Nein zum Krieg gegen Irak
Bush - der grösste Schurke, den wir je hatten
Jimmy Carter kritisiert Nahost-Politik
Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat der amerikanischen Regierung vorgeworfen, mit ihrer Nahost-Politik im Ausland Feindseligkeit zu schüren. Auf einer Veranstaltung zur Spendensammlung für sein Carter Center am Donnerstag bezog der Friedensnobelpreisträger indes keine klare Stellung gegen einen Irak-Krieg. Medienberichte, denen gemäss er eine entsprechende Erklärung unterzeichnet hat, seien falsch.
Am 31. Januar hatte Carter gesagt, falls Irak Massenvernichtungswaffen besitze, werde Saddam Hussein sie nur in ausweglosen Situationen einsetzen. «Etwa angesichts einer Invasion in Irak, wenn alle Hoffnung verloren ist, dass sich die Zerstörung seines Regimes noch verhindern lässt.»
Salt Lake City (AP) 21.02.03
US-Musiker gegen Krieg
Mit Art Garfunkel, der Dave Matthews Band und Michael Stipe üben nun vermehrt amerikanische Musiker Kritik an George Bushs Kriegsplänen. Santana lobt derweil die Leistungen des Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter.
Nachdem zunächst hauptsächlich Musiker aus Europa gegen eine mögliche US-Intervention im Irak mobil gemacht haben, scheint sich auch im eigenen Land Unmut breit zu machen. Nun hat sich Paul Simons alter Partner Art Garfunkel zu Wort gemeldet. Zwar bezeichnet er George Bush nicht wie Kollege Bon Jovi als
Irren
, sieht in ihm aber einen
gefährlichen Kriegstreiber
und
den grössten Schurken, den wir je hatten
, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Stellvertretend für sein Land resümiert Garfunkel:
Wir wollen gegen niemanden in den Krieg ziehen
. Ähnlich denkt die Dave Matthews Band, die sich mit etwa hundert weiteren Prominenten wie R.E.M-Sänger Michael Stipe, Jackson Browne oder Ethan Hawke der Organisation
Artists United To Win Without War
angeschlossen haben. In einem Brief an George Bush wird dargelegt, dass man den irakischen Besitz von Massenvernichtungswaffen zwar ebenfalls ablehnt, sich aber uneingeschränkt hinter die laufenden UN-Waffeninspektionen stellt. Eine militärische Intervention im Irak würde nur den nationalen Interessen Amerikas schaden, menschliches Leid hervorrufen, Feindschaften schüren und die Wahrscheinlichkeit auf erneute Terroranschläge erhöhen.
Der Musiker Santana steht ebenso für
Mitgefühl, Menschlichkeit, Herzlichkeit und Menschenrechte
ein. Diese Attribute zeichnen seiner Ansicht nach den frisch gekürten Friedensnobelpreisträger und ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter aus, für den er heute Abend in Oslo ein Konzert gibt. Carter, der zwischen 1977 und 1981 den 39. US-Präsidenten stellte, wurde gestern in der norwegischen Hauptstadt für seinen
unermüdlichen Einsatz zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte
geehrt. Allein für seine Vermittlung beim Camp-David-Abkommen zwischen Israel und Ägypten 1978 habe er den Preis verdient, befand die Jury.
Der frühere Erdnusspflanzer, der sich heute aktiv für die Menschenrechte einsetzt, hielt anschliessend ein Plädoyer für den Frieden und warnte vor einer Politik der Präventiv-Schläge. Die bedingungslose Bewunderung Santanas darf dennoch ein wenig verwundern. Bis heute lasten Carter Vorwürfe an, in der Zeit seiner Präsidentschaft Verbrechen in Mittelamerika oder Südostasien zumindest gebilligt zu haben.
www.laut.de 11.12.02
Ein Friedensnobelpreis mit Folgen
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Jimmy Carter hat fast soviel Explosionskraft, wie das tödliche Dynamit, das der Begründer dieser Ehrung, Alfred Nobel, im Jahre 1867 erfand. Ein amerikanischer Ex-Präsident, der sich nun in die Riege von längst vergessenen (Joseph Rotblat, Alva Myrdal), zweifelhaften (Arafat, Peres, Henry Kissinger) oder unsterblichen (Mutter Theresa, Dalai Lama) Preisträgern einreiht.
Kann einem amerikanischen Präsidenten, und sei es nur um gegen die aktuelle Irak- Politik der jetzigen U.S. Regierung zu protestieren, dieser Preis verliehen werden?
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