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Republik Irak - Al-Jumhuriyah al-'Iraqiyah
Irak - Daten und Fakten Die beiden Golfkriege und das Embargo haben das Leben der Iraker sehr verändert. Dem Kreis um den Präsidenten Saddam Hussein mangelt es an nichts, im Volk hingegen sterben täglich Kinder, weil sie nicht ausreichend medizinisch versorgt und nicht genügend ernährt sind. Ethnische und religiöse Minderheiten Von den mehr als 23 Millionen Einwohnern des Irak sind rund drei Viertel Araber und etwa ein Fünftel sind Kurden. Kurdisch gilt in den autonomen Gebieten im Norden als Amtssprache. Daneben gibt es Minderheiten wie Turkmenen (zwei bis drei Prozent), Assyrer, Armenier und Iraner. 95 Prozent der Iraker sind Muslime, davon gut die Hälfte Schiiten. Die Sunniten, eine Minderheit, sind vor allem Kurden und Araber. Die regierende sunnitisch-arabische Führungsschicht gehört somit zu einer Minderheit im Land. Weitere religiöse Gruppen bilden mit etwa 3,5 Prozent die Christen, die in zahlreiche Konfessionen und Sekten zerfallen, sowie Juden, Bahais, Jezidis und Mandäer. Rund drei Viertel der irakischen Bevölkerung leben in den Städten. Am dichtesten besiedelt ist die Region um Bagdad (etwa fünf Millionen Einwohner). 42 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Die Männer werden durchschnittlich 60 Jahre alt, die Frauen 62 Jahre. Politisches System Seit 1980 ist der Irak eine Präsidialrepublik. Die Nationalversammlung setzt sich aus 250 Abgeordneten zusammen, wird alle vier Jahre gewählt und hat nur beratende Funktion. Das höchste Machtorgan ist der Revolutionäre Kommandorat (RKK), der exekutive und legislative Gewalt ausübt. Saddam Hussein vereinigt in sich die Ämter des Staatspräsidenten, des Vorsitzenden des RKK, des Ministerpräsidenten und des Oberkommandierenden der Streitkräfte. Neben der Bath-Partei sind noch zwei regierungsabhängige, kurdische Parteien zugelassen. Saddam unterdrückt jegliche Opposition im Land brutal. Selbst die Kurden im weitgehend autonomen Norden wagen keine offene Konfrontation. Viele oppositionelle Gruppen arbeiten im Exil, insbesondere in Jordanien, Syrien, Iran und Grossbritannien. Wirtschaft Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Irak von den Öleinnahmen abhängig. Er verfügt über die zweitgrössten Ölvorkommen der Welt, nämlich 12 Prozent aller bekannten Ölreserven. Diese Reserven sind jedoch noch längst nicht alle erschlossen. Das Bruttosozialprodukt betrug 2000 rund 31 Milliarden Dollar, davon rund 17 Milliarden Dollar an Öl-Exporten im Rahmen des so genannten Oil-for-food-Programms. Vor 1990 hatte die Ausfuhrquote noch 80 Milliarden Dollar betragen. Gesicherte Daten sind laut Auswärtigem Amt jedoch derzeit nicht verfügbar. Nach irakischen Angaben stellt sich die Struktur des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wie folgt dar: Mit Erdöl erwirtschaftet das Land 45 Prozent des BIP, in der Landwirtschaft 20 Prozent, in der Industrie 7 Prozent, durch Dienstleistungen 28 Prozent. Die Auslastung der Industriekapazitäten beträgt zur Zeit nur etwa 12 Prozent. Nach inoffiziellen Angaben belaufen sich die Auslandsschulden des Irak auf etwa 130 bis 140 Milliarden Dollar. Bildung Die Analphabetenrate der Männer beträgt 34 Prozent, die der Frauen liegt bei 45 Prozent. Zwar werden vier Fünftel aller Kinder eingeschult. Laut UNICEF können es sich viele Eltern jedoch nicht erlauben, ihren Kindern einen regelmässigen Schulbesuch zu finanzieren. Gesundheit In den Sektoren Gesundheit und Ernährung werden die Folgen des UN-Embargos