoldeter Rocailledekoration um 1750, vermutlich aus der Werkstatt der Brüder Funk in Bern, stammt aus dem Rathaus des Äusseren Standes an der Zeughausgasse in Bern (der Äussere Stand war eine gesellige Vereinigung junger Patrizier mit Ziel der Vorbereitung auf den Dienst in den Staatsämtern). Cheminée-Einfassung aus Grindelwaldner Marmor, darüber Spiegel mit Emblem des Äusseren Standes : Affe verkehrt auf Krebs sitzend und durch Spiegel vorwärtsblickend. Typisches Berner Louis XV-Mobiliar, Funk-Pendule aus dem Berner Rathaus. In der Halbrotunde Glasgemälde von 1864 mit Episoden aus der Schlossgeschichte, im Auftrag des Grafen Albert von Pourtalès entworfen von Dr. Ludwig Stantz, Bern.

    Vom Gartensaal führt eine gedeckte Brücke in das [4] Seetürmchen, das Gräfin Helene von Harrach-von Pourtalès 1895/96 am alten Ort neu erbauen liess. Ihr Bildnis über dem Kamin des achteckigen Raumes, der reizvolle Ausblicke auf Schloss, See und Alpen gewährt.

    Gegenüber der Treppe liegt als Erdgeschoss-Saal des Bergfrieds das [5] neugotische Speisezimmer. Das Tonnengewölbe ist mit reichen Stukkaturen von 1852 versehen, in der Mitte Wappenallianz von Pourtalès-von Castellane Norante. Die hölzerne Verkleidung trägt die 1854-1859 von Christian Bühler auf Tafeln gemalte Schlossherrenchronik nach Entwürfen von Dr. L. Stantz.

    Durchgang zum [6] mittelalterlichen Burgraum (Abb. 3). Holzbalkendecke über kräftigem Unterzug mit Sattelhölzern, gestützt von Eichenpfosten, freigelegt 1955. Daneben das ehemalige landvögtliche [7] Verliess. Am Durchgang zum Keller eiserne Tresortüre mit Wappenallianz von Scharnachthal-von Mülinen (2. H. 16. Jh.).

    Erstes Obergeschoss

    Gegenüber der Treppe Aufgang zum [8] Rittersaal (Abb. 5) im Bergfried. Harnische, Stangenwaffen, Schilde, Fahnen aus dem 15.-17.Jh. Kamin mit Wappen v. Diesbach aus Schloss Worb Anf. 16. Jh. Decke aus dem Scharnachthalhof in Thun.

    Vom Rittersaal nach rechts zur [9] Renaissance-Halle; der geschnitzte Wandschrank aus einem Hause an der Junkerngasse in Bern.

    Zutritt zum [10] Erlach-Zimmer (Abb. 8), von Theobald von Erlach 1607 im Schloss Oberhofen eingebaute Holztäferung mit reicher Einlegearbeit (in den Friesen Jagdszenen usw.); nach 1800 verkauft, um 1900 vom Bernischen Historischen Museum erworben, konnte sie 1955 wieder ins Schloss zurückgebracht werden. Über dem Ofen, signiert P. Gnehm 1757, das Bildnis von Erlachs.

    Vorbei an der Haupttreppe, am andern Ende des mit Waffen, Bildnissen und Landschaften geschmückten Korridors, in den Vorraum zu den Intérieurs des 18. Jahrhunderts.

    Links [11] Kinderspielkammer mit Miniaturmöbeln, Puppenwagen, farbigen Tafeln aus alten Bilderbüchern, Spielzeugschrank, Kinderstuhl des Dichters Rudolf von Tavel.

    [12] Salon Louis XV (Abb. 11). Mobiliar mit Wollstickerei aus Gerzensee, bernische Bildnisse von Handmann und Wocher (Mitte 18.Jh.); bemalter Kachelofen (Peter Gnehm zugeschrieben).

    [13] Musikzimmer Louis XVI (Abb. 12). Flügel von Nannette Streicher-Stein 1819, aus Wien. Nyon-Porzellan.

    [14] Landschaftszimmer, um 1700 (Abb. 10). Täfer mit Landschaftsmalereien aus dem Hause Junkerngasse 57 in Bern. Berner Zungenstühle.

    Im Korridor gegen die Haupttreppe links [15] Empire-Zimmer (Abb. 13). Schwarzes Mobiliar aus dem Elfenaugut bei Bern, ehemals im Besitz der Grossfürstin Anna Feodorowna von Russland, geb. Prinzessin von Sachsen-Koburg-Saalfeld, die von 1813 bis 1860 in Bern lebte. Büste ihres Oberhofmeisters, des Berner Arztes Rudolf Abraham von Schiferli. An der Wand Ansichten von St. Petersburg, gestochen und koloriert von Gabriek Lory Vater und Sohn um 1805 (Depositum der Eidgenössischen Gottfried Keller-Stiftung). Empire-Silber von Odiot, Paris.

    [16] Biedermeier-Schlafzimmer (Abb. 14). An der Wand u. a. Silhouetten von Schweizer Studenten an der Universität in Göttingen, Bildnisse von F. N. König und Friedrich Dietler. Bei der Haupttreppe Eingang zum [17] Rauchsalon Napoléon III. (Abb. 15) um 1870. Bildnis des Friedrich v. Pourtalès. Frack des Grafen als Oberstallmeister der Kaiserin Josephine; Kreuzstichbehänge von der Hand der Gräfin v. Pourtalès-v. Castellane Norante. Neben Porträt-Aquarellen von Dietler (1804-1874) frühe Bildnisphotographien.

    Sammlungen

    Neben der Treppe zum Turm [18] Keramik-Kabinett. Erzeugnisse aus den Manufakturen von Heimberg (Thun) aus dem 18./19. Jh. Berner Schliffscheiben, 18.Jh.

    [19] Oberländer Volkskunst. Sammlung alpwirtschaftlicher Geräte mit Flachschnitzereien, Kuhglocken mit ornamentierten Halsbändern, Truhen aus dem Berner Oberland, Scherenschnitte von J. J. Hauswirth.

    [20] Bauernstube. Bauernmobiliar, darunter bemalte Truhen und Bauernbuffet aus dem 18. und 19. Jh. Bäuerliche Bildnisse und Denksprüche.

    [21 ] Kapelle

    1473 von Niklaus II. von Scharnachthal, nachmaligem Anführer des bernischen Feldheeres gegen Karl den Kühnen vor Grandson und Murten gestiftet. Die Wandmalereien stammen aus den Jahren danach.

    Rückseitige Altarwand : Linke Hälfte : U. a. Heiliger Sebastian, Heilige Anna Selbdritt. - Rechte Hälfte : Heilige Königin, Heilige Justina und andere.

    In der Bogenleibung: Mitte: Muttergottes auf der Mondsichel. - Links: Marter der 10'000 Ritter (die Schlacht bei Murten wurde am 10'000 Ritter-Tag geschlagen).- Rechts: Auferstehung der Toten mit Christus, Maria, Johannes dem Täufer.

    In den Bogenzwickeln : Mariä Verkündigung (Abb. 16). Wand links : Anbetung der Heiligen drei Könige, darunter kniend Stifterfamilie des Niklaus II. von Scharnachthal. - Wand rechts : Über dem Stifterwappen von Scharnachthal der Heilige Christophorus mit Christkind (Abb. 17). Links vom Fenster der am Ufer bei der Kapelle mit der Laterne leuchtende Mönch, darunter Heiliger Meinrad (?).

    Die Kapelle wurde 1956/57 restauriert und mit der ehemali gen Orgel aus der Kirche Einigen ausgestattet (um 1800).

    [22] Sakristei. Anfang 16. Jh., mit Kreuzrippengewölbe. Der Schlussstein trägt die Wappenallianz des Enkels von Niklaus II. von Scharnachthal, Hans Rudolf von Scharnachthal, und seiner Gemahlin, Ursula von Breiten-Landenberg (1954 restauriert). - Treppenhaus zu den Räumen im Turm mit Bildnissen bernischer Schultheissen.

    Turm

    Zweitoberstes Geschoss: Blick in die Schlossbibliothek. - Im obersten Turmgeschoss: Türkischer Selamlik (Rauchsalon), eingerichtet um 1855 vom Grafen Akbert v. Pourtalès in Erinnerung an seine Tätigkeit als königlich-preussischer Gesandter in Konstantinopel, Entwurf von Architekt Theodor Zeerkeder, Bern. Ausstattung ergänzt mit Beständen der Sammlung Henri Moser-Charlottenfels aus dem Bernischen Historischen Museum.

    Park

    Das Schloss verlassend, wendet man sich nach rechts und erreicht den oberen Buchsgarten südlich des Schlosses. Durchgang zum grossen Park (Abb.4) mit zahlreichen Schattenplätzen. Kinderchalet von Graf Friedrich v. Pourtalès für seine Enkel erbaut. Im östlichen Teil des Parks Alpengarten mit Sammlung seltener Koniferen. Kinderspielplatz und Pergola. Am Seeufer Blumenschweizerkreuz.

    Ausgang aus dem Schlossareal durch den Hauptturm der Dependenzgebäude am Schlossgraben. Unmittelbar daneben Kutschenremise mit Galawagen, Kutschen, Schlitten, Kinderwagen, Feuerspritze, Pferdegeschirr, Reisegepäck.

    Hermann v. Fischer
    Bernisches Historisches Museum
    Schloss Oberhofen am Tunersee
    Schweizerischer Kunstführer Mai 1957


    Literatur: BERTHOLD VON MüLINEN-GUROWSKY: Ein Besuch im Schloss Oberhofen, Berner Taschenbuch 1859. 5.232. - B. HIDBER: Über die Herren von Scharnachthal usw. Berner Taschenbuch 1889/90, S. 218. - O. WEBER: Das Schloss Oberhofen am Thunersee. Blätter für Bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde 1827, XXIII. Jahrg. S. 221. - RUDOLF v. FISCHER, Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern. Berner Oberland I, Basel 1938, S.62. - WALTER LAEDRACH: Oberhofen: Hochwächter 1952, Nr. 1. - ELISABETH PISTOR-FREY: Be kanntes und Unbekanntes von Oberhofen und Hilterfingen, Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1952, Heft 4.
    Pläne: Originalpläne: um 1850 von James Colin, Neuenburg; 1869/70 von Baumeister Fr. Hopf, Thun; 1895 von Baumeister Joh. Frutiger, Oberhofen; Aufnahmen von Arch. H. Frutiger, Oberhofen 1811; Epochenplan von Arch. H. v. Fischer.
    Photographien: Karl Buri, Bernisches Historisches Museum.



