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Jean Ziegler - Reise gegen den Hunger ![]() Kämpfer für eine gerechtere Welt Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler reist als UNO-Sonderberichterstatter in Länder, die von Hunger betroffen sind. Er soll feststellen, ob das Recht auf Nahrung, das jüngste offiziell deklarierte Menschenrecht, respektiert wird. Bisher hat Ziegler die Länder Niger, Bangladesh, Brasilien und Palästina besucht. Seine Berichte sind schonungslos und haben auch schon politische Wirkung gezeigt. Der Schweizer Soziologieprofessor und Politiker Jean Ziegler wohnt in dem kleinen Winzerdorf Russin, bei Genf. Die Autoren von Berg und Geist begleiten ihn ins Naturschutzgebiet von Malval, am Jura-Fuss, unweit der französischen Grenze - eine geschichtsträchtigen Stätte seit der Reformationszeit bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs hinein. Dort gibt der streitbare und polarisierende Intellektuelle Auskunft über sein bewegtes Leben, seine ethischen Ideale, seine politische Mission. Jean Ziegler wurde am 19. April 1934 in Bern geboren. Er wuchs in bürgerlich-protestantischem Milieu auf. Jean Ziegler studierte Jura, Soziologie und Politische Wissenschaften an der Sorbonne in Paris, der Columbia University in New York und an den Universitäten Bern und Genf. Sein politisches und intellektuelles Handeln Jean Ziegler war, von 1962 bis 1965, als Assistent eines UNO-Sonderbeauftragten während des Kongo-Kriegs vor Ort. Diese Tätigkeit weckte sein Interesse für die ökonomische und politische Situation der Länder der Dritten Welt, für die modernen Formen des Klassenkampfes, dem organisierten Verbrechen und der Rolle der Schweiz an sich. Unter diesem Eindruck wandte er sich dem Sozialismus zu, konvertierte vom Protestantismus zum Katholizismus und zog die Soziologie der Rechtswissenschaft vor. Anschliessend war er Assistent für Soziologie an der Universität Genf und erhielt dort 1977 einen Lehrstuhl. Er lehrte zudem am Genfer Institut für Entwicklungsstudien. In den Achtziger- und Neunzigerjahren vertrat der hartnäckige Systemkritiker und Kämpfer die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) im Nationalrat für eine gerechtere Welt. Im Sommer 1983 wurde Jean Ziegler als Professor an die Pariser Sorbonne berufen, behielt aber seinen Genfer Lehrstuhl bis 2002 bei. Er gehörte seinerzeit der UN-Task-Force für humanitäre Hilfe im Irak an und amtet jetzt als Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für das Recht auf Nahrung. Das helvetische «enfant terrible» Seine Kritik verlagerte sich dann zunehmend auf die Schweiz, was zu zahlreichen Büchern und ebenso vielen Prozessen führte. Er war von 1967 bis 1983 und von 1987 bis 1999 im Nationalrat. Sein Engagement wurzelt massgeblich in der Freundschaft mit dem französischen Philosophenpaar Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, aus seiner Zeit in Paris. Zieglers Werke / Publikationen und Auszeichnungen Jean Ziegler verfasste bislang mehr als zwanzig Bücher, unter anderem den extrem kontrovers diskutierten Band «Die Schweiz wäscht weisser», 1992, die ihm sogar eine Anklage als Landesverräter einbrachte. Sein Werk, «Die neuen Herrscher der Welt», 2003, ist die ebenso umstrittene, provokante Studie über die Auswüchse der wirtschaftlichen Globalisierungstendenzen. Jean Ziegler erhielt 1966 den Stevenson-Gedächtnispreis und im Jahr 2000 den Chevalier dans l'Ordre National des Arts et des Lettres, sowie den Bruno-Kreisky-Friedenspreis. http://www.3sat.de ZDF 09/2004 ![]() |
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