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Japan - Kunst, Kultur und Geschichte Asuka-Zeit (538-645) Mit der Asuka-Zeit wandelte sich Japan nach kontinentalem, chinesischem Vorbild von einem Sippengefüge zu einem Einheitsstaat mit zentralem Hauptort in der Yamato-Ebene. Kurz vor Asuka wird Japan auf den Buddhismus aufmerksam, der anfänglich von der herrschenden Schicht aufgenommen wurde (siehe «Geschichte und Skulptur des Buddhismus in Japan»). Die kontinentalen Einflüsse gestalteten die entstehende höfische Kultur in Japan wesentlich mit, da neben der neuen Religion auch die chinesischen Schriftzeichen (kanji), Texte, zahlreiche chinesische Kunstwerke und Elemente der koreanischen und chinesischen Hofkultur nach Japan gelangten. Damit setzten rege Beziehungen zum Festland ein, chinesische Mönche und Künstler kamen nach Japan, und japanische Buddhisten besuchten China, das Zentrum ihrer Religion. In der Regierungszeit der Kaiserin Suiko wurde der Buddhismus durch Anstrengungen des kaiserlichen Neffen Shôtoku zur Staatsreligion erklärt, der Herrscher avancierte zum göttlich legitimierten Staatsoberhaupt, dem «Himmelssohn». Shôtoku liess zahlreiche buddhistische Bauwerke errichten, so dass am Ende seiner Amtszeit (622 n.Chr.) allein um Nara 46 Tempel, Schreine, Pagoden und Klöster (vihara) standen, mit über 1200 Mönchen und Nonnen. Für die Ausgestaltung dieser buddhistischen Bauwerke waren zahlreiche Künstler koreanischer und chinesischer Herkunft in Japan, die zusammen mit japanischen Künstlern auch an Malerei und Skulptur arbeiteten und den Grundstock der buddhistischen Kunst in Japan hervorbrachten. Die kulturelle Bedeutung der Einführung der chinesischen Schrift beschränkt sich nicht auf die Religionsausübung des Buddhismus. Die bedeutendsten schriftlichen Quellen des 8. Jahrhunderts sind das Nihonshoki, Chroniken von Japan und das Kojiki, Mythen und Berichte über frühere Begebenheiten. Diese Werke zur Mythologie und zu der frühesten Geschichte des japanischen Volkes sind in chinesischer Sprache und Schrift abgefasst und enthalten weder moralische noch religiöse Vorschriften. Das ebenfalls im 8. Jahrhundert niedergeschriebene Manyôshû, die Sammlung einer Myriade Blätter, ist eine Anthologie der ältesten Gedichte Japans. Teile solcher Texte und Kurzgedichte wurden später oft kombiniert mit Bildwerken oder als kunstvolle Kalligraphien ausgeführt und verehrt. Thomas Psota Die grosse Stille Malerei und Skulptur aus Japan Bernisches Historisches Museum Katalog zur Ausstellung 11.11.99-12.03.00 ISBN 3-9520537-2-4 ![]() ![]() ![]() |