    Schloss Oberhofen; Grundriss Erdgeschoss

    Erdgeschoss:
    1. Götterzimmer
    2. Vorhalle zum Gartensaal
    3. Gartensaal
    4. Seetürmchen
    5. Speisezimmer
    6. Burgraum
    7. Verliess
    Schloss Oberhofen; Grundriss Obergeschoss

    Erstes Obergeschoss:
    8. Rittersaal - 9. Renaissancehalle
    10. Erlachzimmer - 11. Kinderspielkammer
    12. Salon Louis XV. - 13. Musikzimmer Louis XVI.
    14. Landschaftszimmer - 15. Empirezimmer
    16. Biedermeierzimmer
    17. Rauchsalon Napoléon III
    18. Keramikkabinett - 19. Oberländer Volkskunst
    20. Bauernstube - 21. Kapelle - 22. Sakristei




    Schloss Oberhofen

    Teil I

    Im Jahre 1844 erwarb der Oberzeremonienmeister am preussischen Hofe, Graf Karl Friedrich von Pourtalès, das Schloss Oberhofen von der Witwe des Franz Friedrich von Lerber, Regierungsstatthalter in Interlaken. Für den alten Burgsitz am Thunersee begann mit der Handänderung eine neue Epoche das Zeitalter des Historismus trat an ihn heran, «am eigenen Leibe» sollte er ihn alsbald erfahren. Umbauten nach Entwürfen von James Colin aus Neuenburg um 1850, die aussen und innen das Gesicht des Schlosses veränderten, wurden ins Werk gesetzt. Anstelle des Verputzes prangten rote Ziegel, anstelle des bernischen Dachvorscherms Konsolgesimse mit Zahnschnitt; der Bergfried erhielt Balkone mit sandsteinernem Masswerk, die Kapelle ein Portal mit Treppenaufgang in englischer Gotik. Hinzu kamen Eckturm, Uhrturm, Dachaufbauten mit Blechzierat, Torbogen und Zinnenmauern dem alten Graben entlang. Der Berner Architekt Theodor Zeerleder entwarf die äusseren Dependenzen mit neuem Torturm, Kutscherwohnung, Stallung und Remise, Gärtnerhaus und Orangerie. Der Bergfried wurde ausgehöhlt und übereinander mit Räumen in verschiedenen Stilarten ausgestattet: mit einem neugotischen Speisezimmer, einem Renaissancesaal mit geschnitzter Täfelung, einer Bibliothek mit umgebender Galerie und maserierten Paneelen. Einzig die Verwandlung des landvögtlichen Wohntraktes am Wasser in ein aus rotem Backstein gefügtes Bauwerk nach Art der Loire-Schlösser blieb auf dem Papier.

    Der Sohn des Grafen, Albert, vermählt mit Anna von Bethmann-Hollweg, den seine diplomatische Karriere bis ans Goldene Horn geführt, setzte das Unternehmen fort: er etablierte einen türkischen Selamlik zuoberst im Turm, gleichsam mit Blick auf einen bernischen Bosporus. Am südlich vorgelagerten Palas erstellte der Thuner Baumeister Hopf 1870 grosse Fensterlukarnen und einen weiteren Eckturm. Mit einer freien Rekonstruktion des längst eingestürzten Seetürmchens beendete die Enkelin Friedrichs, Gräfin Helene Harrach, anno 1895 das Werk.

    Aus dem trutzig-schlichten Berner Schloss war nach all dem eine vielgliedrig reiche, neuromantisch bunte Baugruppe mit farbig glasierten Ziegeln geworden, die den Vergleich mit den Schlössern des Bayernkönigs Ludwig II. nicht zu scheuen brauchte.

    Jeder sieht durch die Brille der eigenen Zeit. Liest man die zeitgenössischen Kommentare, erfährt man, dass Bauherr wie Baumeister im guten Glauben lebten, es sei mit «auf Kenntnis des Mittelalters gegründetem richtigem historischem Geschmack» dem Geist der Gotik redlich nachgelebt. «Schloss Oberhofen, wenn es einmal unter so glücklichen Auspicien ganz vollendet sein wird, kann sicherlich darauf Anspruch machen, eines der gelungensten, aus Fundamenten der Vorzeit neu erstandenen und sie uns vergegenwärtigenden Baudenkmale unseres Vaterlandes zu sein.

    Dabei war das Schloss kaum wiederzuerkennen. Die alten Bilddokumente zeigen Oberhofen noch als echtes Geschwister des Schlosses Spiez, wenn es auch, gemäss seiner Lage am Seeufer, eine Wasserburg war. Wir sehen einen Turm des zwölften Jahrhunderts, aus der Zeit der Herren von Oberhofen, und noch im Mittelalter sukzessiv angewachsene Wohnbauten um den Bergfried herum; an der Westseite, im See stehend, ein Ausgucktürmchen, das durch eine geschlossene Brücke mit der Burg verbunden ist. Dem Bergfried entlang läuft, gleichfalls nach Westen, in halber Höhe eine hölzerne Galerie, darunter, anstelle der heutigen Seeterrasse, befinden sich - wenigstens auf den Darstellungen des Malers Albrecht Kauw - weitere Trakte um einen inneren Hof. Das Ganze umschloss ein Wassergraben, von Zinnenmauern flankiert. An der Nordseite gewährten ein Torturm - abgetragen 1855 - und eine Ziehbrücke Einlass.

    In den frühen Jahrhunderten verbinden sich bedeutende Namen mit dieser Burg. Grosse Politik spielt herein, nimmt von hier ihren Ausgang. Nach den freien Herren von Oberhofen, deren einer, Seilger mit Namen, um 1130 das Augustinerkloster Interlaken gestiftet hat, gelangt die Burg durch Heirat der Namensletzten Ita um 1200 an das aus dem Luzernischen stammende Geschlecht der Eschenbach im Zürichgau, in dessen Händen sie über ein Jahrhundert bleibt. Walther IV. muss 1306 seine Güter an Österreich abtreten. Sein Stifterbild findet sich in einem Chorfenster der Klosterkirche Kappel bei Zürich unter dem wie aus Bedrängnis flehenden Spruch: Gott hilf Herr deinem Diener mir jungem Walther von Eschenbach. Bald danach teilt er das Schicksal der Verschwörergruppe, durch deren Hand König Albrecht von Habsburg 1308 in Windinch sein Leben lässt, und verschwindet, von der Blutrache gehetzt, im Namenlosen. Unter Österreichs Oberlehensherrlichkeit dient Oberhofen fortan wechselnden Pfandherren als Wohnstatt.

    Erst im Gefolge der habsburgischen Niederlage bei Sempach endet Österreichs Einfluss im Oberland. Bern löst 1397 Burg und Herrschaft Oberhofen vom Pfandinhaber Grafen Friedrich von Zollern ein und verkauft sie im Jahre danach zweien seiner Burger, dem Schultheissen Ludwig von Seftigen - dem reichsten Berner der Zeit - und dessen Schwager Niklaus von Scharnachthal. Mit ihm klingt der Name auf, unter dem Oberhofen in die Geschichte Berns hat eingehen dürfen: «Die Scharnachthal wurden die Erben Oberhofens, und zweihundert Jahre lang bildete die Burg am See zur Pracht und Stellung der führenden Männer dieses Hauses den stolzen Hintergrund. Ihnen, den Führern in Berns Heer und Rat in schwerer Zeit, ragen Turm und Mauern von Oberhofen, so lange sie stehen, zum Andenken» (Rudolf von Fischer).

    Der meiste Glanz fällt auf Niklaus den Jüngeren, der 1463 zum erstenmal zum Schultheissen der Stadt und Republik Bern erhoben und im gleichen Jahr Alleinherr von Oberhofen wird; der Chronist Thüring Fricker nennt ihn den fürstlichen Mann, und nach Feller gehörte er «zu jenen Glücklichen und Bevorzugten, die in jedem Menschenalter nur einmal sind». Nicht sein Werk war der Burgunderkrieg, dies hatte unter des Königs von Frankreich Einfluss der begabteste Berner der Zeit, Scharnachthals Schwager Niklaus von Diesbach, vollbracht - aber nach dessen tragisch frühem Sterben an der Pest übernahm Scharnachthal die politische Verantwortung für Bern, wie auch die Führung des Feldheers vor Grandson und vor Murten. Damals kamen vom Thunersee, von den Herren von Oberhofen und von Spiez, die stärksten Impulse auf den Gang der Dinge. Adrian von Bubenberg hatte sich, nach dem im Rat ihm angetanen Schimpf, nach Spiez zurückgezogen, von dort folgte er, in beispielhafter Selbstüberwindung angesichts des Vaterlandes Not, dem Ruf nach Murten. In Rudolf von Tavels «Ring i der Chetti» ist das nachbarliche Hin und Her zwischen den beiden Schlössern, auf Nachen über den See, poetisch wiedererweckt. Von Scharnachthal ist überliefert, dass er im Jahre 1477, als infolge Blitzschlags der Münsterturm brannte, beim Löschen Hand anlegend einen Schaden erlitt, der ihn fortan zur Untätigkeit zwang. Der Ritter verbrachte die verbleibenden Jahre «in harter Musse» auf seinem Lieblingssitz Oberhofen, er starb 1489. An Murten erinnert im Schloss die Ausmalung der 1473 von ihm gestifteten Kapelle.

    Hauptereignis im 16. Jahrhundert war der Aufstand im Oberland gegen die Einführung der Reformation, zu dessen Niederwerfung der Rat den Auszug anordnete, unter grossem Banner, mit dem Schultheissen Johann von Erlach als Anführer. Auf den gefährdeten Posten Oberhofen wurde der Venner Niklaus Manuel beordert, mit sechs Geschützen hielt er ihn besetzt.

    Über allen Geschlechtern waltet das Gesetz der Gezeiten. Auch über den Scharnachthal: einem Urenkel des grossen Niklaus, gleichen Namens, ward das Schicksal zuteil, zwei Gemahlinnen und elf Kinder ohne Enkel zu überleben und 1590 als letzter seines Namens zu sterben, so dass es hiess «Scharnachthal und nimmermehr Scharnachthal».

    Herrschaft und Schloss hatte dieser den Söhnen seiner Schwester, vier Brüdern von Erlach, vermacht. Einem von ihnen, Theobald, ist der Einbau eines kostbaren Täfers mit reicher Intarsienarbeit, mit jagdlichen Szenen und Wappen zu danken. Sie trägt die Jahrzahl 1607.

