Karte vom Irak

Samarra - Kuppel Askari-Tempel

Bagdad: Abbasiden-Palast

Bilder I
Republik Irak - Al-Jumhuriyah al-'Iraqiyah
Irak - Städte und Kulturdenkmäler

Agargouf ('Aqar Quf)

Eine alte Stadt, etwa 30 km nordwestlich von Bagdad. Nach sumerisch- babylonischem Grundriss im 15. Jahrhundert v. Chr. von König Kurigalzu auf einer länglichen Kalksteinformation erbaut. Wasser kam von einem grossen Fluss (der vom Euphrat abzweigte), den die Babylonier Bitty inlil nannten: es war der Kanal des Gottes Inlil, eines der grössten Götter des alten mesopotamischen Götterhimmels. In arabischer Zeit hiess dieser Fluss Isa. Beherrschend über der Ebene steht die teilweise zerstörte, 57 m hohe Zikkurat der Stadt mit ihren Grundrissmassen von 69 x 67 m. Übriggeblieben ist nur der untere Teil, der durch eine äussere Ziegelmauer verstärkt ist; der innere Kern aus Schlammziegeln ragt hoch darüber hinaus. Um den Bau zusammenzuhalten, wurden Matten und Seile verwendet, und zwar in jeder achten oder neunten Reihe, was gleichzeitig ein guter Schutz gegen Grundwasser und Feuchtigkeit war. Die erste Etage hatte drei Treppen in der Mitte und zwei auf den Seiten. Andere sehenswerte Reste in diesem Gebiet sind mehrere Paläste, Tempel und Wohnviertel. Es gibt Anzeichen, dass die Stadt bis in die spätere babylonische Zeit und teilweise sogar in islamischer Zeit besiedelt war.

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Arbil

Das antike Arbela, Erbil, Hauptstadt der irakischen Provinz Arbil (14'471 km2, 743'000 Einwohner), östlich von Mosul, 334'000 Einwohner. Handelsort; Sitz des kurdischen Regionalparlaments. - Arbil ist die grösste Stadt des halbautonomen Kurdengebiets im Nordirak. Sie liegt nahe der türkischen und iranischen Grenzen; die irakische Öl-Stadt Mosul ist knapp 80 Kilometer entfernt. Im Jahr 1996 gab es heftige Kämpfe rund um Arbil, als rivalisierende Kurdenparteien um die Vorherrschaft kämpften. Arbil zählt zu den ältesten kontinuierlich besiedelten Städten der Welt. Charakteristisch für die Stadt ist ihre Lage auf einem 30 Meter hohen Hügelplateau, das in ihrer Jahrtausende alten Geschichte seit den Sumerern aus immer neuen Ruinen entstanden ist.

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Assur

Im 2. Jahrtausend v. Chr. die Hauptstadt Assyriens, am Westufer des Tigris, 100 km südlich von Mosul; 614 v. Chr. von den Medern und Chaldäern zerstört, Spätblüte unter den Parthern (140 v. Chr.bis 256 n. Chr.); heute der Ruinenhügel Kal'at Schergat, 1903-1914 ausgegraben: Festungswerke, 34 Tempel, darunter der des Stadtgotts Assur und der Göttin Ischtar, mehrere Paläste, ausserhalb der Stadt ein Festhaus, seit 2003 Weltkulturerbe.

Siehe: Assur Kulturstadt seit 2003
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Babylon

Die Ruinen von Babylon liegen ungefähr 90 km südlich des heutigen Bagdads, dessen Originalname Babili, die Pforte Gottes bedeutet. In der Geschichte war Babylon eine der führenden Städte, bekannt durch Schönheit und Pracht. Rund 15 Jahrhunderte blieb es ein Zentrum der Kultur und der Verwaltungssitz des Iraks und zwar seit dem Auftreten der Amoriter 1850 als Herrscher des Landes, zu deren Königen der berühmte Gesetzesgeber Hammurabi gehörte, bis zur Zeit Alexander des Grossen, der in Babylon residierte, lebte und im Jahre 322 v.u.Z. verstarb.

