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Republik Irak - Al-Jumhuriyah al-'Iraqiyah
Bush völlig konzeptionslos Megadefizit im US-Etat und fast jeden Tag neue Tote in Irak: Jetzt hat Ted Kennedy der Bush-Administration vorgeworfen, ihre Irakpolitik sei komplett kopflos. Die GIs am Golf würden wie Polizisten in einer Schiessbude eingesetzt, schimpfte der einflussreiche demokratische Senator am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Zugleich rief Kennedy zur Aussöhnung mit Deutschland und Frankreich auf. Die USA müssten ihren Stolz aufgeben und sich mit Frankreich und Deutschland wieder einigen. Washington könne Irak nicht effektiv stabilisieren, wenn die alten Wunden nicht geheilt und die Bitternis nicht überwunden werde. Kennedy forderte George W. Bush auf, UN und Nato um Unterstützung zu bitten. Der Präsident solle direkt an die Nato appellieren, die Militäroperation unter einem UN-Mandat zu übernehmen, wobei die USA aber den grössten Teil der Truppen stellen sollten, forderte der demokratische Senator. Er warf dem Weissen Haus vor, in Irak kein Konzept zu haben und damit das Leben der amerikanischen Soldaten aufs Spiel zu setzen. Die US-Soldaten würden täglich 15- bis 20-mal angegriffen. Die entscheidende Frage sei deshalb, ob wir den Frieden gewinnen können. Der Senator übte auch scharfe Kritik an den Kriegsgründen, die von der Bush-Regierung vorgelegt wurden. Es ist eine Schande, dass die Begründung für den Krieg auf schundhaften, aufgeblähten und sogar falschen Geheimdienst-Erkenntnissen zu beruhen scheint. Alles weise darauf hin, dass an diesen Erkenntnissen und an der Wahrheit gedreht wurde. Dienst ohne Ende in Irak Etwa 9000 Soldaten der dritten US-Infanteriedivision, die eigentlich in den nächsten zwei Monaten nach Hause zurückkehren sollten, müssen auf unbefristete Zeit in Irak bleiben, wie das Pentagon am Dienstag einen CNN-Bericht bestätigte. Die Entscheidung, die Rückkehr von zwei Brigaden auf unbestimmte Zeit zu verschieben, nannten zwei politische Experten auf CNN verheerend für die Moral der Truppe. Der ranghöchste Demokrat im Streitkräfteausschuss des Abgeordnetenhauses, Ike Skelton, äusserte sich ähnlich. Die dritte Infanteriedivision, die massgeblich am Sturz der irakischen Führung beteiligt war, war zeitweise mit 16 500 Soldaten in Irak präsent. Nach einer CNN-Zählung kamen während des Irak-Krieges 37 Soldaten der dritten Infanteriedivision ums Leben, mehr als in jeder anderen US-Armeeeinheit. Wissen Sie was, ich will nach Hause! In Briefen aus Irak tritt der Unmut in der Truppe mittlerweile offen zu Tage: Danke sehr, dass Sie unseren Einsatz für Frieden und Freiheit so stark unterstützen, heisst es im Schreiben eines amerikanischen Soldaten an einen republikanischen Parteifreund von Präsident George W. Bush. Aber wissen Sie was? Ich will nach Hause. Offenkundig nicht nur er. Die meisten Soldaten hier würden ihre Bankkonten plündern, um ein Flugticket in die Heimat zu kaufen, schildert ein Unteroffizier in einem Brief an den demokratischen Abgeordneten aus seinem Wahlkreis. Sie sprechen sich gegenüber jedem aus, der zuhören will, zitierte der Christian Science Monitor einen Offizier. Sie schreiben Briefe, sie weinen, sie brüllen herum. Viele von ihnen laufen mit sichtbar müden und deprimierten Gesichtern herum. (...) Wir fühlen uns wie Schachfiguren in einem Spiel, in dem wir nichts zu sagen haben. Haushaltsdefizit klettert auf Rekordhöhe Die Bush-Regierung teilte unterdessen mit, dass das Haushaltsdefizit dieses Jahr unter anderem wegen der Kriegskosten so hoch sein werde wie noch nie - es klettere wahrscheinlich auf 455 Milliarden Dollar (402 Milliarden Euro). Damit bräche Bush die bisherige Rekordmarke seines Vaters George aus dem Jahr 1992. Damals betrug der Fehlbetrag 290 Milliarden Dollar. Bush nimmt keine Silbe zurück Im Gegensatz zu US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sieht der unter Druck geratene US-Präsident keinen Grund, einige Passagen aus seinen Kriegsreden zu relativieren. Bush beteuerte am Montagabend ungeachtet anders lautender Einschätzungen seiner Regierung, seine Reden hätten sich auf verdammt gute Geheimdienstinformationen gestützt. Auch der britische Premierminister Tony Blair erklärte, er stehe völlig hinter den umstrittenen Berichten seines Geheimdienstes über irakische Uran-Käufe in Niger. US-Verteidigungsminister Rumsfeld und Sicherheitsberaterin Rice hatten noch am Sonntag erklärt, die Angaben zum Uran-Kauf in Niger hätten aus Bushs Rede gestrichen werden müssen. Sie hätten nicht den für eine Rede des Präsidenten geltenden Standards entsprochen. Als ich die Rede hielt, war die Passage wichtig, sagte Bush tags darauf in Washington. Die Informationen seien damals von der CIA überprüft worden. Bush hatte in seinem Bericht zur Lage der Nation im Januar mit Bezug auf britische Geheimdienstinformationen von irakischen Versuchen gesprochen, in Afrika Uran zu kaufen. Diese Informationen stellten sich später als zweifelhaft heraus. Bush bekräftigte, dass der US-Geheimdienst die entsprechende Aussage gebilligt habe. Andernfalls hätte er sie nicht übernommen. Bush zeigte sich weiterhin überzeugt, dass der irakische Machthaber Saddam Hussein versucht habe, ein Waffenprogramm zu entwickeln, das die Welt bedroht. Der Krieg sei gerechtfertigt gewesen. Unser Land hat die richtige Entscheidung getroffen. focus.msn.de 16.07.03 |
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