    Durch testamentarische Verfügung gelangte 1641 Oberhofen an den Spross eines andern Zweiges, an den bedeutenden Franz Ludwig von Erlach, der Herr zu Spiez und Schadau und somit am Thunersee schon reich begütert war. Erlach lenkte das bernische Staatsschiff in der schweren Zeit des dreissigjährigen Krieges, ein gewandter Mann, ein Mann der grossen Zahl, der für seine Vaterstadt während seiner Laufbahn 144 Gesandtschaften ausführte und von seinen zwei Gemahlinnen 35 Kinder hatte. Dennoch zieht Bern nach seinem Tod 1651 auf Grund des Heimfallrechtes das Mannslehen Oberhofen an sich und errichtet, ungeachtet der nun einsetzenden Folge von Prozessen seitens der enttäuschten Familie, im Jahr danach in Oberhofen eine Landvogtei mit Einschluss der beiden Gerichte Hilterfingen und Strättligen.

    Im Schloss residierten insgesamt 27 Landvögte bis zum Übergang von 1798, in welchem Jahr es als helvetische Liegenschaft dem Kanton Oberland einverleibt wird. Während dieser politischen Episode gelangt es auf die Gant; bei der dritten Steigerung gehen Schloss und Garten gegen i z ooo Pfund an den Thuner Bürger Johann Peter Knechtenhofer über. Dieser war 1798 Kriegskommissär gewesen und wurde später Mitglied des Grossen und des Kleinen Rates, 1811 noch Seckelmeister. Seine Brüder waren es, die später, 1835, die Dampfschifffahrt auf dem Thunersee einführten und, nicht zuletzt durch ihre freundschaftliche Verbindung mit dem späteren Kaiser Napoleon III., das Meiste zum Aufstieg Thuns als Fremdenkurort beitrugen. Johann Peter Knechtenhofer kommt das Verdienst zu, Schloss Oberhofen unversehrt durch die wohl schwierigste Zeit seines Bestehens hinübergerettet zu haben.

    Von seinen Erben erwirbt es 1830 der eingangs genannte Franz Ludwig Lerber, von dessen Witwe 1844 Graf Friedrich von Pourtalès, vormals Generaladjutant des Fürsten Berthier, Stallmeister der Kaiserin Josephine und Inspektor der neuenburgischen Milizen, nunmehr am preussischen Hof. Mit der baufreudigen Familie kam ein prächtiger Zug ins Schloss, eine Lebenshaltung mit ausländischen Gästen, wie sie dem Sinn der Epoche entsprach. Dass auch die Gemeinde ihren Teil empfing, erweist noch heute das von den Pourtalès erbaute und als Spital gestiftete Turmhaus am See. Auch unter den Grafen Harrach, seit 1868, brachte durch zwei Generationen die Jugend frohes Leben in Garten und Haus. Lange noch lebte im Dorf die Erinnerung an die damalige Schlossherrschaft fort, an Bescherungen, Familienfeiern und Besuchsereignisse oder auch bloss an ihre jährliche Wiederkehr: wie man zur Ankunft der gräflichen Familie die Dampfschiffländte bekränzte und die Zurückkehrenden unter Marschmusik durchs Schlosstor geleitete, über dem ein Willkommensgruss prangte:

    Frau Gräfin, ich küss die Hand,
    Willkommen im Schweizerland!
    Herr Graf, Ihr steinaltes, graues Kind
    Freut sich, dass Sie wieder zuhause sind.

    Als die junge Gräfin Eleonore Harrach sich am 26. September 1903 mit dem Grafen Hochberg verehelichte, fand das Hochzeitsfest in Oberhofen statt, zu welchem Anlass der Zivilstandsbeamte, Lehrer Streun, sich einen Frack angeschafft hatte, die Festgesellschaft in den Gasthöfen der Ortschaft logierte und die Bevölkerung zur Trauung in die Kirche geladen war. Pfarrer Haller hob in seiner Predigt hervor, dass das gräfliche Paar sich aus Liebe geheiratet habe. Nachmittags gab es für alle Kinder Kuchen und Schokolade, auch war auf dem Seeplatz vor dem Schloss ein Karussell aufgestellt. Nach soviel Lustbarkeit liessen die Oberhofner ein gereimtes Dankschreiben überreichen; auf dieses Karussell beziehen sich die Verszeilen über die liebliche Braut:

    I ha's nid gseh, aber anderi hei gseit,
    D'Frou Gräfin wüss sälber, wie schön das geit.

    Versunkene Zeiten! Graf Hans Harrach, der es seit 1918 innegehabt, verkaufte das Schloss 1926 für Fr. 750'000 an den amerikanischen Bürger William Maul Measey, bewahrte aber mit seinen Schwestern, Frau Renate von Schubert und den Gräfinnen Hochberg und Vitzthum, und seinen Töchtern dem einstigen Besitz die Anhänglichkeit, auch nachdem er längst in andere Hände übergegangen war; sie kehrten wiederholt zu Besuchen dahin zurück.

    In Mr. Measey erhielt das Schloss einen Herrn, der es mit Liebe unterhielt und insbesondere dem Garten sein Augenmerk schenkte. Ihm hat der Park in seiner heutigen Gestalt viel zu danken. Die eingestürzte Ufermauer wurde neu erstellt, der Baumbestand um zahlreiche Koniferen seltener Art und entfernter Herkunft bereichert. Jahr für Jahr bildeten die Blumenparterres auf der Seeterrasse und längs dem Palas ein festliches Mosaik; besondere Augenweide bereitete den Passagieren des nah vorüberfahrenden Dampfschiffs das Schweizerkreuz aus Blumen. Mit der Gartenschere durchschritt der Schlossherr sein Revier, am Wachstum jedes Pflänzchens sich freuend, um das Gedeihen von Zeder und Taxus besorgt; Pflegebedürftiges kam in einem rückwärtigen Teil des Parkes ins «Hospital». Durch all diese Bemühung verwirklichte sich ein borromäischer Traum, in dem sich dem Glanz von See und Firnen und der Felsenwucht der Voralpen der Zauber des Südens gesellt, der Weiträumigkeit eines englischen Parkes die stilisierte Tektonik französischer Gartenkunst.

    William Maul Measey war es, der mit hohem Verantwortungsgefühl durch Jahre hin an der Lösung sann, die dem Schloss Bestehen sichern sollte im Wandel der Zeit. So erschien er denn eines Tages im Bernischen Historischen Museum und eröffnete ohne Umschweife seinen Wunsch, das Museum möge das Schloss übernehmen. Die Antwort des Konservators lautete zunächst: «I have no money», welchen Einwand Mr. Measey mit einer Handbewegung verwarf: «God will help you», erläuternd, ihm liege daran, dass das Schloss von einer Instanz verwaltet und betreut werde, die den Wechselfällen der Politik entzogen bleibe; dies dürfe seines Erachtens am ehesten bei den Verantwortlichen eines Historischen Museums der Fall sein, wo zudem eine entsprechende Verwendung gegeben sei. Eine öffentliche Stiftung «Schloss Oberhofen» habe er bereits während des Krieges im Jahre 1940 errichtet und von ihr die Liegenschaft seither gemietet; mit einer statutengemäss verankerten mehrheitlichen Übernahme der Stiftungsratsmandate durch die Mitglieder der Museumskommission würde die Angliederung des Schlosses an das Museum zweckmässig vollzogen.

    Oberhaupt des Museums war der nachmalige Bundesrat Dr. Markus Feldmann. Er nahm mit dem Konservator eine Besichtigung vor, der Augenschein sollte über ja oder Nein entscheiden. Das Schloss war halb leer und bei aller Gastfreundschaft kaum mehr wohnlich, der Tag düster und regnerisch; Hausherr und Gast konnten sich nur indirekt miteinander verständigen. Schweigsam durchwanderten sie die Räume, hernach den Park unter tropfenden Bäumen, dem Ufer des verhängten Sees entlang, tranken dann, vom lautlosen Leibdiener betreut, Tee im frostigen Saal; das Gesicht Dr. Feldmanns blieb undurchdringlich höflich. Auf der Rückfahrt, in die Ecke des Wagens gelehnt, schwieg er beharrlich, bis er sich in Hünibach plötzlich zum Konservator wandte «Mir mache die Sach!», womit der Bann gebrochen, das Wort gesprochen war, das einen neuen Abschnitt im Leben des Museums wie des Schlosses einleitete, wenn auch noch ein Unmass an Sorgen und Anstrengungen bevorstand, Überwindung weitverbreiteter Skepsis, um so mehr als Dr. Feldmann in die oberste Landesbehörde entrückt wurde. Die Museumskommission nahm das Mandat der Stiftungsratsmitgliedschaft nur unter der Bedingung entgegen, dass die Finanzierung des Unterhaltes gelinge, worum sich der Konservator, vom Stifter ungeduldig gedrängt, durch Monate hin bemühte. Als der Staat Bern unter dem Eindruck eines voraussichtlich ungünstigen Abschlusses der Staatsrechnung die Gewährung der schon in Aussicht gestellten Kredite versagte, nahm der Konservator beim gleichen Staat kurzerhand ein Darlehen auf, um den Hausmeister und die beiden Gärtner besolden zu können, bis eine Lösung gefunden war.

    Unter dem neuen Präsidenten des Museums, Dr. Virgile Moine, gelang es, eine neue Formel durchzusetzen, wonach das Schloss als Filiale des Museums betrieben würde, dessen Partizipanten - Staat, Einwohner- und Burgergemeinde - sich je zu einem Drittel an den Unterhaltskosten beteiligten.

    Das Museum wurde durch diese Angliederung von seiner dringendsten Platznot befreit, wodurch sich ein (an sich fälliger) Museumsanbau in den nächsten Jahren erübrigte; auch standen den Behörden für besondere Gelegenheiten Schloss und Park zur Verfügung, ein Rahmen, wie er schöner anderswo nicht leicht zu entdecken war.

    Dem Konservator oblag nach Überwindung solcher Anfangsschwierigkeiten als zweites die Aufgabe, dem Schloss Inhalt und neue Sinngebung zu finden. Der Stifter beliess darin seine Sammlung von Stangenwaffen und zwei, drei Möbel, im übrigen waren die zahlreichen Räume leer.

