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«Gotzhus zu Predyern» Die Französische Kirche ist der letzte Überrest eines ehemaligen Dominikanerklosters, das im Jahre 1269 gegründet worden war. Nach der Reformation diente es als Spital und kurz vor 1900 sogar als Unterkunft für französische Truppen. Der Dominikanerorden hat sich im Jahr 1269 in Bern niedergelassen, vierzehn Jahre nachdem die Franziskaner gekommen waren. Die Stadt stellte ihnen das Land für ihr Kloster zur Verfügung. Die Dominikaner griffen bald in das religiöse Leben der Stadt ein und amteten als Inquisitoren, indem sie Waldenser zum Abschwören bewegten. Schon bald nach ihrem Bau war die Kirche verschiedentlich auch Ort von Gemeindeversammlungen. 1418 konnte sogar der Papst im Kloster empfangen werden, wo zu dieser Zeit nur gerade 19 Mönche lebten. Das Ende der Klostergemeinschaft kündigte sich bereits ein Jahr vor der effektiven Schliessung an: Am 13. Juli 1527 entschied die Berner Regierung, sämtliche Klöster zu bevogten. Am 20. Februar 1528 wurde es schliesslich endgültig aufgehoben, wobei sieben Mönche gleichzeitig den Glauben wechselten. Vor der Reformation wurde die Kirche im wesentlichen als «ecclesia Predicatorum» und als «Gotzhus zu Predyern» bezeichnet. Später wurde sie auch als «welsche Kirche» bezeichnet, was damit zusammenhängt, dass um 1690 französische Flüchtlinge einen Teil des Klosters bezogen. Unmittelbar nach der Reformation wurde das «Niedere Spital» ins ehemalige Kloster verlegt. In der Sakristei richtete man eine Speiseanstalt für Arme und Studenten ein. In der Mitte des 17. Jahrhunderts diente das Kloster als Zucht- und Waisenhaus. Wo früher Mönche gebetet hatten, lebten nun schwer erziehbare Jugendliche sowie später auch Verbrecher und Wiedertäufer. Wie das Burgerspital wurde 1798 auch das Predigerkloster zur Garnisonskaserne umfunktioniert. Der Nordtrakt wurde 1600, der Westtrakt um 1653 umgebaut und aufgestockt. Das ganze Areal wurde mit Ausnahme der Kirche um das Jahr 1900 herum abgerissen. |
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