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Republik Irak - Al-Jumhuriyah al-'Iraqiyah
Demo gegen Krieg in Irak - Presseberichte Massen fordern Frieden Die Schweiz erlebte eine der grössten Demonstrationen in ihrer Geschichte, die Welt die grösste Friedensmobilisation seit dem Vietnamkrieg - und Diplomaten bei Uno und Nato suchen nach Antworten. In über 600 Städten auf allen fünf Kontinenten sind übers Wochenende Millionen Menschen gegen den von denUSA angedrohten Krieg gegen Irak auf die Strasse gegangen bis drei Millionen in Rom, je eine Million in London und Madrid, eine halbe Million in Berlin, mehr als 40 000 in Bern. Die Veranstalter der Kundgebung in Bern hatten mit höchstens 15 000 Teilnehmenden gerechnet und ernteten, trotz eisiger Kälte, schliesslich den grössten Massenaufmarsch im Lande seit der Friedenskundgebung von 1983. Zu Gewalt kam es (fast) nicht, und die befürchteten Provokationen mit Saddam-Propaganda sowie islamistischen Bekundungen blieben aus. Die Kundgebung, zu der 120 Organisationen aufgerufen hatten, zog viel Volk, aber auffallend wenig Polit-Prominenz an. Namhaftester Redner war Gewerkschafter André Daguet, der sagte, der angedrohte Krieg sei ein «Krieg gegen das irakische Volk und nicht gegen Saddam Hussein». Die links-grüne Berner Nationalrätin Franziska Teuscher rief die offizielle Schweiz auf, sich mit ihrer Aussenpolitik gegen einen Krieg zu stellen. Thema an der Kundgebung war auch die humanitäre Initiative von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey: «Calmy-Rey for President», hiess es auf einem Transpartent. Für neue Uno-Resolution Die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts sind am Wochenende durch weltweite Friedenskundgebungen unterstützt worden. Die USA wollen Irak mit einer neuen Uno-Resolution ein letztes Mal auf die Probe stellen. Wie die «New York Times» unter Berufung auf Beamte berichtete, soll Irak in den nächsten 14 Tagen bei den Waffeninspektionen gezielt auf die Probe gestellt werden. Die USA erwarten laut dem Blatt, dass Bagdad diese Tests der Abrüstungsbereitschaft nicht bestehen werde und daher der weltweite Widerstand gegen militärisches Eingreifen abnehme. In Kairo sprachen sich die Aussenminister der Arabischen Liga gegen einen Angriff auf Irak aus, das aber die Uno-Resolutionen erfüllen solle. In Brüssel gingen die Beratungen über Nato-Schutz der Türkei mühsam weiter. www.ebund.ch 17.02.03 rg/age Eine Volksbewegung gegen den Krieg Eindrücke vom Friedensmarsch in Bern - einer der grössten Demonstrationen, die die Schweiz je gesehen hat Bis zu 15 000 hatten die Organisatoren erwartet, vorsichtshalber fügten sie aber hinzu, schon 7000 würden sie als Erfolg verbuchen. Erschienen sind dann schliesslich mehr als 40 000, Bern erlebte die grösste Demonstration seit 20 Jahren. Gegen Bush junior und den angedrohten Irak-Krieg sinds damit 2003 doppelt so viele gewesen wie gegen Bush senior und den Golfkrieg 1991. Man kann ohne Übertreibung von einem historischen Ereignis sprechen: Die Welt sah die grösste Mobilisation für den Frieden seit dem Vietnamkrieg vor 30 Jahren, und in Bern warens 40 000, so viele wie nie seit der Friedenskundgebung von 1983 gegen die letzte Aufrüstungsrunde im Kalten Krieg; grösser war bloss noch der Generalstreik 1918. Der Grossaufmarsch vom Samstag in Bern kam in dieser Dimension völlig unerwartet, auch für die Veranstalter, das Anti-Kriegs-Bündnis aus 120 Organisationen, das schon mit 7000 zufrieden gewesen wäre. Erstaunlich, ja