Siehe: Die Stadt Babylon



Bagdad - Baghdad

Hauptstadt des Irak, am Mittellauf des Tigris, wo er sich dem Euphrat am meisten nähert, in fruchtbarer Umgebung; 4,04 Mio. Einwohner; Verkehrs- und Handelszentrum des Landes; Universität; Metall- und Textilindustrie, Zitrusfrucht-, Baumwoll- und Dattelkulturen; Ölraffinerie und -zuleitungen von Mosul und Naft Chaneh; Flughafen.
762 gründete Abu Djafar Al Mansur Bagdad als Kalifensitz und Hauptstadt des Islamischen Reichs. Unter Harun Ar Raschid (9. Jahrhundert) nahm die Stadt an Grösse und Bedeutung zu; kultureller und wirtschaftlicher Höhepunkt im 10./11. Jahrhundert 1258 von Hülägü erobert, seit 1534 von Persern und Türken umkämpft, 1638-1917 türkisch, seit 1920 Hauptstadt des Irak. 1955 Abschluss des Bagdad-Pakts. Berühmte arabische Universität (1233 gegründet).

Siehe: Bagdad - Baghdad



Basrah (Bassora)

Wichtigster Seehafen des Irak, im Delta von Euphrat und Tigris (Shatt Al Arab), 100 km landeinwärts; durch einen Kanal für Seeschiffe zugänglich, Endpunkt der Bagdadbahn; 617 000 Einwohner, mit Vororten 1,25 Mio. Einwohner; in der Nähe Erdölfelder; Zitrusfruchtanbau; Flugplatz; wurde in den Golfkriegen stark zerstört.

Siehe: Basrah, Basra (Bassora)
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Ctesiphon

Eine historisch wichtige Stadt am Ost-Ufer des Tigris 30 km südlich von Bagdad. Ursprünglich datiert sie vom 2. vorchristlichen Jahrhundert, aber unter den zahlreichen Ruinen steht ein legendärer Bogen aus der Mitte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts. Es handelt sich um einen aus Ziegelsteinen gebauten Bogen mit der grössten Spannweite der Welt: sein Bau muss seinerzeit ein Wunderwerk architektonischer Planung gewesen sein. Stilistisch ein Nachfahre der alten mesopotamischen Baukunst, verkörperte er eine kunstvolle Entwicklung von Tempeln und Palästen des 3. Jahrtausends v. Chr., als die Vorderseite grosser Gebäude aus grossen Hallen bestand, die von hohen Bögen überragt wurden - wie man das an den Eingängen zu assyrischen Städten deutlich sieht.
Der Ewan war die arabische Erweiterung dieses Stils. Im arabischen Hatra war der Ewan-Typ bekannt. Ausgrabungen in dem von Sanatruq I. (165-190) erbauten Tempel haben gezeigt, dass der Ewan von Ctesiphon eine getreue Nachbildung des Originals von Hatra war. Der Bogen ist jetzt 37 m hoch und misst 25,5 m zwischen der rechten und der linken Mauer. Seine Tiefe beträgt 48 m. Der untere Teil der Mauer ist 7 m stark.

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Eridu

Die heutige Ruinenstätte Abu Schahrain in Südmesopotamien, südwestlich von Ur; lag ursprünglich am Meer und musste im 1. Jahrtausend v. Chr. wegen Versandung verlassen werden; Kultort des weisen Schöpfergotts Enki-Ea im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr.

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Fao

Erdölverladehafen an der Mündung des Shatt Al Arab in den Persischen Golf; 1951 eröffnet, seit 1975 durch Erdöl- und Erdgasleitungen mit den nahe gelegenen Feldern Rumaylah und Zubayr, aber auch mit den Lagerstätten um Kirkuk (Nordirak) verbunden; 1980-1997 infolge des irakisch-iranischen Krieges und des Golfkrieges nicht in Betrieb.

Die zwischen Kuwait und Iran in den Persischen Golf ragende Halbinsel Fao ist von grosser strategischer Bedeutung. Das schmale Landstück am Schatt el Arab, dem Mündungsfluss von Euphrat und Tigris, ist für den Irak der einzige Zugang zum Meer. Der seit 1951 ausgebaute Hafen von Fao ist zugleich einziger Ölhafen des Iraks und Endpunkt der südirakischen Ölpipeline. Schon im irakisch-iranischen Krieg (1980-1988) war die Halbinsel heftig umkämpft. Im Februar 1986 eroberten iranische Truppen in einer Grossoffensive die Küstenregion und bedrohten von dort aus das seinerzeit als Nachschubbasis für den Irak dienende Öl-Scheichtum Kuwait, die Ölfelder von Kirkut und die strategisch ebenfalls wichtige Stadt Basra. In der Schlacht von Fao sollen damals auf beiden Seiten bis zu 170 000 Soldaten gefallen sein. Im April 1988 eroberten die Iraker die Halbinsel zurück. Bei den Kämpfen um Fao setzte der Irak nach späteren UN-Ermittlungen auch Giftgas ein.



