Gilgamesch und Agga von Kisch Der babylonisch-assyrische Gilgamesch Gilgamesch, Enkidu und der Himmelsstier Gilgamesch und das Land der Lebenden Gilgamesch, Enkidu und die Unterwelt |
Irak - Kunst und Kultur
Gilgamesch-Epos Das erste Grossepos der Weltliteratur Bei dem Gilgamesch-Epos, dem ersten Grossepos der Weltliteratur, handelt es sich um eine anonyme babylonische Dichtung. Fünf Texte über den sumerischen Mythenheld Gilgamesch sind erhalten geblieben; babylonische Schreiber haben daraus ein zusammenhängendes Epos entwickelt. Die erste Fassung ist um 1800 v. Chr. entstanden, die zweite Grossfassung um 1200 v. Chr. wahrscheinlich von Sinlekunninni. Übersetzt wurde das Epos 1958 von A. Schott und W. von Soden, 1966 von H. Schmökel. Das Epos besticht durch seinen klaren Aufbau, seinen prägnanten Stil und seine dichterische Sprache (Mono- und Dialoge, häufige Traumerzählungen). Bei den überlieferten Ereignissen sind die Götter so stark in das Geschehen eingebunden, dass die Grenzen zwischen Epos und Mythos verfliessen. Das Gilgamesch-Epos war im ganzen Alten Orient verbreitet und ebenso in der klassischen Antike bekannt. Nach seiner Wiederentdeckung hat es Maler und Komponisten (u. a. Baumeister, Janthur und Rangström) inspiriert. Tausende von winzig kleinen Tonscherbenstücken Gilgamesch konnte sich über Jahrtausende vor den Menschen verbergen. Erst im Jahr 1872 wurden die ersten Tontafeln des Epos von George Smith entdeckt. Er fand sie unter den Tausenden von Tonscherben der in London gelagerten Bibliothek des Herrschers Assurbanipal. Der assyrische König Assurbanipal (668-631 v. Chr.) legte in seinem Palast in Ninive die grösste babylonisch-assyrische Bibliothek (Keilschrifttexte) an. Aus Tausenden von winzig kleinen Tonscherbenstücken konnten zwölf Tafeln mit etwa 3600 Textzeilen rekonstruiert werden. Viele Stellen des Epos sind jedoch bis heute noch nicht gefunden oder aber schwer zu übersetzen. Immer wieder tauchen neue Bruchstücke auf. Der Gesamtzusammenhang wurde aus Fragmenten der verschiedensten Zeitepochen (vor allem 19. und 16.-6. Jahrhundert v. Chr.) und der verschiedensten Sprachen (hauptsächlich aus dem Akkadischen, Sumerischen, Hetitischen, Churritischen und Hebräischen) rekonstruiert. Gilgamesch und Enkidu, die Helden des Epos Die Helden des Epos sind Gilgamesch, der zu zwei Drittel Gott und zu einem Drittel Mensch ist sowie sein Gefährte Enkidu, der einstige Tiermensch, dessen Körper dicht behaart ist und der mit den wilden Tieren lebt. Gilgamesch kann auf eine reale Persönlichkeit zurückgeführt werden, die um 2800 v. Chr. König von Uruk war. In der sumerischen Königsliste wird dieser als 5. nachsintflutlicher König geführt. Die weiteren handelnden Gestalten sind Gilgameschs Mutter (die Wildkuh Ninsun), ein Jäger, eine Hierodule (Dirne), Göttin Ischtar (Inanna), die Götter Anu, Enlil, Enki (Ea) und Schamasch (Utu) sowie die Muttergöttinnen Antum und Aruru, der Dämon Chumbaba, ein Himmelsstier, ein Skorpionmann und eine Skorpionfrau, die Wirtin Siduri (Göttin), der Fährmann Urschanabi sowie der unsterbliche Utnapischtim und seine Frau. Die herrliche Stadt Uruk Ort der Handlung ist die südbabylonische Stadt Uruk. Uruk, das heute Warka genannt wird, war schon im 