home
info
museen
galerien
events
künstler
epochen
enoteca
italia
maroc
gayCH
kochen
news
Volkskunst Schweiz
Anmerkungen

Bilder auf Erden und im Himmel

1 Ein ganz gewöhnliches, aber voll­ständiges Kartenspiel vom Ende des 15. Jahrhunderts könnte heute so teuer ver­kauft werden wie ein handkoloriertes und vergoldetes Tarockspiel.

2 Nach Antal Lökkös, dem Konserva­tor der Bibliothèque publique et univer­sitaire Genf und Spezialisten der Genfer Inkunabeln, ist der Unterschied sogar noch grösser, und daher die Popularität dieser ersten «Bilderbücher» offensicht­lich. Siehe Katalog der Ausstellung: Le livre à Genève 1478-1978, comité du cinq-centième anniversaire, Genf 1978.

3 Inkunabel: Vom lateinischen «incu­nabula» (Wiege), ein Wort, das die in der Kindheit der Druckerkunst, also zwischen 1450 und 1500 gedruckten Bü­cher bezeichnet.

4 «Strambotti»: Sammlung von galan­ten Liedern, die in Venedig am Ende des 15. Jahrhunderts in Mode waren und die ein allegorisches Titelbild zierte.

5 Der Kupferstich, teurer als der Holzschnitt und näher bei der Gold­schmiedekunst, blieb lange Zeit den rei­chen Liebhabern von Druckgrafik vor­behalten. Albrecht Dürer nahm seine Platten mit auf seine Reisen und ver­kaufte Kupferstiche viel teurer als Holz­schnitte. Siehe Marianne Grivel, Le commerce de l'estampe à Paris au XVIIe siècle, Genf 1988

6 Der erste wirklich populäre franzö­sische Holzstich befindet sich im »Gros­sen und kleinen Testament» von Fran­çois Villon (Ausgabe von 1489), wo er die «Ballade der Gehenkten» illustriert. Siehe Katalog: Cinq siècles d'imagerie française (vgl. Anm. VI/4).

Die « Wickiana» (1560-1588)

7 Hans Fehr, Massenkultur im 16. Jahrhundert, Berlin 1924.

Kalender, Almanache und Jahreszeiten

8 Das ist ganz leicht, ein Leseunkundi­ger kann diesem Kalender eine Menge Informationen entnehmen.

9 Jean-Claude Mayor, Histoire d'un almanach, Vevey 1957 (das Buch wurde zum 250. Jubiläum dieser Publikation herausgegeben und erzählt deren ganze Geschichte.

10 Georges-Henri Rivière im Katalog: «Cinq siècles d'imagerie française» (vgl. Anm. VI/4).

11 Bezeichnung für alle volkstüm­lichen russischen Bilder. Siehe Le lou­bok, verschiedene Autoren, auf franzö­sisch von den Editions académiques, Eri­van 1988, publiziert.

Ländliche Kalligrafien

12 Bäuerlich, aber nicht plump: Ge­wisse Alphabetvorlagen, Schülerarbei­ten oder dörfliche Liebesbriefe sind so fein wie die elegantesten städtischen Produkte.

13 Christian Rubi (vgl. Anm. I/18). Der Autor beschränkt sich nicht auf das Bernerland: Er gibt eine komplette Übersicht über die Entwicklung der Kal­ligrafie in Europa vom 16. bis 17. Jahr­hundert.

14 Lökkös, in: Le livre à Genève (vgl. Anm. 2)

15 Rubi (vgl. Anm. 13)

16 Das Gehalt eines wandernden öf­fentlichen Schreibers betrug sicher nicht mehr als einen Gulden im Monat, daher der Übername «Güldlischreiber» . Siehe Walter Tobler «Pages d'écriture et ima­gerie», in: Arts populaires en Suisse (vgl. Aura. 11/2-7)­

17 Philippe Kaenel, «Rodolphe Töpf­fer et le tourisme dans l'Oberland bernois», in: Unsere Kunstdenkmäler Nr. 2, 1989

18 Wilhelm Busch, Neues Wilhelm­-Busch-Album, Berlin o. D.

Liebes- und Rockenbriefe

19 Christian Rubi, Liebstes Herz, ich bitte Dich, Bern 1969. Enthält eine aus­gezeichnete Beschreibung des «Kilt­gangs» und der Berner Liebesbräuche.

20 Ursula Brunold-Bigler, Rockenbrie­fe aus Graubünden, Schriftenreihe des rätischen Museums, Chur 1984

Schere, Messer, Pergament und Scherenschnitt

21 «Dolchschnitte» rein geometrischer Art.

22 Sein Scherenschnittrepertoire - auf zwei oder drei Plätzen in Provinzstädten - scheint nicht grösser gewesen zu sein als die Anzahl Haare auf seiner Perücke, wie es im Lied heisst: «Cadet-Roussel a trois cheveux, deux pour la tête, un pour la queue.» (Cadet-Roussel hat drei Haare, zwei für den Kopf, eines für den Schwanz.)