Girsu

Siehe Tello

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Hatra

befestigtes Lager und Schloss eines arabischen Fürstengeschlechts aus arsakidischer Zeit (1.-3. Jahrhundert n. Chr.) bei Mosul; Tempelruinen und Palast mit figürlichen Skulpturen aus parthischer Zeit.

Siehe: Hatra UNESCO Welterbe



Kerbala

Die Stadt liegt 102 km von Bagdad, 78 km von Nedschef und 45 km von Hilleh entfernt. Sie war Zeuge grosser Ereignisse, die der islamischen Geschichte ihren Stempel aufgedrückt haben, vor allem der tragischen Schlacht bei Kerbala, in der der Imam Hussein bin Ali und sein Bruder Abbas mit vielen ihrer Anhänger zu Märtyrern wurden. Ihre beiden Grabmale befinden sich in der Stadt.
Praktisch am Rande der Wüste, liegt Kerbala doch inmitten fruchtbarer Obstgärten voller Grün und Palmen. Auf seinen Strassen und Plätzen herrscht stets lebhaftes Gedränge von Touristen und Pilgern.
50 km von Kerbala entfernt liegt in der Wüste das berühmte Schloss Ukhaider.

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Kirkuk

Kirkuk ist mit seinen 450'000 Einwohnern ein Zentrum der Ölförderung im Norden. Raffinerien, Ölleitungen nach Baniyas und Tripolis; Flugplatz. Die Stadt ist um einen künstlichen Hügel herum entstanden, auf dem einmal ein grosses Schloss gestanden hat, und der heute einen eigenen Stadtteil bildet. Kirkuk hat eine wichtige verkehrstechnische Bedeutung, weil von hier die Hauptstrasse in das zweite Kurdenzentrum Sulaimaniya und in das angrenzende Bergland führt. In der Umgebung von Kirkuk gibt es zahlreiche heisse Quellen. Auf einem Hügel östlich der Stadt soll der Prophet Daniel begraben sein..

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Kufa

Stadt in Irak; gegründet 638 als Militärlager der Araber, 656-661 Residenz des Kalifen Ali; bekannt durch die kufische Grammatikerschule und als Sitz islamischer Gelehrsamkeit (bis etwa 800); um 1000 zerstört.

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Lagasch (Lagash)

Sumerische Stadt, das heutige Tello, 100 km südöstlich von Kut Al Amara (Irak); bedeutend durch die altsumerische Dynastie von Lagasch, begründet von Urnanse (um 2500 v. Chr.). Der bekannteste Vertreter der neusumerischen Dynastie von Lagasch war Gudea. Die archäologischen Funde stammen vornehmlich aus der frühdynastischen Epoche (z. B. Geisterstele des Eannatum, Reliefplatte des Urnanse) und aus neusumerischer Zeit (sog. Palast des Gudea).

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Mosul (Mossul)

Irakische Stadt am Tigris, 664'000 Einwohner; Universität (1967); berühmt durch feine Leder- und Baumwollstoffe (Ursprung des Musselins); Metall-, Zucker- und Zementindustrie; Erdölrevier; Bahn- und Strassenknotenpunkt; Flugplatz; Schwefelthermen; gegenüber die Ruinen von Ninive, Tarbis, Nimrud.