angesichts der schieren Masse fast an ein Wunder grenzt, dass es in der drückenden Enge der riesigen Menge zu keinen grösseren Zwischenfällen kam, mit Ausnahme zweier Männer, die in einen Streit gerieten, in dessen Folge sie sich mit einem Stichinstrument verletzten. Sonst jedoch passierte unter den immerhin Zehntausenden, soweit bekannt, niemandem etwas Böses, keiner kam zu Fall, offenbar gingen nicht einmal Kinder verloren. Und dies, obwohl dicht aneinander gedrängt zu Tausenden die Menschen aus dem Bahnhof quollen, sie sich in langen Kolonnen gleich in mehreren Zügen durch die Innenstadt wälzten und es auf dem Bundesplatz, der die Massen längst nicht fasste, derart brechend voll wurde, dass es, allein schon vomso genannten Stadioneffekt her, leicht zur Katastrophe hätte kommen können, wäre Unruhe aufgekommen. Im völlig verstopften Zentrum Berns ging nichts mehr, kam der Verkehr zum totalen Erliegen, war auch für Bern Mobil kein Durchkommen mehr. So etwas habe er noch nie erlebt, staunte ein Polizist, der schon sehr häufig im «Demo-Einsatz» stand. Das hat Bern noch nicht gesehen Ja, mehr noch des Staunens: Die Kundgebung verlief nämlich wider Erwarten auch ohne jede Provokation, wie sie die letzte Woche stetig nervöser gewordenen Organisatoren befürchtet hatten; so sehr, dass sie es opportun fanden, sich vorsorglich schon einmal öffentlich zu distanzieren für den Fall, dass Demonstranten Saddam-Hussein- oder Osama-bin-Laden-Bilder tragen sollten. Doch nein, niemand liess Saddam hochleben, nirgends war islamistische Propaganda auszumachen, anders als an der Palästina-Demonstration 2002 wehte keine Hisbollah-Fahne, fehlten antisemitische Ausfälle. Einzig eine US-Fahne ging in Flammen auf, davon abgesehen blieb es «Araber-seits» völlig ruhig. Auch «Schweiz-mässig» blieb die Demonstration friedlich, nachdem sie im Vorfeld vom innerlinken Zoff nach Berns Anti-WEF-Krawallen belastet gewesen war. Autonome vom Schwarzen Block waren am Samstag zwar präsent, ja formierten sich gar mit einer Hundertschaft unter dem Banner des «Revolutionären Aufbaus» zu einer unbewilligten «Nachdemo» durch die Marktgasse. Doch ihr Ruf nach «Aufruhr, Widerstand es gibt kein ruhiges Hinterland!» ging in der Menge kläglich unter, und abgesehen von jenen 40 aus 40 000, die mit Spray und Sachbeschädigung zwei Banken am Bärenplatz «angriffen», gab es keine Gewaltakte. Zwar fehlte es an der bunten, betont vielfältigen und übrigens auffallend fröhlichen Friedenskundgebung auch sonst nicht an Minderheiten, die die Gelegenheit zur Eigenprofilierung nutzten. Seien es tanzende PKK-Kurden auf dem Bärenplatz («Freiheit für Abdullah Öcalan»), seien es irakische Exil-Sozialisten («No to Bush, no to Saddam!»), seien es gar Kolumbianer («Heute Irak morgen Kolumbien?») oder auch Australier, die gegen eine Teilnahme von Down Under am Waffengang demonstrierten. Auch fehlten weder Schweizer Hanffreunde, die «Kiffen statt Kriegen» forderten (und die bitterkalte Luft entsprechend würzig süssten) noch etwa religiöse Exoten wie die Asketen von Hare Krishna oder die nicht gar so selbstlosen Raelianer, jene Sekte, die unlängst die Welt schockierte mit ihrer Behauptung, sie hätten erste Menschen geklont. Was indessen vor allem auffiel, war, wie viele Unauffällige an diese Kundgebung gekommen waren. Ein Routine-Protestumzug der üblichen linken Szenegänger war dies mitnichten, vielmehr wars, augenscheinlich gut erkennbar, die breite Manifestation einer veritablen Volksbewegung, die