    Mit seinem jungen Mitarbeiter Hermann von Fischer machte sich der Konservator an eine Ausgegestaltung des Filialmuseums, die dem historischen Werdegang des Schlosses Rechnung trug. Die Betrachtung der Schlossgeschichte lehrte, dass in Oberhofen, das von Anfang an stets bewohnt und erhalten geblieben war, Generationen in lückenloser Folge gelebt hatten; dies wollte man verdeutlichen, den Wandel der Epochen veranschaulichen, die Abfolge von Gotik und Renaissance zum Barock, von den Stilen der französischen Könige zu Empire, Biedermeier und zum zweiten Kaiserreich. Im Durchschreiten der Räume sollte der Besucher den Geist der Zeiten spüren. Mittel, Leute und Frist, die für die Verwirklichung dieses Vorhabens zur Verfügung standen, bedingten ein schrittweises Vorgehen.

    Das Schloss öffnete dem Publikum zum erstenmal im Sommer 1954 einige Stuben. Jahr für Jahr kamen, nach winterlicher Vorbereitung, weitere Gemächer hinzu. Der Gesamtplan bezog Repatriierungen und Restaurationen ein, ferner den Einbau von schlossfremder, aber zeitlich passender Ausstattung. DerUmstand, dass man es mit einem vom 19. Jahrhundert gründlich in die Kur genommenen mittelalterlichen Bauwerk zu tun hatte, stellte subtile denkmalpflegerische Probleme. Man liess sich vom Grundgedanken leiten, dass, der Biographie des Schlosses gemäss, jeder Epoche das Recht, in Erscheinung zu treten, zustehe in einer innerhalb des Ganzen tragbaren Proportion.

    Nachdem schon der erste Sommer gezeigt hatte, wie gross die Anziehungskraft des Schlosses, das früher nur vom See aus bestaunt werden konnte, auf alle Schichten des Volkes war, flossen die zur Um- und Ausgestaltung erforderlichen Mittel etwas leichter; Staat, Einwohner- und Burgergemeinde als Träger des Historischen Museums, das nun das Schloss im Auftrag der Schlossstiftung zu verwalten hatte, und andere Institutionen ermöglichten im Innern und Äussern die allmähliche Verwirklichung des Vorhabens, aus Schloss Oberhofen ein lebendiges Museum in Form eines grossen Geschichts-Bilderbuches zu machen.

    Teil II

    Dem Schloss einen Besuch abstatten, heisst in diesem Bilderbuch blättern. Wer in Thun das Dampfschiff bestiegen hat und sich, dem Ufer entlangfahrend, der Oberhofener Ländte nähert, wird auf einmal von der vielfältig bunten Baugruppe des Schlosses überrascht. Der Blick springt vom spitzen Helm des Seetürmchens über die verbindende Brücke zum Landvogttrakt und steil den Bergfried hinauf, verweilt auf dem obersten Balkon und schwingt sich über die beiden Dachknäufe ins Blau. Er kehrt nach unten, sieht weitere Türme am Schloss, an den vorgelagerten Bauten. Er erfasst Zinnen, ein Zifferblatt, schwarzweisse Fensterläden, Dächer mit Schiefer, Biberschwänzen und glasierten Ziegeln. Er sieht Thujawipfel von zypressenartigem Schnitt, Kugellorbeer, auf Terrassen- und Fensterbrüstungen rotleuchtende Geranien und vom Wind geregte Petunien - verdoppelt im Spiegel des leichtbewegten blaugrünen Sees, der mit der kurvigen Ufermauer spielt. Dahinter ahnt er den Park mit Lärchen, Linden, Zedern, Wellingtonien, sieht - Inbild des Bernerlandes - silbern, breithingelagert das Alpentriptychon Eiger, Mönch und Jungfrau und rechts die schimmernde Blümlisalp. Der Zusammenklang von Firnen, Wasser und Park mit dem heiter unbekümmerten Architekturkonglomerat aus sieben Jahrhunderten, von natürlichen und künstlichen Gebilden also, die kräftige Herbe der Luft, die Gelöstheit des Sommertags - all dies vereinigt sich zu einem Eindruck von Fülle und Farbigkeit.

    Als im Mai 1804 der sechzehnjährige Schopenhauer eine Fahrt auf dem Thunersee unternahm, notierte er in sein Tagebuch : «Diese Fahrt auf dem See ist hinreissend schön: er ist ganz von Bergen umringt, deren Spitzen sich über die Wolken erheben und deren Höhe man ganz absehen kann, da sie dicht am See stehn. - Über dem bebauten Teil erstrecken sich schwarze Wälder, die Alpen genannten hohen Weiden, nackte Felsen, und endlich kommt der ewige Schnee, über dem die unbesteigbaren steilen Spitzen hervorragen, welche man hier Hörner nennt ...» Vierzig Jahre später schrieb der Philosoph im zweiten Band der «Welt als Wille und Vorstellung»: «Dass der sich plötzlich vor uns auftuende Anblick der Gebirge uns so leicht in eine ernste, auch wohl erhabene Stimmung versetzt, mag zum Teil darauf beruhen, dass die Form der Berge und der daraus entstehende Umriss des Gebirges die einzig stets bleibende Linie der Landschaft ist, da die Berge allein dem Verfall trotzen, der alles Übrige schnell hinwegrafft, zumal unsere eigene, ephemere Person. Nicht, dass beim Anblick des Gebirges alles Dieses in unser deutliches Bewusstsein träte, sondern ein dunkles Gefühl davon wird der Grundbass unserer Stimmung.» Manch einer, der eine solche Thunerseefahrt unternimmt und vom Deck ins Wasser und zu den Schneebergen schaut, mag von ähnlicher Stimmung getragen werden.

    Der Besucher verlässt das Schiff, das seeaufwärts von dannen rauscht, betritt den kastanienbestandenen Platz und kommt zum Schlosstor. Ist es durchschritten, empfängt ihn die Steinbrücke über dem einstigen Graben und oben das rundbogige zweite Tor mit dem eingesetzten Wappen der Scharnachthal aus dem frühen 16. Jahrhundert. Im Vorübergehen sieht er rechts den Rosengarten, dann steht er auf dem kiesbedeckten Hof vor dem Schloss. Breit lagert der zweigeschossige nordseitige Palas; an die graue Bruchsteinmauer des Bergfrieds lehnt sich das Bernerdach. Unlängst erst hat es das Aussehen des 18. Jahrhunderts wieder erhalten, wurde es befreit von der Zier, mit der die Pourtalès es überreich behängt gehabt, dem Zahnschnittfries über gemalten Backsteinen, sandsteingezierten Lukarnen und dem komplizierten Uhrturm unter blecherner Glokkenlaterne. Stehengeblieben ist der östliche Eckturm mit Giebelaufsatz aus der gleichen Jahrhundertmitte und rechts das vorspringende, seinerzeit von Theodor Zeerleder angefügte bow window des Gartensaals. Eine vermauerte spätgotische Scharte schräg über dem Haupteingang und ein Rücksprung in der Fassadenflucht verraten Narben vorausgegangener mehrfacher Bauveränderung. Auch ahnen wir, dass wie in Schlosswil der Turm einst vierseitig von Bauten niedrig umzogen war.

    Durch den rundbogigen Eingang betritt der Besucher das Schloss. Nicht eine geräumige Halle nimmt ihn auf; stracks führt ein überwölbter Gang in den Querflur, der sich durch eine Mauer von acht Fuss Dicke auf den neugotischen Speisesaal öffnet. In die Wandtäferung sind helle Tafeln eingelassen, auf denen im Stil einer spätmittelalterlichen Buchmalerei mit farbigen Initialen und schmückendem Rankenwerk die Geschichte des Schlosses festgehalten ist, eine Arbeit des Heraldikers Christian Bühler aus den Jahren 1854 bis 1859 nach Entwürfen von Dr. Ludwig Stantz, mit Text von Berchtold von Mülinen. Der gute Erhaltungszustand dieser Malerei bezeugt das kunsthandwerkliche Können. Die Schlossherrenchronik ist ein typisches, liebenswürdiges Dokument der letzten Jahrhundertmitte mit ihrem Geschmack an allem «Historischen», der Ton ist archaisierend gehoben: «Die Geschichte dieses Schlosses beginnt mit dem edlen hochburgundischen Geschlechte der freyen Herren von Oberhofen ...» und: «Aus dieser dunkeln Vorzeit stammt auch die Minnesage von Heinrich von Strättligen und Wolfart von Oberhofen, dem Räuber seiner Geliebten und dessen besserem Sohne.»

    Der Speisesaal ist mit einem neugotischen Stuckgewölbe von 1852 mit Rippen und Krabben und der Wappenallianz von Pourtalès-de Castellane Norante überdeckt; in den Rundbögen der Fenster sind bernische Ämterscheiben, gleichfalls von Ludwig Stantz, dem Wiederbeleber der Glasmalerei im vergangenen Jahrhundert, dem wir im Schloss noch an anderer Stelle begegnen. Seine besondere Spannung erhält der gewölbte, schreinartige Raum, der einst der Schauplatz zahlreicher Familienmähler gewesen ist, durch seine heutige Nachbarschaft zum dahinter liegenden Burgraum, in dem hundert Jahre später, 1955, ein viel älterer Baubestand wieder sichtbar gemacht werden konnte. Dort befand sich mit Zementboden, Zwischenwänden, Gipsdecke ein unansehnlicher Kellerraum. Von allen Zutaten befreit, traten das ursprüngliche mittelalterliche Mauerwerk des Palas und eine wuchtige Balkendecke auf Unterzügen, Sattelhölzern, gotisch profilierten Holzpfeilern hervor; ein Bodenbelag aus rötlichen Tonfliesen, aus dem Schloss Trachselwald, brachte farbige Entsprechung zum warmen Braun der Decke und den bewegten Mauerflächen. Ein kleines Nebengelass, in dem das Harrach'sche Bouteiller untergebracht war, enthüllte sich als das , Loch', die schwach erhellte Gefängniszelle der Landvogteizeit. Nach Entfernung der Flaschengestelle wurden zahlreiche Einkritzungen sichtbar, Namen und Initialen von Häftlingen, Striche abgezählter Tage, ein grosser Schlüssel als Zeichen der erträumten Freiheit, Stöckelschuhe von Frauen, die Karikatur eines Landvogts in kurzen Beinkleidern mit Cadenette, in der vorgestreckten Hand den Gerichtsherrenstab : Zeichen längst vergangenen Harrens oder Darbens, zum Greifen nahe gerückt. Noch hängt in ihren Angeln die alte massive Tür mit der verriegelbaren Durchreiche für den Blechnapf.