Siehe: Mosul (Mossul



Nadschaf - al-Najaf

Kerbela und Nadschaf 100 bzw. 150 Kilometer südlich der Hauptstadt und zählen nach Mekka und Medina zu den heiligsten Stätten der Schiiten. In Nadschaf befindet sich das Grab von Ali, dem ersten schiitischen Imam und Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Als es nach dem zweiten Golfkrieg 1991 zu Aufständen kam liess Saddam Hussein den Grossajatollah Choi - für viele Schiiten weltweit ihr Oberhaupt - aus Nadschaf verschleppen und sichtlich lädiert im Fernsehen vorführen. 1996 starb Choi unter mysteriösen Umständen im Krankenhaus.
Ali Ibn Abi Talib, vierter Kalif 656-661, * um 600 Mekka, † 24. 1. 661 Kufa (ermordet); Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed (durch Fatima); schlug 656 im Irak einen Aufstand nieder, den Mohammeds Witwe Aïscha gegen ihn angestiftet hatte.



Nasiriya, An Nasiriya

Südirakische Stadt am Euphrat, 266 000 Einwohner; Weizen- und Gerstenanbaugebiet. Obed-Kultur: spätjungsteinzeitliche Kultur in Babylonien (Südirak), benannt nach dem Ruinenhügel Al Obed bei An Nasiriya; charakterisiert u. a. durch Häuser aus lehmüberstrichenem Mattengeflecht, Keramik aus grünlichem Ton mit schwarzer Bemalung, Tonsicheln mit Obsidianklingen, weiblichen Tonstatuetten und Siegeln aus Stein mit geometrischen Mustern. Die Obed-Kultur endete mit der Einwanderung der Sumerer.

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Nimrod (Nimrud)

Die zweite Hauptstadt von Assyrien baute König Shalmanassar I. (1273-1244 v. Chr.) zum Zentrum seines Reichs aus. Berühmte Könige von Nimrod waren ausserdem Assur nasir pal II. (883-859 v. Chr.) und dessen Sohn Shalamanassar III (858-824 v. Chr.), der eine Zikkurat und einen Tempel daneben erbaute.
Die Stadt liegt am Ostufer des Tigris, 37 km von Mosul in südöstlicher Richtung, umgeben von einer insgesamt 8 km langen viereckigen Mauer. Im Südwesten und Südosten erheben sich mehrere auf Plattformen aus Lehmziegeln errichtete, mehr als vierzig Fuss über dem Fluss aufragende Bauten. Darunter sind der Ninurta-Tempel, der Nordwest-Palast, der Südwest- Palast, der Sargon-Palast und noch andere hervorzuheben, vor allem jedoch die Zikkurat, die wie ein kegelförmiger Hügel aussieht und deren Ruinen eine Höhe von 17 Metern erreichen. Sie befindet sich im Nordwesten der Stadt und besass ursprünglich eine viereckige Basis. Höchstwahrscheinlich hatte sie auch eine spiralenförmige Rampe, die - wie bei dem Minarett von Samarras mulwiya - zu den oberen Plattformen führte.

Siehe: Nimrud (Kalach, Kalchu) - Hauptstadt Mittelassyriens



Ninive Niniveh

Ruinenhügel Kujundschik und Nebi Junus, antike Stadt in Mesopotamien, am linken Tigrisufer, gegenüber von Mosul; 5 prähistorische Siedlungsschichten der Zeit 5000-2800 v. Chr.; 700-612 v. Chr. Hauptstadt von Assyrien, 612 v. Chr. von dem mit den Medern verbündeten babylonischen König Nabupolassar zerstört. Ausgrabungen seit 1846 brachten einen doppelten Mauerring, zahlreiche Tempel und Paläste (u. a. den von Assurbanipal), die reich mit Reliefplatten geschmückt waren, und Keilschrifttexte zu Tage.

Siehe: Ninive



Samarra

Rund 74 Jahre nach der Gründung Bagdads, im Jahr 836 n. Chr., verlegte der abbasidische Kalif Al-Mu'tasim seine Residenz nach Norden, in die neuerbaute Stadt Samarra. Ihre Blüte erlebte die Stadt allerdings unter dem Kalifen Al-Mutawakkil (847-861 n. Chr.). 892 verlegte der Kalif Al- Mu'tadhid den Regierungssitz nach Bagdad zurück. Obwohl die Abbasiden ihren Regierungssitz nur vorübergehend in Samarra hatten, sind die künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Glanzleistungen dieser Stadt in der arabischen Geschichte nach wie vor legendär.