sichtlich gerade auch viele «Normalos» anzieht und bis weit ins bürgerliche Lager hinein Sympathien geniesst. Vom bodenständigen «Landei» im obligaten grünen «Helly-Hansen» mit Stumpen über megacoole Zürcher «kids» im hippen «Lonsdale»-Look mit Energy-Drinks bis zu noblem Berner Elfenau-Establishment in schickem Tuch mit «Globus delicatessa»-Tasche, alles war dabei. Auffallend auch: Viele Jugendliche zogen mit sehr viele sogar, und zwar wiederum gerade «ganz normale», denen ja gerne nachgesagt wird, dies sei eine unpolitische Jugend, die die Welt ignoriere, bloss konsumiere. Und begleitet von Eltern demonstrierten teils auch ganz Junge wie jene zwei Dreikäsehochs, die ein Kartonschild trugen, auf das sie farbig «Friden» gekritzelt hatten. Grosse Politik ohne Politgrössen Wenn wir schon bei Schildern und Spruchbändern sind: Gerade Parolen von Jugendlichen bestachen nicht selten durch frech-ironische Umkehrung von US-Propaganda da war, in Anlehnung auf die «Achse des Bösen», von Bush, Blair und Berlusconi als «Achse des Blöden» die Rede, oder es wurde, in Anspielung auf das «Wir sind alle Amerikaner» (wie es nach dem 11. September 2001 in Europa ein geflügeltes Wort der Solidarität war), gerufen: «Wir sind alle Iraker.» «Ich halte zum alten Europa», antwortete ein Demonstrant auf Donald Rumsfelds Europa-Rüge. «Wir wollen keine Rumswelt!» Auch Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die wegen ihrer humanitären Initiative derzeit arg bürgerliche Prügel einstecken muss, war an der Demonstration ein Thema. «Calmy-Rey, bleib Dir treu», wurde die linke Neue im Bundesrat ermuntert, gar «Calmy-Rey for President» wurde auf einem andern Schild gefordert. À propos hohe Politik: Die war an der Kundgebung übrigens auffallend dünn gesät. SP-Präsidentin Christiane Brunner immerhin soll kurz vorbeigeschaut und sich sehr über die grosse Masse gefreut haben, und die Nachrichtenagentur SDA hat in der Menge gar einen (allerdings nicht näher bezeichneten) «SVP-Politiker» ausgemacht. Aber sonst? Prominentester Redner war Smuv-Vizepräsident André Daguet, gefolgt von der grünen Nationalrätin Franziska Teuscher. Ein Promi-Stelldichein der so genannten politischen Klasse war diese «Demo» fürwahr nicht. Dafür ein Grosserfolg für die Basisaktivisten. Vor allem aber wars der deutliche Ausdruck einer offenkundig imVolk sehr verbreiteten Stimmung, wonach dieser Krieg gegen Irak nicht gewollt wird jedenfalls nicht heute, nicht so begründet, nicht ohne Uno. Und so lassen sich die vielen Stimmen dieser vielfältigen Kundgebung doch auf einen Nenner bringen, in eine «Message» an George W. Bush bündeln: «Mr. President, were not convinced.» www.ebund.ch 17.02.03 Rudolf Gafner Kommentar Mit Vernunft gegen den Krieg Die Demonstrierenden haben weltweit ein eindrückliches Zeichen gesetzt gegen den angekündigten Krieg. Der amerikanischen Regierung ist es bisher nicht gelungen, ihre Angriffspläne ausreichend zu begründen und zu rechtfertigen. In den meisten Ländern der Welt, auch in der Schweiz, ist die grosse Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht, Amerika missbrauche seine militärische Macht, und Gewalt sei zumindest gegenwärtig das falsche Mittel, um den Gewaltherrscher Saddam Hussein zu entwaffnen und zu vertreiben. Pazifisten neigen manchmal dazu, die Probleme einfacher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Die Geschichte kennt Beispiele dafür, wie durch ein Übermass an unreflektierter Friedensliebe der Krieg gefördert