23 Christian Rubi, Scherenschnitte aus hundert Jahren, Bern 1959. - Charles Apothéloz und Christoph Bernoulli, Deux imagiers du Pays-d'Enhaut, Pan­dex 1978. - Charles Apothéloz, in: Guy Filippa, Blick in eine Idylle, Bern 1983.

24 Siehe die süddeutschen Messer­schnitte von R. V. Hüs, deren ältester aus dem Jahre 1653 stammt. Apothéloz, ibid., und Rubi, ibid.

25 Rubi (vgl. Anm. 19)­

26 Etienne de Silhouette (1709-1767) machte sich am französischen Hof lä­cherlich, als er aus Gründen der Spar­samkeit das Porträt in Öl auf Leinwand durch den Schattenriss ersetzen wollte, dem er seinen Namen gegeben hatte.

27 Berühmte bayrische Zeitung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Wilhelm Busch (1832-19o8) zu ihren ständigen Mitarbeitern zählte.

28 Apothéloz (vgl. Anm. 23)

29 Charles-Albert Cingria, zitiert von Pierre-Olivier Walzer, in: La fourmi rouge et autres textes, Lausanne 1978

30 Rubi und Apothéloz (vgl. Anm. 23)

Tongeschirr - Berner Töpferware

31 In der Übersetzung von Madrus Ende des 19. Jahrhunderts. Madrus konnte arabisch und gab dem Text seine ganze Würze, seine Härte und seine Erotik zu­rück, die in der Übersetzung von Galland im 18. Jahrhundert aus Gründen der Schicklichkeit verwässert wurden.

32 Zum alten Ägypten und den «zerschlagenen Krügen» siehe die Einfüh­rung von Claude Lévi-Strauss, in: La potière jalouse, Paris 1985.

33 Der französische Schriftsteller Jean-­Pierre Chabrol, ein ausgezeichneter Verfechter der provenzalischen Kultur, wies in einer Sendung von France-Culture darauf hin, dass es in der Corrèze (Frankreich) etwa zwanzig verschiedene Bezeichnungen für Töpfe gab, die man aufs Feuer stellte. Diese Namen sind verschwunden und die nun «anonymen» Töpfe sind im Musée des arts et traditions populaires in Paris.

34 Dieses mit dem musulmanischen Brauch der Waschung vor und nach dem Essen verbundene Objekt ist ein Erbe der Kreuzzüge oder des islamischen Spanien.

35 Die Hausöfen brannten mit 800 Grad, und in den einfachsten wurden die Töpfe in der Flamme geschwärzt. Die Öfen der Handwerker erreichten 1200 Grad, da Feuer und Brennraum getrennt waren.

36 Ernst Schlee, L'art populaire en Allemagne (vgl. Anm. I/2), der im deutschsprachigen Bereich etwa fünfzehn Namen für den Töpfer aufzählt.

37 Die meisten Informationen über die Berner Töpferwaren stammen aus den Artikeln von Robert Wyss im Katalog der Ausstellung: Schweizer Volkskunst, Pro Helvetia 1969, und Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. II/27).

Das Aushängeschild

41 Nach dem französischen Prähistoriker und Paleontologen Escalon de Fonton, der die Verletzungen an prähistorischen Skeletten untersuchte, kann «der Krieg» im Süden Frankreichs bis zur Gründung der ersten Siedlungen zurückverfolgt werden, d. h. 8000 Jahre v. Chr.

42 Vorwort von Christoph Bernoulli, in: Images dans le ciel, hrsg. René Creux, Paudex 1969.

43 Thomas Platter, Mein Leben, französisch: Ma vie, Lausanne 1982, S. 30 ff.

44 Cuisenier (vgl. Anm. 1/6), das Kapitel «Formes et modèles»

45 Montaigne schreibt in seinen «Essais», dass es im Winter in seinem eisigen Landhaus von Eyquem kälter war als im Freien.

46 Jacques Chessex, Portrait des Vau-dois, Vevey 1977.

47 Burckhardt (vgl. Anm. I/28)

Masken

51 Claude Lévi-Strauss, Der Weg der Masken (deutsche Übersetzung), Genf 1975, zum Austausch von Masken bei den Indianern der nordwestlichen Küste der USA oder Kanadas.

52 Burckhardt (vgl. Anm. I/28).

53 Arnold Niederer, in: «Arts populaires en Suisse». René Creux, ibid. (vgl. Anm. II/27), S.281 und 282.

54 Für Titus Burckhardt gehen diese Riten auf die « Collegia fabrorum» des kaiserlichen Roms zurück. Sie wurden später von den Handwerksgesellen der mittelalterlichen Kathedralen wieder aufgenommen. Über die sexuellen und ehelichen Tabus, siehe Jean-Louis Flandrin, Un temps pour embrasser, Paris 1984.

55 Im speziellen Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16), Burckhardt (vgl. Anm. I/28) und Kurt Wildhaber im Katalog der Ausstellung «Schweizer Volkskunst», Pro Helvetia, 1969.