Siehe: Samarra



Sippar (Tell Abu Habbah)

Sippar, der babylonische Hauptkultort des Sonnengottes Schamasch, gehört zu den ältesten und wichtigsten mesopotamischen Kultzentren. Schamasch ist als Schutzgottheit gegen die Finsternis und das Böse, als Gott der Gerechtigkeit, als oberster Richter und damit auch als Schutzgott des Königtums eine der wichtigsten Gottheiten der mesopotamischen Reiche. Sippar wurde offenbar Ende des 4./Anf. des 3. Jt. v. Chr. erstmals besiedelt. Aus dem 23. Jh. v. Chr. stammt die erste schriftliche Erwähnung. Etwa 35000 Textfunde aus dem 19.-16. Jh. v. Chr. („altbabylonische Zeit“) sowie vor allem aus dem 8.-6. Jh. v. Chr. („neubabylonische Zeit") informieren über die Wirtschaft und Verwaltung der Stadt, aber auch über religiöse Vorstellungen und Literatur. Das Hauptheiligtum „E-babbar“ des Sonnengottes Schamasch war rund 2000 Jahre in Funktion. Hier waren ursprünglich so bedeutsame Monumente wie (wahrscheinlich) die Siegesstele des akkadzeitlichen Königs Naram-Suen oder die Gesetzesstele Hammurabis aufgestellt. Die Blütezeit der Stadt endet offenbar mit der neubabylonischen Zeit. Archäologisch sind aber auch Spuren jüngerer, der achämenidischen, seleukidischen und parthischen Perioden (6. Jh. v. – 2./3. Jh. n. Chr.) nachzuweisen. Sippar liegt ca. 35 km südwestlich von Baghdad nahe der modernen Stadt Yussufiyeh.

Abbildung (Reste der Zikkurrat des Sonnengottes Schamasch)



Tikrit

Tikrit ist die Heimatstadt Saddam Husseins und war bis zur osmanischen Zeit der Sitz eines christlichen Bischofs. Im Mittelalter soll Tikrit über eine wehrhafte Stadtmauer verfügt haben, hinter der sich die Kaufleute sicher fühlten. In der arabischen Welt ist Tikrit vor allem deshalb berühmt, weil hier Sultan Saladin geboren wurde, der grosse Gegenspieler von Richard Löwenherz und seinen Kreuzrittern. Saladin gelang es, die zerstrittenen Araber zu einen und Jerusalem von den Kreuzrittern zurückzuerobern. Von dieser Niederlage haben sich die abendländischen Ritterheere nie wieder erholt und zogen schliesslich hundert Jahre später ganz ab. Tikrit erscheint heute als ein moderner Ort ohne Vergangenheit, besonders gefördert aus Saddam Husseins Staatskasse.

Abbildung (zerbombtes Museum)



Ukhaidher (Ukhaider, Ukhaidhir)

Ob Burg, Schloss oder Palast, Ukhaidher ist sicherlich eines der grössten Denkmäler des frühen Islam, das Sie in dieser Gegend sehen können. Es wurde von den Arabern aus Stein und Mörtel nach einem Plan errichtet, der ahnen lässt, wie meisterhaft die Erbauer die Kunst des Gewölbe- und Bogenbaus beherrschten. Die meisten Gelehrten sind der Auffassung, es gehe auf das 8. Jahrhundert, d.h. auf den Beginn der Abbasidenzeit zurück. 50 km südwestlich von Kerbala gelegen, war dies immer das bedeutendste Bauwerk an der Strasse zwischen dem Irak und dem Oberen Euphrat und Syrien. Eine Festungsmauer umgibt den Palast wie eine wehrhafte Burg. Sie bildet ein Rechteck, dessen Seiten 175,8 m und 163,6 m lang sind, und ihre Höhe beträgt fast 21 Meter. In der Mitte jeder Seite befindet sich ein grosser Turm, der zugleich ein Eingang zum Schloss ist. Der innere Wohnbereich liegt ausser an der Nordseite ein Stück von der Mauer entfernt. In der Mitte der östlichen und vor der westlichen Mauer wurde je ein Anbau hinzugefügt. Die Hauptteile des Palastes sind ein Wachraum, Empfangssäle, Wohngemächer, eine Moschee und ein Bad. Sie alle sind in einem rechteckigen Komplex mit einer Ausdehnung von 112 x 80 Metern zusammengefasst.