wurde. Saddam Hussein hat in der Vergangenheit genügend Beweise dafür geliefert, dass er kein Partner ist, mit dem man Probleme politisch lösen könnte. Um Übeltäter seiner Dimension in Schach zu halten, ist das militärisch schwache und politisch zerstrittene Europa auf die USA angewiesen. Die nun zutage tretende Entfremdung zwischen Europa und den USA ist deshalb Anlass zur Sorge. Ein Amerika, das sich immer mehr als neues Rom gebärdet, das in der Uno nur ein Instrument zur Durchsetzung seines Willens sieht und sich um das Völkerrecht foutiert, macht seine bisherigen Freunde ratlos. Was will Bush? Handelt er noch rational? Man ist auf Mutmassungen angewiesen. Das militärische Potenzial Iraks scheint aussenstehenden Beobachtern nicht mehr so gefährlich zu sein, dass es den Angriffskrieg rechtfertigt, unter dem in erster Linie die Zivilbevölkerung zu leiden hätte und der in der arabischen Welt den Hass gegen die Arroganz und Übermacht des Westens weiter schürte. Der «Krieg gegen den Terror» ist mit einem Angriff auf Irak ebenfalls nicht zu gewinnen, und auch Israels einsame Position würde dadurch nicht sicherer. Auch falls der Krieg nur zur Sicherung der Ölquellen geführt werden sollte, ist es zweifelhaft, ob er beitragen würde zur Stabilisierung der militärisch-politischen Lage in der Krisenregion. Es macht ganz den Anschein, als ob die Kriegsgegner, die weltweit auf die Strasse gegangen sind, ihre Position rationaler begründen könnten als der Präsident der Supermacht USA. Das ist beunruhigend. www.ebund.ch 17.02.03 Hanspeter Spörri Fast 40 000 Menschen demonstrieren in Bern BERN - 35 000 bis 40 000 Personen haben sich bei eisiger Kälte in der Berner Innenstadt versammelt, um unter dem Motto Kein Blut für Öl gegen einen Krieg in Irak zu demonstrieren. Über 120 Organisationen hatten zur Grossdemonstration aufgerufen. Bei der Demonstration in Bern handelte es sich um eine der grössten der letzten Jahre. Personen unterschiedlichen Alters und aus sämtlichen politischen Lagern marschierten zum Bundeshaus: Vom SVP-Politiker über die Gewerkschaftsvertreterin bis zum Universitätsprofessor. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 35 000 bis 40 000 Menschen. Die Demonstration verlief friedlich. Einziger Wermutstropfen seien Sprayereien an einem Gebäude, in dem sich Filialen der UBS und der Post befinden, sagte ein Polizeisprecher. Auf Spruchbändern waren Slogans wie Bush ist ein Bombenkerl, die Zeit für Frieden läuft nie ab oder no war for the Texas oil whore zu lesen. In Sprechchören skandierten die Demonstrierenden Bush, Sharon: assasins. Auf Flugblättern wurde die Beendigung der Kriegsvorbereitungen der USA in der Golfregion, die Aufhebung des UNO-Embargos gegen den Irak und die Zerstörung aller Massenvernichtungswaffen - insbesondere jene der USA - verlangt. Der Bundesrat wurde aufgefordert, sich in der UNO klar gegen einen Krieg auszusprechen. Die Demonstration war von einem überparteilichen Komitee Bündnis gegen Krieg organisiert worden. Dem Bündnis gehören unter anderen die Gewerkschaften GBI und VPOD, die Grünen Schweiz, die globalisierungskritische Organisation Attac sowie die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) an. Auch in St. Gallen gingen nach Polizeiangaben zwischen 2000 und 3000 Leute auf die Strasse. Die vordersten Demonstrierenden gingen rückwärts, um zu zeigen, dass ein Krieg im Irak ein Rückschritt wäre. Die Kundgebung verlief friedlich. In Chur zogen rund 600 Personen in einem bewilligten Friedensumzug