    Im Kellerraum daneben, durch einen Verbindungsgang gleichfalls aus dem Burgraum zugänglich, sind die vier alten Glocken der Kirche Hilterfingen, im dortigen Turm 1962 durch ein neues Spiel ersetzt, geborgen worden. Sie hängen im hierher verbrachten zugehörigen Glockenstuhl. Die beiden ältesten, mit gotischen Umschriften, sind vorreformatorisch, die zwei andern wurden 1784 von Heinrich und Samuel Sutermeister in Zofingen gegossen.

    Über diesem Keller liegt die Schlosskapelle, die Niklaus von Scharnachthal 1473 gestiftet hat. Am Westende des südlichen Palas, also nachträglich angefügt, steht sie dem Turm seitlich vor, in die verbleibende Ecke fügte Friedrich Pourtalès den skulptierten, neugotisch gewundenen Treppenaufgang von der Seeterrasse zur Kapelle. Er hat auch diese selbst verändert, mit Gips überdeckt und in jenem hellen Himmelblau gestrichen, das seine Vorliebe für diesen Ton an mancher Stelle des Schlosses bezeugte.

    Die Kapelle wurde 1956 restauriert. An der Tonnenleibung, die am Südende des Raumes einen Chorbogen bildet, waren Freskenteile sichtbar, die im Scheitel eine Mutter Gottes auf der Mondsichel, links die Marter der zehntausend Ritter, rechts die Auferstehung der Toten mit Christus, Maria und Johannes dem Täufer zeigten. Das Bild der thebäischen Legion wies auf den Zusammenhang mit der Schlacht von Murten hin, die - wie schon die Schlacht bei Laupen - am 22. Juni, dem Zehntausendrittertag, siegreich geschlagen worden war. Der Tag wurde deshalb bis zur Reformation in Bern alljährlich festlich begangen. Scharnachthal muss also die Ausschmückung der Kapelle nach der Schlacht, an deren glücklichem Ausgang er als Führer mitbeteiligt war, veranlasst haben.

    Die Sondierung nach weiterer Malerei an den blau überstrichenen Wänden wurde belohnt, Hans A. Fischer führte die Konservierung durch. An der Stirnseite der Kapelle, über dem einstigen Altar, trat, fragmentarisch erhalten, eine Reihe von Heiligenfiguren hervor, neben anderen ein Sebastian, eine Anna selbdritt, darüber zwei schwebende Engel mit Weihrauchfässern, dem Spitzbogenfenster in der Mitte zugewandt, das zweifellos eine Mariendarstellung in Glasmalerei enthalten hatte. Marianisch ist auch das Thema in den Bogenzwickeln davor, eine Verkündigung, von der sich Maria am Betpültchen erhalten hat. An der ostseitigen Längswand fanden sich Reste einer Anbetung mit gotisch gewandeten Königen; sichtbar ist noch die Gottesmutter im Kopftuch. Darunter knieten, dem Altar zugewandt, die männlichen und weiblichen Mitglieder der Stifterfamilie. Gegenüber watet ein überlebensgrosser Christophorus mit Christkind, beide in der Drapierung ihrer Gewänder von kühner Bewegtheit; in kleinerem Massstab steht am Ufer der mit der Laterne zündende Mönch; weiter das Fragment eines Heiligen mit Raben, vermutlich ein heiliger Meinrad. Unter der Christophorus-Figur sieht man das grosse Scharnachthalwappen des Stifters. Die Rückseite, über der Empore, die nach Ausweis des oberen Fensters vorhanden gewesen sein muss und wieder eingebaut wurde, zeigte die stärkste Zerstörung durch die Spitzhacke, deren (zur besseren Aufnahme des Verputzes verabfolgte) Hicke alle Wände verunzierten. Linus Birchler gelang es, aus spärlichsten Spuren die beiden Themen: «Christus am Ölberg» und «Verhaftung in Gethsemane» zu erkennen. Auf die Empore wurde eine Hausorgel des späten 18. Jahrhunderts gestellt. Das Instrument, das vom Buchholterberg stammt, hatte bis vor wenigen Jahren in der Kirche Einigen gedient.

    Neben der Kapelle, mit ihr verbunden, ist ein kleiner überwölbter Raum, der als Sakristei benützt worden sein mag; darauf weist auch der kleine Tresor in der Fensternische. Der Schlussstein im Kreuzrippengewölbe aus Tuff trägt als heraldische Zier die Wappenallianz des Hans Rudolf Scharnachthal und der Ursula von Breitenlandenberg aus dem frühen 16. Jahrhundert.

    Damit sind die neu- und altgotischen Räume durchmessen. Die übrigen Zimmer spiegeln die Abfolge all der Stilepochen, während derer das Schloss ununterbrochen bewohnt gewesen war. Menschen haben darin gehaust, gelebt, gelitten, und sie haben dieses Schloss in seiner Landschaft geliebt. So betreten wir das Turmgelass im ersten Stock, das die Rüstkammer andeuten soll, als würdigen Gedenkraum für Niklaus von Scharnachthal. Graf Pourtalès hatte es mit einem reich eingelegten historisierenden Täfer ausgeziert, an dem durch viele Jahre hin gearbeitet worden war, und vomAbbruch des Scharnachthalhofs in Thun eine Kassettendecke aus dem frühen 16. Jahrhundert dafür beschafft. Das Täfer wurde in den darüber gelegenen Turmraum versetzt; die Wände, schlicht verputzt, nahmen nunmehr Halparten, Langspiesse, blanke Rüstungen, Setzschilde, Fahnen auf; ein spätgotisches Kamin aus dem Diesbachschloss Worb, längst in Museumsbesitz, trat anstelle des überreichen Kamins von 1850, ein Tonfliesenboden anstelle des Parketts. Der Turmraum darüber wurde als Ahnensaal hergerichtet und die Wände über dem hier herversetzten Pourtalèstäfer mit bernischen Bildnissen im Stil einer Barockgalerie behängt.

    Besonders sinnvoll war neben diesen Umwandlungen die Repatriierung einer barocken Stubentäfelung, die im frühen 19. Jahrhundert dem Schloss entfremdet worden war. Theobald von Erlach hatte sie, als Herr zu Oberhofen, zu Beginn des 17. Jahrhunderts anfertigen und einbauen lassen, eine feine Einlegearbeit, in den Friesen Jagdszenen. Sie war entfernt und nach Errichtung des Historischen Museums am Helvetiaplatz vom nunmehrigen Eigentümer als Leihgabe dorthin gegeben worden. Als dieser gegen Ende des Jahrhunderts starb, begehrten die Erben sie zurück, um sie versteigern zu lassen. Der damalige Präsident des Museums, Albert Gobat, Erziehungsdirektor und Jurist, verweigerte die Herausgabe des Depositums zu solchem Zweck. Die Erben strengten daraufhin einen Prozess an, den das Museum vor den verschiedenen Instanzen verlor. Gobat liess sich dadurch nicht beirren; ihm ging es um Zeitgewinn, und der Erfolg gab ihm nach zehn Jahren recht. Die Eigentümer, des langen Handels müde, überliessen das Täferzimmer dem Museum für 30000 Franken, so dass es weiterhin dort verblieb. Niemand konnte damals wissen, dass im Jahre 1954, über ein Halbjahrhundert später, das ErlachZimmer seinen Weg zurück ins Schloss würde nehmen dürfen, für das kunstfertige Hände es einst geschaffen. (Der kämpferische Museumspräsident erhielt im Jahre 1902 den Friedensnobelpreis wegen seiner Pionier-Verdienste um die Friedensbewegung. Das Erlachzimmer aber erhielt museumsintern den Namen Prozessstübli.)

    Neben der Treppe - nicht mehr die ursprüngliche, gradläufige dem Bergfried entlang, sondern eine bequeme der Pourtalèszeit - wurde ein Louis XIII-Zimmer eingerichtet, mit einem grünen Kachelofen, der, in einzelne Kacheln zerlegt, auf dem Dachboden des Schlosses zum Vorschein gekommen war.

    Dem Dixhuitième gehört die eichene Wandverkleidung an, mit dem der Gartensaal im Erdgeschoss ausgestattet ist. Sie stammt aus dem Rathaus des Äusseren Standes an der Zeughausgasse in Bern, jener geselligen Vereinigung junger Patrizier, die sich in Scheinämtern - Schultheiss, grosser und kleiner Rat, Landvogteien - auf ihre künftigen Obliegenheiten vorbereiteten. Aus Eichenholz 1729 von den Tischmachern Edelstein und Fehr gefertigt, später mit geschnitzten und vergoldeten Rocaillen, wohl aus der Werkstatt Funk, versehen, entspricht sie dem Stil dieses zum See vorspringenden Gebäudetraktes, der aus der Landvogtzeit datiert. Der Spiegel über dem Kamin zeigt das Emblem des Äusseren Standes einen verkehrt auf einem Krebs sitzenden Affen, der in einen Handspiegel schaut, der also in der Vergangenheit das Zukünftige lesen will. Von diesem Saal aus führt eine geschlossene Brücke hinüber zum Achteckraum des 1895 neuerstellten Seetürmchens, der ein Bildnis von seiner Bauherrin, Gräfin Helene Harrach, von ihrem Gatten gemalt, enthält und einen weiten Blick über den See gewährt, diesen See, welchen Jeremias Gotthelf «lieblich und gewaltig» genannt hat.

    Aus dem Haus Nr. 3 am Münzrain in Bern stammt das in Grau und Grün bemalte Täfer des Götterzimmers am Eingangsflur: römische Statuen zwischen hölzernen Flachpilastern, ein etwas derber humanistischer Spätling aus der Louis XIV- Zeit.

    Darüber, im gleichen Trakt, zeigt die Landvogtwohnung den Geschmack der Gnädigen Herren von einst, intime, helle Räume, an deren Decken man zum Teil das Spiel der Wasserreflexe vom See her sieht, mit dem geschweiften oder graden Mobiliar im Stil der Bourbonenkönige. Daneben die Epoche nach der Grossen Revolution: Empiremobiliar aus der Elfenau in Bern, aus dem Besitz der Grossfürstin Anna Feodorowna, weiter ein Biedermeierkabinett. Alte Spielsachen füllen einwinziges Stübchen, Bauernhausrat und oberländische Volkskunst einen anderen Raum.