besonders deutlich. Nach Angaben von UNICEF sind in den letzten zehn Jahren 500'000 Kinder aufgrund der Blockade gestorben. Wesentlich mehr noch bleiben in ihrer körperlichen Entwicklung zurück oder erleiden chronische Schäden. Die Kindersterblichkeit hat sich seit 1990 versechsfacht. Ein Drittel der irakischen Kinder leidet an Unterernährung und Untergewicht. Etwa 250 Menschen sterben täglich im Irak an den Folgen der Unterversorgung. QUELLEN Jahrbuch Spiegel online, Auswärtiges Amt, AG Friedensforschung der Universität Kassel TEXT Dipl. Orient. Saskia Delbrügge / Matthias Stolz arte tv Lage: Vorderasien; zwischen 29° und 37° nördlicher Breite sowie 39° und 48° 30' östlicher Länge Grenzen: Im N Türkei, im O Iran, im SO Persischer Golf und Kuwait, im S Saudi-Arabien, im W Jordanien und Syrien Zeitzone: MEZ +2 Stunden Fläche: 438 317 km2 (0,4 % Wald, 12 % Ackerland, 10 % Wiesen und Weiden) Ausdehnung: N-S 900 km, W-O 750 km Landesnatur: Im N und NO Bergland, im W und SW welliges Tafelland, dazwischen das Tiefland Mesopotamien Höchster Punkt: Keli Haji Ibrahim (3600 m) Gewässer: Euphrat, Tigris Klima: Subtropisches, grossenteils wüstenhaftes Klima; Bagdad 22,4 °C/183 mm, Basrah 25,7 °C/106 mm, Mosul 21,1 °C/59 mm Sehenswürdigkeiten: Ruinen bei Ur, Uruk und Babylon, Ninive Bevölkerung: 22,450 Mio. Ew. (80 % Araber, über 15 % Kurden) Bevölkerungswachstum: +2,8 % Bevölkerungsdichte: 51 Ew./km2 Stadtbevölkerung: 77 % Analphabetismus: 43 % Geburtenziffer: 3,6 % Sterbeziffer: 0,8 % Lebenserwartung: Frauen 64 Jahre, Männer 61 Jahre Religion: Islam (Schiiten und Sunniten) Sprache: Arabisch; Kurdisch Wichtige Städte: Sulaymaniyah, Basrah, Mosul, Kirkuk, Hillah, Arbil, Najaf Währung: 1 Irak-Dinar = 1000 Fils Bruttoinlandsprodukt: 11,5 Mrd. US-$ BSP je Einwohner: unter 3030 US-$ Anteil der Wirschaftssektoren am BIP: Landwirtschaft 26 %, Industrie 10 %, Dienstleistungen ohne Angaben Inflationsrate: ohne Angabe Importgüter: (1990) Nahrungsmittel, Maschinen und Geräte, Fahrzeuge Exportgüter: (1990) über 95 % Erdöl, Datteln Handelspartner: (1990) USA, Frankreich, Deutschland, Türkei, Japan Eisenbahn: 2032 km Strassen: 40 700 km (befestigt) Amtlicher Name: Republik Irak Hauptstadt: Bagdad Regierungsform: Autoritäre präsidiale Republik Staatsoberhaupt: Staatspräsident Regierungschef: Staatspräsident Legislative: Beratender Nationalrat mit 250 Mitgliedern; Revolutionärer Kommandorat mit 8 Mitgliedern Verwaltungsgliederung: 18 Provinzen (darunter 3 autonome kurdische Provinzen) Nationalfeiertag: 14. Juli 1921: Der Irak wird britisches Mandatsgebiet 1932: Das Land erlangt die Unabhängigkeit 1961: Die Kurden versuchen, ihre Forderung nach Autonomie mit einem Aufstand durchzusetzen 1980: Der Irak greift den Iran militärisch an; der 1. Golfkrieg bricht aus 1987-1988: Giftgaseinsatz gegen Kurden 1988: Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran 1990: Der Irak annektiert Kuwait 1991: Der 2. Golfkrieg endet mit einer Niederlage des Irak (Rückzug aus Kuwait, Reparationen, Verzicht auf ABC-Waffen) 1993: Trotz internationaler Isolierung und katastrophaler Wirtschaftslage gelingt es S. Hussein, seine Macht zu konsolidieren 1995: S. Hussein lässt sich per Referendum für weitere 7 Jahre im Amt als Staatspräsident bestätigen 1998: Konflikte um Waffeninspektionen der Vereinten Nationen führen zu US-Luftangriffen auf den Irak 2001: Luftangriffe US-amerikanischer und britischer Streitkräfte, um die Erfüllung der UN-Resolutionen zu erzwingen www.wissen.de |
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