durch die Stadt. Die Stadtpolizei registrierte nicht das geringste Problem und bescheinigte den Teilnehmenden vorbildliches Verhalten. www.affolternonline.ch 16.02.03 Alle gegen den Krieg Die Welt ist erwacht! Mehr als zehn Millionen gingen für den Frieden auf die Strasse. In Bern waren es 40 000 – es war die grösste Demonstration, die wir seit 1945 erlebt haben. Eindrücklich: Nirgends kam es zu nennenswerten Zwischenfällen, die Menschen von Melbourne, London, Tokio, Johannesburg, Berlin, Rom, Madrid, Bukarest, Brüssel, Damaskus, Bagdad und New York haben friedlich ihren Willen und vor allem ihr Herz offenbart. Es waren Linke und Rechte, Liberale und Sozialisten, Junge und Alte, Reiche und Arme, Moslems und Christen, Juden und Hindus. Ist es vermessen zu behaupten, es sei ein Ruck durch die Welt gegangen? Seit den Tagen des Vietnamkrieges haben wir eine so deutliche Kundgebung der Hoffnung nicht mehr gesehen. Ob George W. Bush, der bekennende Christ, die Signale hört? Ob er weiter behaupten wird, er habe die Mehrheit der Europäer hinter sich? Hat er überhaupt die Mehrheit des eigenen Volkes hinter sich? Aus dem Weissen Haus kam die rührige Beteuerung, der Präsident sei ein Mann des Friedens. Verlegen, Mister President? www.sonntagsblick.ch 16.02.03 40 000 Menschen trotzten in Bern friedlich und fröhlich der Kälte und dem Kriegsgeheul BERN - Im schmalen Käfiggässchen hinter dem Käfigturm ist nachmittags um drei kein Durchkommen mehr. Dicht an dicht stehen die Menschen unter ihren Transparenten. Es geht nicht mehr vorwärts, weil der Bundesplatz, auf den die Gasse mündet, schon randvoll ist mit 30 000 Demonstranten; es geht nicht rückwärts, weil von hinten weitere Tausende nachdrängen. Und nicht einmal seitlich gibt es ein Entkommen: Auch in der Marktgasse und auf dem Bärenplatz stehen die Menschen in Scharen. Es weht eine steife Bise, und es ist bitterkalt. Die Menschen, in Mantel, Schal und Wollmütze, frieren erbärmlich. Die Gruppe Mouvement pour le Socialisme hat den optimalen Weg gefunden, mit den widrigen Umständen auf angenehmste Weise fertig zu werden: Zur Musik aus dem Lautsprecherwagen tanzen die jungen Leute Samba und schwenken dazu rhythmisch ihre Transparente. «Schade, haben wir die falsche Jahreszeit», sagt eine der Tänzerinnen. Selten hat man im Land eine so mächtige, dabei so friedfertige, so fröhliche Demonstration gesehen. Ein Strassentheater am Kopf des endlosen Umzugs stellt parodistisch die Uno-Kontrollen im Irak nach. Aktivisten kleben fiktive Filmplakate: «Gulf Wars II». Eine Gruppe von Tänzerinnen und Tänzern nennt sich Pink Block in Anlehnung an den Schwarzen Block der gewaltbereiten Demonstranten, die den ganzen Tag über nicht in Erscheinung treten. (...) www.sonntagszeitung.ch 16.02.03 Australien Protestkundgebungen gegen Irak-Krieg gehen weiter SYDNEY - Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen einen von den USA geführten Irak-Krieg zu protestieren. Bereits am Samstag hatten dort 150'000 Menschen demonstriert; weltweit waren es sechs Millionen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich in der grössten Stadt Australiens, 200'000 Menschen an dem Protestmarsch. Stoppt das Bush-Feuer und unseren kleinen Brandstifter Howard, war auf einem der Schilder zu lesen. Damit spielten die Demonstranten auf die Unterstützung des australischen Ministerpräsidenten John Howard für die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush an. Howard zählt zu den engsten Verbündeten von