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Umm Qasr, Umm Kasr, Umm Quasr

Die Stadt Umm Qasr hat den einzigen Tiefwasserhafen Iraks. 1967 wurde die Hafenanlage am nordwestlichen Persischen Golf eröffnet, im Golfkrieg 1991 stark zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Zu Beginn des Krieges zwischen dem Irak und Iran (1980-88) gewann Umm Qasr an Bedeutung, weil der nach Basra führende Wasserweg des Schatt el Arab stark umkämpft und zudem durch gesunkene Schiffe blockiert war. Der Verlauf der Grenze im Hafenbereich ist zwischen dem Irak und Kuwait umstritten. 1993 stellten die Vereinten Nationen grosse Teile des Hafenbereiches unter kuwaitische Hoheit. 4000 Einwohner.

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Ur

Heutiger Ruinenhügel Mukajjar am unteren Euphrat, schon in der Spätjungsteinzeit (Obed-Kultur) besiedelt, darüber eine Flutschicht; seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ein sumerischer Stadtstaat, um 2500 v. Chr. und während der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur (2070-1950 v. Chr.) zeitweilige Metropole Babyloniens; wichtiges Handelszentrum (Ostarabien- und Indienhandel); nach dem Alten Testament Heimat Abrahams und seiner Vorfahren; nach einer Verlagerung des Euphrat im 4. Jahrhundert v. Chr. verlassen. - Ausgrabungen brachten eine ovale Stadtanlage zu Tage; u. a. ein Heiligtum des Mondgottes mit Zikkurat und Schatzhaus. Südwestlich davon waren die Könige der 1. Dynastie von Ur (um 2500 v. Chr.) mit kostbaren Beigaben und ihren Dienern beigesetzt; die Könige der 3. Dynastie in Wohnhäusern mit Grüften.

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Uruk

Heutiger Ruinenhügel Warka, das biblische Erech. Sumerischer Stadtstaat in Mesopotamien, schon im 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt, Hauptstadt Babyloniens zwischen 3000 und 2700 v. Chr.; in der sumerischen und akkadischen Mythen- und Sagenüberlieferung werden als Könige Emmerkar, Lugalbanda, Dumuzi und Gilgamesch genannt; Blüte auch in neubabylonischer Zeit, unter den Achämeniden, Seleukiden und Parthern; wegen Verlagerung des Euphrat im 5. Jahrhundert n. Chr. verlassen. - Ausgrabungen brachten eine etwa kreisförmige Stadt zu Tage, die von einer 9 km langen Stadtmauer (nach dem Gilgamesch-Epos um 2700 v. Chr. erbaut) umgeben ist. Im Innern liegt der der Himmelsgöttin Ianna geweihte Tempelbezirk Eanna.

Abbildungen I Abbildungen II Abbildungen III



Begriffe

Zikkurat
[die, Plural Zikkurats; assyrisch-babylonisch]
auf einer Terrasse über rechteckigem oder quadratischem Grundriss ruhender mehrstufiger Tempelturm, dessen Stockwerke nach oben in ihrer Grundfläche kleiner werden, eine charakteristische Bauform Mesopotamiens in der Art des babylonischen Turms, entstanden aus einfachen Hochterrassen in altsumerischer Zeit.

Kalif
[arabisch chalifa, Nachfolger]
Khalif Chalif
Titel der Nachfolger Mohammeds als religiöses und weltliches Oberhaupt des Islamischen Reichs. Die vier ersten Kalifen (rechtgeleitete Kalifen) wurden in Medina von den führenden Anhängern des Propheten gewählt: Abu Bakr, Omar I., Othman, Ali Ibn Abi Talib. - Moawija I. begründete die Kalifendynastie der Omajjaden (661-750); ihnen folgte die der Abbasiden (750-1258 bzw. 1517). Seit etwa 945 bestand die Funktion der Kalifen nur noch darin, durch Einsetzungsurkunden die jeweiligen Lokalfürsten zu legitimieren, die die eigentliche Herrschaft innehatten. Eine Funktion als geistliches Oberhaupt des Islams hatten die Kalifen niemals. Nachdem 1258 der letzte Abbasiden-Kalif hingerichtet worden war, übernahm um 1460 das Osmanische Reich das Kalifat; es wurde 1924 von der türkischen Nationalversammlung abgeschafft.


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