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt; zwischen 3000 und 2700 v. Chr. war Uruk die Hauptstadt Babyloniens. In der sumerischen und akkadischen Mythen- und Sagenüberlieferung werden als Könige Emmerkar, Lugalbanda, Dumuzi und Gilgamesch genannt. Uruk war aber auch in neubabylonischer Zeit sowie unter den Achämeniden, Seleukiden und Parthern bedeutend. Wegen einer Verlagerung des Euphrat wurde Uruk im 5. Jahrhundert n. Chr. verlassen. Ausgrabungen (ab 1912) brachten eine etwa kreisförmige Stadt zu Tage, die von einer mächtigen, aus gebrannten Ziegeln hergestellten Stadtmauer umgeben ist. Diese ist über neun Kilometer lang, neun Meter hoch, neun Meter breit und soll 800 Türme gehabt haben. Im Innern der Festungsmauer liegen der der Himmelsgöttin geweihte Tempelbezirk Eanna sowie Heiligtümer besonders aus seleukidischer Zeit. Zudem fand man sehr alte Schriftdenkmäler. Das Kraut des Lebens: Inhalt der zwölf Tafeln In der Stadt Uruk herrscht der mächtige König Gilgamesch, der sein Volk tyrannisiert. Tag und Nacht lässt er es an der Stadtmauer arbeiten. Auf Bitten der Menschen befiehlt darum Anu, der oberste Himmelsherrscher, der Muttergöttin Aruru, ein Wesen zu erschaffen, das die Untertanen von der Fron erlöse. Aruru erschafft als Gegengewicht zu Gilgamesch Enkidu: Aruru wusch sich die Hände, Kniff sich Lehm ab, warf ihn draussen hin. Enkidu, den Gewaltigen, schuf sie, einen Helden... Erst durch den Kontakt mit einer Dirne nimmt Enkidu zivilisierte Lebensformen an. Dann fordert er Gilgamesch zum Kampf heraus, aus dem sie als Freunde hervorgehen. Zur Gewinnung ewigen Ruhmes (Einen Namen, der dauert - will ich mir setzen!) ziehen sie gegen das Ungeheuer Chumbaba, das sie frevlerisch töten. Nach ihrer Rückkehr fordert die Göttin Ischtar Gilgamesch auf, ihr Gemahl zu werden. Doch dieser weist ihr Angebot verächtlich zurück. Voller Zorn schickt Ischtar den riesigen Himmelsstier gegen Gilgamesch aus. Dank Enkidus Hilfe kann Gilgamesch den Stier erstechen. Doch die Götter beschliessen den Tod Enkidus als Strafe für seine Beteiligung an der Tötung. Enkidus plötzliches Sterben stürzt Gilgamesch in tiefe Todesfurcht und lässt ihn zur Suche nach dem ewigen Leben aufbrechen. Nach vielen Abenteuern gelangt er zu seinem Ahnen Utnapischtim, der als einziger Sterblicher die Sintflut überlebt und von den Göttern die Unsterblichkeit erhalten hat. Diesen bittet er um Hilfe. Nachdem Utnapischtim die Geschichte der Sintflut erzählt hat, berichtet er Gilgamesch schliesslich von einem Unsterblichkeitskraut auf dem Meeresgrund: Es ist ein Gewächs, dem Stechdorn ähnlich, Wie die Rose sticht dich sein Dorn in die Hand. Wenn dies Gewächs deine Hände erlangen, findest du das Leben! Begleitet von Utnapischtims Fährmann Urschanabi findet Gilgamesch die Pflanze, doch bevor er davon essen kann, wird sie von einer Schlange geraubt: Eine Schlange roch den Duft des Gewächses. Verstohlen kam sie herauf und nahm das Gewächs; Bei ihrer Rückkehr warf sie die Haut ab! Als Beweis der verjüngenden Kraft des Krautes wirft die Schlange ihre Haut ab und erneuert sich. Schliesslich kehrt Gilgamesch nach Uruk zurück und zeigt dem Fährmann seine prachtvolle Stadt. Das Epos schliesst am Ende von Tafel 11 so, wie es begonnen hat. Es lobpreist