    Im gleichen Stockwerk hängt, als Schenkung von Dr. med. Albert von Erlach, eine Reihe von Bildnissen der altbernischen Familie von Erlach aus dem 17. und 18. Jahrhundert, so des Hans Ludwig, Herrn zu Kasteln, Marschalls von Frankreich, und seiner Familie; der Schultheissen Hieronymus und Albrecht Friedrich; des Franz Ludwig Viktor, Landvogt nach Oberhofen. An ihnen erwahrt sich, wieviel Aufschluss solchen Bildnissen hinsichtlich Physiognomie, Gewand, Zeitstimmung, all dessen, woran der Epoche gelegen war, entnommen werden kann. Man bemerkt, wie die massgebenden Berner von damals sich mit der Kunst noch soweit einlassen mochten, als sie ausser zum Bau ihrer Häuser, ihrer Stadt zur Darstellung ihrer staatlichen und persönlichen Würde dienstbar war. Durch alle Steigerung bis zu fürstlichem Gepränge, durch allen Wandel hindurch, bleibt die Wahrung solcher Würde konstant. «Diese Bildnisse von Staatswürdenträgern, Offizieren, Landjunkern und Damen der Gesellschaft», schreibt Rudolf von Tavel einmal von den bernischen Porträts, «betonen sehr stark das Repräsentative. Die in Wirklichkeit vorherrschende Einfachheit der Lebensweise, auf welche zum guten Teil der Wohlstand unserer Vorfahren beruhte, kommt da nicht zur Geltung. Die Betonung des Repräsentativen lag einerseits im Geschmack der Zeit, in der naiven Freude am Schönsein; anderseits aber hängt sie eng zusammen mit der Auffassung, dass man seinem Amt und seiner gesellschaftlichen Stellung ein würdiges, imponierendes Auftreten schuldig sei. Das enge Verwachsensein mit dem Staat, welches das Staatsinteresse zum persönlichen Interesse machte, brachte das mit sich. Und die Pflege dieser äusseren Kultur weckte mehr und mehr den Sinn für die verfeinerte Kultur im Privatleben, die uns in den Porträts auf den Personen und im Beiwerk entgegentritt. Das Standesbewusstsein prägt sich hier in einer uns modernen Menschen fremden Weise aus. Dass hie und da auch einer sich zur Repräsentation verpflichtet fühlte, der nichts zu repräsentieren hatte und just desto mehr Gewicht auf eine glänzende Aufmachung legte, gehört zu den überzeitlichen menschlichen Erscheinungen. - Im alten Bern war man auf Wahrung der Würde bedacht, vielleicht mitunter mehr als nötig; heute aber ist man zu sehr geneigt, auf Würde zu verzichten und meint damit eine Bürgertugend zu üben.»

    Dies gilt nicht etwa für die Erlach-Bildnisse allein, man wird die Wahrheit dieser Beobachtungen an all den vielen Porträts, die die Wände im Schloss Oberhofen beleben, erhärtet sehen. In ihnen kommen die meisten Maler, denen die Berner Modell gesessen sind, ein- oder mehrmals zu Wort: Johannes Dünz, Johann Rudolf Huber, Robert Gardelle, Johann Rudolf Dälliker, Emanuel Handmann, Sigmund Barth, Tiberius Wocher bis hin zum Empiremaler Johann Daniel Mottet.

    Von all diesen hebt sich durch eigenen Rang sowohl des Malers wie des dargestellten Mannes Joannes Kupezkys um 1715 in Wien gemaltes Bildnis des Prinzen Eugen von Savoyen ab, das der Prinz dem Schultheissen Hieronymus von Erlach einst als persönliches Geschenk überreichen liess.

    Die Epoche der baufreudigen Grafen des 19. Jahrhunderts kommt im Dachgeschoss des Nordtraktes in Form eines Appartement Pourtalès zur Geltung. Das Zimmer im 1850 erbauten Eckturm war seinerzeit dem einzigen Bruder des Grafen Albert, Guillaume, und seiner Gattin, geborener Maltzan, zugedacht; ihre Wappenallianz ziert das Kaminsims. Das Alkoven-Zimmer daneben trägt die ursprüngliche Tapete, die das Gefühl erweckt, in eine mit Klematis überwachsene Gartenlaube geraten zu sein. Mobiliar der Jahre 1860 und 1880, aus verschiedensten Orten zusammengetragen, ruft im Verein mit Familienandenken die mit Dingen und Stoffen übersättigte bürgerliche Atmosphäre der vergangenen zweiten Jahrhunderthälfte, aber auch den Stilwandel vom Spätbiedermeier zur Gründerzeit herauf. Hierher wurde auch der vormals im Gartensaal eingebaute, 1864 entstandene Glasgemälde-Zyklus von Ludwig Stantz versetzt, der in 18 Medaillons, mit Wappen und Nebenstücken, die Geschichte des Schlosses Oberhofen, seine Besitzer und seine Legende zum Thema hat. «Das Ganze bildet», so äusserte sich der Künstler selbst, «eine Übersicht der verschiedenen ornamentarischen Style der Glasmalerei vom XII. bis XVII. Jahrhundert und der Trachten jener Zeiten» - bei welchem Vorhaben sich freilich doppelt deutlich die Verhaftung des Glasmalers in der eigenen Epoche erweist. Seine Zeitgenossen gaben den Preis der hübschen Darstellung der Nachenfahrt Scharnachthals mit seiner Familie über den See.

    Noch eine Treppe höher, und wir befinden uns im aufragenden Bergfried, in dem nun, über dem neugotischen Esszimmer und der Rüstkammer, drei weitere grosse Gemächer übereinander liegen. Das nächste - einst Kinderzimmer-ist der schon erwähnte Ahnensaal mit den Bildnissen, darüber die Bibliothek mit umlaufender Galerie, im Stil von 1850, heute mit Bücherdepositen der Berner Stadtbibliothek versehen, vor allem mit der Sammlung von Handschriften, Wiegendrucken, Chroniken, frühen naturwissenschaftlichen Werken und historischer Literatur des Roggwiler Arztes Dr. med. Werner Zesiger (1907-1958).

    Zuoberst in diesem Turm, mit der Landschaft, die man vor den Fenstern sich hinbreiten sieht, auffällig kontrastierend, liegt der farbige Selamlik des vormals königlich-preussischen Gesandten Grafen Albert Pourtalès, vom weitgereisten Theodor Zeerleder im Stil der Pforte entworfen, 1855 von Brienzer Schnitzlern ausgeführt, ergänzt mit Inventar aus der Sammlung Henri Moser-Charlottenfels im Bernischen Historischen Museum.

    Nach dem Rundgang durch das Schloss lädt der weite Park zur Erholung ein: im Zwinger am See der Rosengarten; die Blumenparterres vor dem Palas und auf der Seeterrasse, mit geometrischen Mustern aus Begonien und Buchs; die weiten englischen Rasenflächen zwischen hohen Koniferen; das BlumenSchweizerkreuz am Wasser; die Charmille und die Uferpromenade unter alten Bäumen; das Kinderparadies von 1954 vor der «Böcklinschen» Pergola von 1868; die Zwergkoniferensammlung von W. M. Measey zuhinterst im Park - eine Welt, in der Natur und Kunst sich begegnen.

    Neben den grossen Wellingtonien steht das von den Grosseltern Friedrich Pourtalès 1853 für ihre fünf Harrach-Enkel erbaute Kinderspielhaus in Form eines Chalets, das im Erdgeschoss eine wiedereingerichtete Miniaturküche, im Obergeschoss, hinter der mit Geranien vollgehängten Holzlaube, eine mit alten Spielsachen gefüllte Stube birgt: Burg und Armbrust für die Knaben, Puppen mit allem modischen Zubehör, Kochherde und Hausrat für die Mädchen, und manches für alle beide.

    Vor dem Verlassen der Gartenoase am See, die zwischen weitem Grün, je nach der Jahreszeit, bunte Akzente von Dahlien, Zinnien, Fuchsien, Azaleen und Rhododendren zeigt und den grossen Blick auf Schneeberge, Voralpen, Mittelland und Jura, nach Nordwesten in abklingender Linie, gewährt - vor dem Durchschreiten des Torturms also weckt ein Gang durch Remise und Stall, an Wagen und Schlitten und Kindergefährt, an Reisegepäck, Sattelund Zaumzeug vorbei, zuletzt noch das Erinnern an die Pferdeherrlichkeit von einst.

    Dann nimmt der Besucher Abschied. Er hat auf engem Raum die Epochen an sich vorüberziehen sehen in der Geborgenheit einer Wohnlichkeit, die zwar stets die von Privilegierten war, aus der aber, für immer dahin, rauh oder zart, herrisch oder schlicht, die Stimme von Menschen tönt, denen allen dieser Ort zum Schicksal geworden ist, Zeitgenossen sie alle von Grossen und Geringen im Gang der Jahrhunderte. Im Wechsel dieses Vorübergangs hielten die Mauern den zahllosen Wettern stand. Heute wandeln Tausende im Schloss treppauf und-ab, im Park zwischen Blumen und Grün. Oberhofen gehört dem Bernervolk und all seinen Gästen, dank der Einsicht eines Stifters, der die Zeichen der Zeit, das Gebot der Stunde erkannt hat.

    «Bernerlob»
    Michael Stettler
    Berner Burgerbibliothek Bern 1963
    Zweite Auflage 1964
    Gesamtherstellung Stämpfli & Cie Bern
    Printed in Switzerland


    Schloss Oberhofen - Nachweise

    Erstdruck. Für freundliche Mitteilung von Daten dankt der Verfasser dem kantonalen Denkmalpfleger Hermann von Fischer, für Erschliessung von Quellen Herrn Dr. Hans A. Haeberli, Burgerbibliothek, Bern.

    LITERATUR: Berthold von Mülinen-Gurowsky: Ein Besuch im Schloss Oberhofen. Berner Taschenbuch 1859, S.232. - B. Hidber: Über die Herren von Scharnachthal usw. Berner Taschenbuch 1889/90, S. 218. - O. Weber: Das Schloss Oberhofen am Thunersee. Blätter für Bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde 1927, XXIII. Jahrg., S.221. - Rudolf v. Fischer: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern. Berner Oberland I, Basel 1938, S.62. - Elisabeth Pistor-Frey: Bekanntes und Unbekanntes von Oberhofen und Hilterfingen. Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1954 Heft 4. - Hermann v. Fischer: Schloss Oberhofen. Schweiz. Kunstführer,herausgeg.v. d. Ges. f. Schweiz. Kunstgeschichte. - Zu den Neueinrichtungen: Jahrbuch des Bernischen Historischen Museums, Jahrg. 1952/53 ff.

    PLÄNE: Im Schloss Oberhofen: Originalpläne. Um 1850 von James Colin, Neuenburg; 1869/70 von Baumeister Fr. Hopf, Thun; 1895 von Baumeister Joh.Frutiger, Oberhofen; Aufnahmen von Arch. H. Frutiger, Oberhofen 1911; Epochenplan von Arch. H. v. Fischer. - In der Burgerbibliothek Bern: Dokumente und Entwürfe aus dem Nachlass von Arch. Theodor Zeerleder.

    auf Kenntnis des Mittelalters gegründetem ... historischem Geschmack: B. v. Mülinen-Gurowsky (s. oben Lit.).