US-Präsident George W. Bush für einen möglichen Waffengang gegen den Irak. Die Vereinigten Staaten, Grossbritannien und Australien sind die bislang einzigen Länder, die Truppenkontingente für einen Militärschlag gegen den Irak entsandt haben. Australien hat rund 2000 Soldaten in die Krisenregion an den Golf entsandt. Howard sagte, die Grossdemonstrationen seien kein Zeichen dafür, dass er den Kontakt zur Bevölkerung verloren habe. Ich tue das, von dem ich glaube, dass es richtig für Australien ist, sagte er im australischen Fernsehen. Bereits am Vortag gingen in zahlreichen anderen Städten Australiens zehntausende Australier auf die Strasse. Weltweit hatten am Samstag mehr als sechs Millionen Menschen gegen einen Irak-Krieg demonstriert. In mehreren europäischen Hauptstädten kam es dabei zu den grössten Friedensdemonstrationen seit Jahrzehnten. http://www.sda.ch 16.02.03 Weltweit Sechs Millionen Menschen demonstrieren gegen Irak-Krieg London/Berlin - Mehr als sechs Millionen Menschen haben am Samstag weltweit gegen einen Irak-Krieg demonstriert. In mehreren europäischen Hauptstädten kam es dabei zu den grössten Friedensdemonstrationen seit Jahrzehnten, darunter auch in Berlin. Vom australischen Canberra bis London, New York und Moskau versammelten sich in mehr als 600 Städten die Gegner eines Militärschlags und plädierten für eine friedliche Lösung des Konflikts um die Abrüstung des arabischen Landes. Sie riefen US-Präsident George W. Bush und dessen engsten Verbündeten, den britischen Premierminister Tony Blair auf, ihren harten Kurs aufzugeben und Kein Blut für Öl zu opfern. In diesem Krieg geht es allein um Öl. George Bush kümmern die Menschenrechte nicht die Bohne, rief der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone vor mehr als einer halben Million Menschen aus, die die grösste Friedensdemonstration in der britischen Geschichte bildeten. In Spanien gingen rund zwei Millionen Menschen auf die Strasse. Das derzeit nicht-ständige Mitglied des UNO-Sicherheitsrats unterstützt die Forderung Bushs und Blairs, Krieg gegen Irak zu führen, sollte es nicht wie von den Vereinten Nationen (UNO) seit 1991 gefordert abrüsten und nachweisen, dass es keine Massenvernichtungswaffen besitzt. GRÖSSTE DEMONSTRATION SEIT ZWEITEM WELTKRIEG IN BERLIN 1,3 Millionen Menschen machten die Demonstration in Barcelona zum grössten Protest der spanischen Geschichte und rund 600.000 Demonstranten legten die Hauptstadt Madrid lahm. Unter den Farben des Regenbogens zogen eine Million Menschen durch Rom. In Berlin strömten mehr als eine halbe Million Menschen ins Zentrum und bildeten die grösste Demonstration im Land seit dem Zweiten Weltkrieg. In Frankreich gingen Regierungsangaben zufolge 300.000 Menschen auf die Strasse. Tausende protestierten unter anderem auch im kanadischen Vancouver, im argentinischen Buenos Aires und in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. In Athen ging die Polizei mit Brandsätzen gegen Dutzende von vermummten Demonstranten vor, die sich aus dem Zug von 100.000 Menschen gelöst sowie Polizeiangaben zufolge Steine und Brandsätze gegen die Sicherheitskräfte geschleudert hatten. Ein gerechter Krieg bedeutet, dass alle möglichen und friedlichen Mittel erschöpft sind. Aber die Welt sagt: 'Sie sind es noch nicht', sagte der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu bei der Demonstration in New York, zu der laut Polizei rund 100.000 Menschen kamen. Es war der bislang grösste Protest gegen die Irak-Politik der