den Mauerbau in Uruk, der Gilgameschs Ruhm für ewig bewahren wird. Die zwölfte Tafel nimmt eine Sonderstellung ein. Sie berichtet von dem Verlust der magischen Instrumente Pukku und Mekku (in die Erde gefallen), die Gilgamesch aus dem Baum der Inanna erhalten hatte. Enkidu bietet sich an, die Instrumente aus der Unterwelt zu holen. Er darf noch einmal vor Gilgamesch erscheinen und diesem das trostlose Geschick der Hadesbewohner schildern. Der Wunsch nach Unsterblichkeit Viele Interpretationen sehen im Gilgamesch-Epos die Darstellung der Grundprobleme unseres Daseins (wie sie uns auch heute noch beschäftigen): Dabei ist das Verurteiltsein zum Tode, dem Gilgamesch auf der Suche nach dem Kraut, das ewiges Leben verleiht, zu entrinnen sucht, sicherlich die zentrale Botschaft des Epos. Es zeigt uns, das Unsterblichkeit unmöglich zu erlangen ist. Auch die zwölfte Tafel, die innerhalb des Epos eine Sonderstellung einnimmt, handelt von der Macht des Todes sowie von der Vergeblichkeit aller Hoffnungen des Menschen auf Unsterblichkeit und ewiges Leben. Manche interpretieren das Epos auch als Darstellung des Weges zum Selbstbewusstsein. Der ungewöhnliche Weg, den Gilgamesch zurücklegt, verändert ihn. Gereift kehrt er nach Uruk zurück. Mit ruhiger und gelassener Verfassung schaut er nun sein und seines Volkes Werk, die Stadtmauer, an. Das Epos lässt sich darüber hinaus auch als bruchstückhaft erhaltenen historischen Bericht um den König von Uruk und seine heldenhaften Taten verstehen. Bibliografie Das Gilgamesch-Epos. Rhythmisch übertragen von Hartmut Schmökel, 1998 Günter Dux: Liebe und Tod im Gilgamesch-Epos. Geschichte als Weg zum Selbstbewusstsein des Menschen, 1992 Henrietta McCall: Mesopotamische Mythen, 1993 Thomas R.P. Mielke: Gilgamesch, König von Uruk, 1998 Horst Obleser: Gilgamesch. Ein Weg zum Selbst, 1998 Andreas Schweizer: Das Gilgamesch-Epos. Die Suche nach dem Sinn, 1997 www.wissen.de Gilgamesch Gilgames sumerischer König um 2600 v. Chr. Die altmesopotamische Heldenfigur, der das mythische Gilgamesch-Epos gewidmet ist, war historisch. Gilgamesch war Sohn des Königs der Stadt Uruk, Lugulbanda, und folgte diesem als Herrscher. Ihm wird die Erbauung der Stadtmauer zugeschrieben, mit deren Hilfe er Uruk gegen die Angriffe der Könige von Kisch verteidigte. Nach der Vergöttlichung zählte Gilgamesch zu den Göttern der Unterwelt. Der Gilgamesch-Stoff, der älteste überlieferte Mythos der Geschichte, beeinflusste die Religionen und Kulturen des gesamten vorderasiatischen Raumes. Gilgamesch-Epos babylonisches Heldenepos über Gilgamesch, den König von Uruk. Auf der Grundlage älterer sumerischer und akkadischer Überlieferungen (seit dem 3. Jahrtausend v. Chr.) entstand die heute bekannte Fassung in etwa 3600 Versen um 1200 v. Chr. Hauptthema ist die vergebliche Suche nach dem ewigen Leben. g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT Top Home Suchen Intern g26.ch Berninfo Museen Galerien Events Berner Künstler Ausstellungen Epochen Blackboard Biographien Gäste Marokko Kulinarisch Highlights Lifestyle Kunst und Kultur Welterbe Links Italien Kunst Kultur Lifestyle Kulinarisches Weinbau Grappa pro migratio gayCH Kochen gegen rechts |
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