    Darstellungen des Malers Albrecht Kauw: im Bernischen Historischen Museum und im Schloss Oberhofen.

    Frau Gräfin, ich küss die Hand und folgender Abschnitt aus: Erinnerungsbüchlein gestiftet zum 13. Juli 1930 für den Bazar in Oberhofen am Thunersee (Verfasser Missionar Bürki). Buchdruckerei A. Aeschlimann, Thun.

    Der sechzehnjährige Schopenhauer: F. A. Volmar, Arthur Schopenhauer und das Berner Oberland. Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1955, S.187.

    Prozessstübli: Akten im Bernischen Historischen Museum.

    Diese Bildnisse von Staatswürdenträgern: Henry B. von Fischer und Conrad von Mandach, Le Portrait Bernois à travers les siècles. Basel 1932. Einleitung von Rudolf von Tavel.

    Bibliothek Dr. Werner Zesiger im Schloss Oberhofen. Katalog der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern 1960.




    «Die Feudalherren wussten, wo es am schönsten ist»

    Schloss Oberhofen

    Für die Touristen ist die Sehenswürdigkeit ein Muss; für Rudolf Holzer ist das Schloss sein Daheim. Er ist aber nicht Schlossherr, sondern seit 19 Jahren dafür verantwortlich, dass in Museum und Park alles rund läuft.

    Das Schloss mit den zahlreichen Türmchen und Dachaufbauten steht mitten im Dorf Oberhofen, direkt an den Ufern des Thunersees, und beeindruckt vor allem durch die Aussicht auf die Berner Alpen. Die Leute hätten eben früher auch schon gewusst, wo es schön sei, vermutet Rudolf Holzer.

    Holzer gehört seit 19 Jahren zum Schloss und fühlt sich dort zuhause. Er sei verantwortlich dafür, dass im Schloss alles seinen gewohnten Gang nehme: Die Koordination von mehreren Anlässen oder Ausstellungen sowie der reibungslose und pünktliche Ablauf beim Öffnen und Schliessen des Museums lägen bei ihm, sagt Holzer beim abendlichen Rundgang mit dem «Bund».

    Jeden Morgen um 7 Uhr betritt er das Schloss als erster, um gründlich zu lüften. Nach dem abendlichen Kontrollgang verlässt er das Schloss als letzter. Bei gewissenhafter Durchführung dauert dieser Kontrollgang bis zu zwei Stunden. Im Erdgeschoss, den beiden Obergeschossen und im Turm löscht er die Lichter, schliesst die Fensterläden und riegelt die Räume mit dem Schlüssel ab.

    Schönster Arbeitsplatz

    «Manchmal, da muss ich einfach mit der Arbeit innehalten und eine Weile diese Schönheit geniessen», sagt Holzer und zeigt auf den Schlosspark vor dem Alpenpanorama und auf «sein» Schloss, wie er es gerne nennt. Rudolf Holzer lässt genausowenig wie die alten Feudalherren aus dem 15. Jahrhundert den Vergleich mit Schloss Spiez gelten. «Sein» Schloss sei mit mehr antiken Möbeln und verschiedenen kleinen Details ausgestattet als das Spiezer, sagt er stolz.

    Museum mit Schlosspark

    Seit 1954 ist das Innere des Schlosses als Museum der breiten Öffentlichkeit zugängig. In 33 Räumen wird eine bedeutende Ausstellung der bernischen Wohnkultur mit Interieurs aus dem 16. und 17. Jahrhundert gezeigt. Das enge Verlies, der gediegene Salon Napoléon III oder das türkische Rauchzimmer zeigen die schönen und die dunklen Seiten des mittelalterlichen Hausens. Die alte Schlosskapelle wird heute noch benutzt - vorwiegend für Hochzeiten.

    Im Schlosspark fällt auf den ersten Blick die ungeheure Weitläufigkeit auf, die früher Burgfräuleins und Töchter der Landvögte zum Lustwandeln verleitete und heute die Touristen anzieht. Die Besucher und Besucherinnen bewundern geometrischen Blumenbeete in allen möglichen Form- und Farbvariationen, die gepflegten Rosengärten und die exotischen Mammutbäume am Seeufer.

    Goldenes Kindergeschirr

    Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich im Park zusätzlich ein Kinderchalet mit einer winzigen Kochnische und goldenem Kindergeschirr für die Töchter und Söhne aus den wohlhabenden Familien des Schlosses Oberhofen.

    «Das Schloss kann man immer wieder geniessen», sagt Holzer, der sich auch nach 19 Arbeitsjahren im Schloss Oberhofen noch immer jeden Morgen darauf freut, «sein» Schloss wieder zu betreten.

    Der Uferweg

    Diskussionen hatte es um den gemäss See- und Flussufergesetz notwendigen Uferweg gegeben, der die Parkanlage beim Schloss Oberhofen tangiert. Seit einiger Zeit liegt eine von allen Beteiligten genehmigte Wegführung vor: Der Weg wird nicht direkt dem See entlang führen, sondern durch das obere Drittel des Schlossparks, wie es die örtlichen Gegebenheiten verlangen. Dazu muss die Schlossmauer an zwei Stellen durchbrochen werden.

    Die Oberhofer Stimmbürger haben diesen Vorschlag angenommen, der Kanton hat ihn bestätigt. Opposition habe es keine gegeben, sagt Gemeindepräsident Christian Brönnimann. Dies bestätigt auch Georg Germann, Direktor und Mitglied des Stiftungsrates des Schlosses. Die Lösung sei gemeinsam erarbeitet worden und für Schloss und Gemeinde gleichermassen annehmbar. Brönnimann rechnet damit, dass der Weg bis 1998 fertiggestellt sein wird. Der Uferweg soll zwar freie Sicht auf den Thunersee, nicht aber freien Zutritt zum Park bieten. Dies wird mit natürlichen Grünflächen verhindert werden.

    An- und Umbauten

    1954 wurde aus dem Schloss Oberhofen ein Filialmuseum des Bernischen Historischen Museums, das Schloss wurde der breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht. Das eindrucksvolle Gebäude wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gelangte im 14. Jahrhundert an die Habsburger, die bis 1652 als Feudalherren das Schloss bewohnten.

    Nach der Schlacht von Sempach zogen herrschende Landvögte aus Bern in das Schloss, bis es 1801 in Privatbesitz überging. 1940 errichtete der amerikanische Rechtsanwalt William Maul Measey die Stiftung Schloss Oberhofen.

    Während der Jahrhunderte veränderten, erweiterten, renovierten und modernisierten die verschiedenen Besitzer das Schloss und seinen Park ständig. Besonders bedeutende Umgestaltungen erfolgten unter dem Grafen von Pourtalès. Letzter Umbau war die Sanierung des Turms, als nächstes ist geplant, den Uferweg zu realisieren.

    Hansueli Trachsel
    Der Bund; 02.08.1996




    Schlosspark im Wandel

    Schloss und Park von Oberhofen liegen in romantischer Lage direkt am See mit prächtiger Aussicht auf die Alpen.

    Der um 1200 gebaute trutzige Bergfried wurde mehrmals aufgestockt, die Anlage immer wieder erweitert und umgebaut. Erst die tief greifenden baulichen Veränderungen der Grafen von Pourtalès – Besitzer des Schlosses im 19. Jahrhundert – machten aus der Bernischen Landvogtei einen malerischen Sommersitz.

    In Verbindung mit den baulichen Veränderungen des Schlosses entstand an Stelle des ursprünglichen Obstgartens ein Englischer Landschaftspark en miniature mit weit geschwungenen Wegen und prächtigen, zum Teil exotischen Nadelhölzern. Wie dies im 19.Jahrhundert üblich und beliebt war, wurden im hausnahen Bereich Terrassen mit geometrischen Blumenparterres angelegt.

    In dieser Zeit errichtete man auch das Gärtnerhaus, eine Orangerie mit Gewächshaus und das Kinderchalet. Später wurde der Park mit einem Schatten spendenden Laubengang, einem Zwergkoniferentälchen sowie mit Grotte und Pergola bestückt.

    Heute ist das Schloss mit Interieurmuseum und umliegendem Park eine Filiale des Historischen Museums von Bern.

    www.nike-kultur.ch



    Historische Gärten, Gartenkunst

    Die Tatsache, dass die Schweiz im Herzen Europas liegt, schlug sich schon vor über tausend Jahren auf unsere Geschichte nieder. Nicht nur auf die Geschichte von Schlachten, Wilhelm Tell und Rütlischwur, sondern auch auf die Geschichte der Gärten. Bedeutende Architekten schufen schon sehr früh Gärten, anhand deren Gestaltung unsere heutigen Historiker viel von der damaligen Lebensweise herauslesen können. Gut erhaltene Gärten sind also neben ihrer Schönheit auch Zeugen längst vergangener Zeiten.

    Mit der Sesshaftigkeit der Menschen fallen die Anfänge der Gartenkunst zusammen. In dieser Zeit, wo Nomaden zu Ackerbauern wurden, versuchten die Menschen durch kultivieren von Getreidepflanzen einen Teil ihres täglichen Bedarfs an Nahrungsmittel der Natur abzuringen. Zum Schutz des kleinen Ackers gegen wilde Tiere wurden die Felder mit Zweigen und Ruten umzäunt. Man spricht von umgerten, daher der Begriff Garten. Die Pflege der Pflanzen verlangte schon damals Wege und somit regelmässige Beete. Diese Beete waren damals wie heute meistens rechteckig und erforderten im weitesten Sinne eine Planung. Historiker deuten diese Zeit als den Anfang der Entwicklung der Gartenkunst.

    Die ersten Spuren von eigentlichen Gartenanlagen finden sich in Ägypten und führen in die Zeit 1500 v. Chr. Damals kultivierte man ungefähr 20 verschiedene Baumarten im Niltal. Um die Kulturen vor Überschwemmungen und Trockenheit zu schützen, legten die Ägypter Be- und Entwässerungsgräben an. Wie weit schon damals die Gartenkunst fortgeschritten war, belegen Gemälde, Skizzen und Ausgrabungen. Diese zeigen Weinstöcke an bogenförmigen Lauben, Kübelpflanzen, Baumalleen, Teiche und vieles mehr. Neben Ägypten schreibt man auch Westasien, Rom, Griechenland und den Islamischen Staaten einen bedeutenden Teil der frühen Gartenkunst zu.