Regierung. Tutu machte den Demonstranten die Hoffnung, durch ihren Protest etwas zu bewegen: Die Menschen sind auf die Strasse gegangen und haben demonstriert und die Berliner Mauer ist gefallen, sagte er. Ebenso sei es in Südafrika mit dem Ende der Rassentrennung gewesen. Und nun gehen die Menschen auf die Strasse und demonstrieren, weil sie Nein zu einem Krieg sagen. www.reuters.de 16.02.03 Weltweit 500'000 wollen keinen Irak-Krieg Berlin erlebt eine der grössten Friedensdemonstrationen der letzten Jahrzehnte Berlin - Bei einer der grössten deutschen Friedenskundgebungen seit 1945 sind gestern in Berlin eine halbe Million Menschen gegen einen Irak-Krieg auf die Strasse gegangen. Zusammen mit Demonstranten in vielen anderen deutschen Städten protestierten nach Polizeiangaben rund 600 000 Menschen. Zu der Demonstration nach Berlin kamen Menschen aus allen Teilen Deutschlands. Die Menschenmenge füllte die gesamte Strasse des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor, eine Strecke von mehreren Kilometern. Polizei und Veranstalter sprachen übereinstimmend von 500 000 Teilnehmern. Prominente Politiker wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und die Bundesminister Jürgen Trittin, Renate Künast (beide Grüne) und Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) reihten sich in den bunten Protestzug ein. Die Minister nahmen entgegen der Bitte von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an der Demonstration teil. Auch PDS-Chefin Gabi Zimmer kam. Wieczorek-Zeul nannte die Berliner Demonstration ein bewegendes Signal gegen Krieg und für Frieden. Der millionenfache Protest in Deutschland und Europa zeigt die Unterstützung für die Politik der Regierungen, die diesen Krieg verhindern wollen, sagte die stellvertretende SPD-Chefin. Der CDU-Aussenpolitiker Friedbert Pflüger bezeichnete die Teilnahme Thierses an einer antiamerikanischen Demonstration als eine Schande. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass er den Bundestag repräsentiert. Mit Hunderten grüner Luftballons, Transparenten, Sprechchören und Musik waren zwei Protestzüge am Mittag vom Alexanderplatz und der Gedächtniskirche zu der Abschlusskundgebung an der Siegessäule aufgebrochen. Rund 750 Busse brachten Kriegsgegner nach Berlin, etliche blieben laut Veranstalter noch auf den Autobahnen stecken. Die Innenstadt war überfüllt. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer forderte zu weiterem Widerstand gegen einen drohenden Krieg auf. Wir stehen auf gegen diesen Krieg und wir stehen ein für das Ausschöpfen aller zivilen Möglichkeiten. Der Chef der Gewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, sagte, die Gewerkschaften hätten kein Verständnis für eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Angriffskrieg gegen den Irak. Der evangelische Bischof Wolfgang Huber rief in einem ökumenischen Friedensgebet im Berliner Dom vor etwa 3000 Menschen zu einer weltweiten Koalition der Friedensstifter auf. Organisator Jens-Peter Steffen vom Aktionsbündnis 15. Februar sagte: Das haben wir nicht erwartet. Wir sind überwältigt. Es sei ermutigend, dass auch in Rom und London Millionen auf die Strasse gegangen seien. Mindestens 500 000 Menschen strömten gestern in die Innenstadt der britischen Metropole. Zu den grössten Demonstrationen seit dem Vietnam-Krieg war in über 600 Städten aufgerufen worden. www.berlinermorgenpost.de 17.02.03 Bilder von der Demo in Berlin |
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