    Gartenkunst in der Schweiz

    In Bezug auf die Schweiz vermutet man, dass Gartenkunst erst im Zuge der römischen Kolonisation in Erscheinung trat. Man darf annehmen, dass römische Villen und Gutshöfe, diese waren über das ganze Land verstreut, aufwendige Gärten besassen. In der weiteren Entwicklung von Gärten kam den Klöstern eine sehr zentrale Rolle zu. So besitzt die Schweiz eines der ältesten Plandokumente einer Klosteranlage. Es stammt aus dem Jahre 816 und zeigt die Klosteranlage St. Gallen, die jedoch nicht nach diesen Plänen realisiert wurde. Neben der zeichnerischen Darstellung beinhaltet der Plan auch eine Beschreibung von Pflanzen. Unaufhaltsam entwickelt sich die Gartenkunst weiter und weiter. Auffallend ist, dass Gärten immer sehr eng mit der Kultur eines Landes verbunden sind.

    Renaissance und Barock

    Die Gartenkunst erlebte im Barockzeitalter einen ihrer vielen Höhepunkte. Die Einheit von Haus und Garten, die vorher in der Renaissance angestrebt wurde, gelangte zur Vollendung. Der Garten wurde auf die Architektur der Gebäude ausgerichtet. Er führte also die Architektur im Freien fort. Diese Entwicklung ist vor allem Ludwig XIV. zu verdanken. Noch im 17. Jahrhundert machte sich dieser Einfluss auch in der Schweiz bemerkbar, beispielsweise an den Sitzen der französischen Gesandten in Solothurn und Bern. Der eigentliche Umschwung ins Barockzeitalter erfolgte mit dem Bau von diversen Schlössern in der Schweiz, im Zuge des Schlossbaues in Versaille. Diese formale, geometrische Gartenkunst ist bis heute bei vielen Landsitzen und Schlössern, sowie zahlreichen Bauerngärten sichtbar.

    Der englische Einfluss

    Auf den geometrischen Garten hin folgte in der Schweiz der englische Landschaftsgarten. Entscheidend für diese Entwicklung war die wirtschaftliche Revolution des 16. Jahrhunderts. Wollindustrie und Schafzucht wurden gefördert. Äcker verschwanden und wurden in Wiesen umgewandelt. Dies führte zu romantisch wirkenden Parklandschaften. Diese Entwicklung in England war längst abgeschlossen, als die damit verbundene Gartenrevolution das Festland erreichte. Vor allem die Naturphilosophen dieser Zeit propagierten den englischen Landschaftsgarten. Es waren dies Voltaire, Rousseau, Schopenhauer und Herder. Die Schweiz lieferte zu diesem Umwälzungsprozess wichtige Impulse. Unsere Naturschönheiten und der Überdruss der oberen Schichten an Luxus lockte viele Fremde und Reisende in unser Land. Angesichts dieser Tatsache vergass man den Garten, die Gartenkunst schien in eine Sackgasse zu geraten. Neue Strömungen beeinflussten aber den englischen Landschaftsgarten.

    Der englische Park

    Der Landschaftsgarten wandelte sich mehr und mehr zum englischen Park. Ziel der Parkplaner war, die Natur nachzuahmen und auf natürliche Weise noch schöner zu machen. Die Gartenaufteilung soll eine Abfolge von Bildern vermitteln. Grosse Rasenflächen, Gehölzgruppen und Optische Weite waren das Zentrale im englischen Parkgarten. Keine Spur also, von Sackgasse. Diese neue Gartengeneration schwabbte bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts in die Schweiz über. Man begann damit, die Randzonen der klassischen französischen Barockgärten im Stil der englischen Parkgärten anzulegen. Einerseits weil der englische Garten eine Mode darstellte, anderseits weil der französische Barockgarten im Unterhalt sehr aufwendig war. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts liessen sich vermehrt Industrielle in der Nähe ihrer Fabriken nieder und bauten Villen mit englischen Parkgärten. In dieser Zeit eröffnete sich für den Begriff Garten eine neue Dimension. Gärten wurden nämlich nach dem Zweck ihrer Bestimmung genannt: Tiergärten, Volksgärten, Friedhofgärten usw.

    Parks und Öffentlichkeit

    Mit der französischen Revolution und der Industrialisierung wurden Voraussetzungen geschaffen, dass die wunderbaren Gärten nicht nur gewissen Bevölkerungskreisen vorenthalten blieben. An vielen Orten wurden grosszügige Quaianlagen, Parks und Promenaden angelegt. Mit dem Bau von öffentlichen Gebäuden schuf man gleichzeitig neue Grünanlagen. Dieser Zeit verdanken wir die grosszügigen Grünflächen in unseren Städten, auch der Schweizerhofquai in Luzern, der 1854 vollendet wurde.

    Gartenkunst nach 1850

    In dieser Zeit erlebte der englische Landschaftsgarten den Höhepunkt, was zugleich auch dessen Ende bedeutete. Neue Lebensgefühle, der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichten das “zur Schau stellen" von Reichtum. Intensive Handelsbeziehungen der Seefahrermächte in Europa brachten immer mehr exotische Pflanzen in die Gärten jener Zeit. Richtige Blumenteppiche wurden angelegt. Handelsgärtnereien, Blumenbinder und Importeure schossen wie Pilze aus dem Boden. Diese Vielfalt an neuen Strömungen brachte die Gartenkunst um den Verlust ihrer Einheit. Zwar blieb der englische Landschaftsgarten Rahmen der Gartenanlagen, die verschiedenen Stile, die in einen Park einflossen veränderten ihn aber dauernd. Diese Zeit nennt man Stilpluralismus. Dies ist mit ein Grund, dass die heutigen Gärten und Parks aus verschiedenen Bereichen bestehen. Wohl sieht man Ornamente aus Buchs, bepflanzt mit vielerlei Blumen, daneben aber erstrecken sich weite, grüne Flächen mit Baumgruppen heimischen und exotischen Ursprungs. Zeugen dieser Zeit um Luzern sind das Schloss Meggenhorn und die englische Schlossvilla auf Dreilinden (heute Konservatorium).

    Historische Gärten heute

    Mit der wachsenden Bevölkerung und dem damit verbundenen Landverbrauch ist es heute nur selten möglich, solch grosse Gärten und Parks anzulegen. Die bestehenden Parkanlagen aber werden gepflegt und sind der Öffentlichkeit zugänglich. Viele dieser grossen, schönen Gärten werden getragen von Vereinen, Stiftungen und Gesellschaften. Einige sind noch heute in Privatbesitz, andere gehören der Gemeinde, dem Kanton oder dem Staat. Solche Gärten sind Dokumente einer längst verflossenen Zeit.

    Dieser historischen Bedeutung wird in der Pflege Rechnung getragen. Zusammen mit verschiedenen Interessengruppen werden sogenannte Parkpflegewerke ausgearbeitet, die die historischen Gegebenheiten berücksichtigen. So wird bei jeder Arbeit, die den Park verändert darauf geachtet, ob ein historischer Aspekt betroffen wird oder nicht. Selbstverständlich werden in solchen Parkpflegewerken auch ökologische Kriterien eingebracht. Es dürfen keine Herbizide ausgebracht werden oder die Parkanlage muss anfallendes Grünmaterial selber kompostieren können. Bei der Pflege werden also denkmalpflegerische und ökologische Aspekte sowie Interessen der Trägerschaft berücksichtigt.

    Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt sind die Ansprüche der Besucher eines Parks. Für viele bildet ein Park in erster Linie Ruhe und Erholung. Vor allem ältere Leute schätzen die Geborgenheit und gleichzeitig die wunderbare Aussicht, die eine Parkanlage bietet. Weiterbildung, etwas spezielles sehen, promenieren und flanieren sind weitere wichtige Gründe einen Park zu besuchen. Meistens bietet die Villa oder das Schloss zum Park Möglichkeiten, die Geschichte einer Region kennenzulernen. Vielfach werden Führungen in Haus und Garten durchgeführt. Auch Kurse über altes Brauchtum oder über den Garten werden laufend angeboten. Ausstellungen, Vorführungen und Kulturelles beschliessen das reichhaltige Angebot an Aktivitäten rund um Schloss und Park.

    Geheimtip:

    In der Schweiz gibt es sehr viele schöne Parks und Gartenanlagen. Man denke an die verschiedenen Quaianlagen in unseren Städten, an Industrievillen mit grossen Parkanlagen, an Herrschaftssitze und Schlösser, an botanische und zoologische Gärten, an Gärten bei Kurorten und neuerdings auch an Golfanlagen.

    Als einer von vielen Geheimtips gilt das Schloss Oberhofen am Thunersee. Im 13. Jahrhundert entstand die Wehrburg Oberhofen. Nach der Schlacht von Sempach besetzten bernische Truppen Oberhofen. Burg und Herrschaft wechselten in der Folge mehrmals den Besitzer. 1652 bis 1798 war Oberhofen Landvogteibesitz und wurde während dieser Zeit zum Schloss ausgebaut. Ab 1801 war das Schloss in verschiedenen Privatbesitzen. 1940 errichtete Rechtsanwalt William Measey, er kaufte das Schloss 1925, eine Stiftung Schloss Oberhofen. Dem Schloss angegliedert ist ein ca. 2,5 ha grosser Park. Diese eindrückliche Gartenanlage enthält eine überwältigende Palette historischer Gartenkunst. Der Park, er entstand um 1840, durchlief sämtliche Modeströmungen, welche vielfach bis heute erhalten blieben. Beispiele historischer Gartenkunst im Schloss Oberhofen sind der Rosengarten, die Sommerbepflanzung, die vielen Buchs - Ornamente, die Vielfalt an Nadelgehölzen, die eindrückliche Gartenlaube aus Hainbuchen und vieles mehr.

    Neben dem Schloss und seinem Park lohnt sich ein Besuch in Oberhofen auch wegen der weiteren Umgebung. Eingebettet zwischen See und Bergen bietet die Umgebung Oberhofen am rechten Thunerseeufer viele Ausflugsmöglichkeiten. Wanderwege für jung und alt, Schiffahrten, Beatushöhlen und Wasserskischulen sind nur einige Möglichkeiten des touristischen Angebotes. Das Schloss Oberhofen ist ein beliebtes Ziel für einen Tagesausflug.

    Kern Gärtnerei 8810 Horgen (Pressemitteilung)


    Schloss Oberhofen. Photo: Mike Lehmann
    g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT
  •