56 Bruno Bischofberger, Volkskunst aus Appenzell und dem Toggenburg, Katalog der Sammlung Bischofberger, Zürich 1974, S. 424.

57 Benedikt Frei, «Les masques du Garnaval de Sargans», « Sarganser Fastnachtsmasken», in: «Schweizer Volkskunst» (vgl. Anm. 55)

58 Nach ihrer Begegnung mit dem Christentum haben die Handwerker der Ashanti-Kultur (Westafrika) gekreuzigte Götterbilder in ihren Pantheon aufgenommen.

59 Diese «Knabengesellschaften» bestehen aus jungen Männern, die konfirmiert, aber noch nicht verheiratet sind. Sie spielen eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben. Organisation und Strukturen, die an die Studentenverbindungen zu Anfang dieses Jahrhunderts erinnern, wie die entscheidende Rolle, die sie bei der Organisation des Festes spielen, wurden von Emmanuel Grossmann im Kapitel «Die Sylvesterkläuse von Oberschan», in: «Schweizer Volkskunst», sehr genau beschrieben (vgl. Anm. 55).

60 Im Mittelalter war man davon überzeugt, dass Teufel und Teufelchen dem Lärm flohen wie die Ratten. Die schwarzen Ratten, die die Pest verbreiteten, bauten ihr Nest nie im Haus eines Schmieds, der so verschont blieb, der Hexerei angeklagt wurde und auf den Scheiterhaufen kam.

61 Bischofberger (vgl. Anm. 56), S. 424 ff., weist auf die wachsende Popularität der Appenzeller Sylvesterkläuse und die damit verbundenen finanziellen Opfer hin.

62 Vladimir Holan, Douleur, Paris 1967.

Bemaltes und graviertes Glas

71 Die Brenntemperatur hängt von der Menge Alkali ab, die dem Sand und dem Kalk beigefügt wird. Das Alkali stammte aus der Asche von Holz oder Algen.

72 Die Glasmacher von Murano durften die Republik nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis verlassen. Zuwiderhandelnde wurden aufgefordert zurückzukehren, sonst wurde ihre Familie eingesperrt, und, wenn diese Massnahmen nicht genügten, schickte man ihnen einen gedungenen Mörder nach. Zwei venezianische Glasmacher, die Colbert Ende des 17. Jahrhunderts angeworben und für die Gobelinmanufaktur angestellt hatte, starben wenige Tage nach ihrer Ankunft unter mysteriösen Umständen. Siehe George Savage, Glass, New York 1965, S. 42 und 86.

73 Das waren Kupferoxid für Blau und Grün, Eisenoxid für Schwarz, Antimon für Weiss, Mangan für Violett und Rot.

74 Adolf Hottinger, «Le verre peint et grave», in: Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. II/27).

75 Hottinger (vgl. Anm. 4) und BaudBovy (vgl. Anm. I/16).

Tarock und Kartenspiele

81 Peter F. Kopp, Schweizer Spielkarten, Katalog der Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich 1978/79, S. 11

82 T. F. Carter, The invention of printing in China, New York 1925.

83 Detlef Hoffmann, in: Schweizer Spielkarten (vgl. Anm. 81), S. 17.

84 Elise et Jean-Pierre Seguin, Cinq siècles d'imagerie populaire française, direction des Musées de France, Paris 1972, S. 295.

85 Henri-René d'Allemagne, La carte à jouer du XVIe au XXe siècle, Paris 1906, Band I.

86 Kopp (vgl. Anm. 81), S. 99.

87 Seguin (vgl. Anm. 84), S. 94.

88 Eines dieser Meisterwerke der Berner Literatur des 18. Jahrhunderts, die «Lettres sur les Anglais, les Français et sur les voyages» (1725) von Beat von Muralt, wurde auf französisch geschrieben.

Aufstieg und Niedergang der Tracht

91 François Boucher, in: Histoire du costume en Occident de l'Antiquité à nos jours, Paris 1987, Einleitung.

92 Das ist eine Wiederentdeckung. Aristoteles spricht schon im 4. Jh. v. Chr. in einem Bericht über die Insel Kos von einem «grossen Wurm mit Hörnern. Wenn der Wurm sich mit einem Cocon umgeben hat, wickeln ihn die Frauen auf und spinnen ihn.» Man hat auf der Insel Kos zwar weder Seidenstoff noch zu dieser Produktion gehörige Objekte gefunden. Wir wissen jedoch, dass Plinius (23-79 n. Chr.) die chinesische Seide anklagt, die römische Staatskasse zu ruinieren, und dass Tertullian (alexandrinischer Theologe, 155-220 n. Chr.) daraus das Symbol der Versuchung durch die Frau macht. Die Seide wurde im 10. Jh. von orientalischen Juden in Lucca (Italien) eingeführt; später trugen die Kreuzzüge viel zur Verbreitung dieser Mode bei. Siehe Jan Myrdal, La route de la soie, Paris 1977, S. 170-173.

93 Die Gesetze gegen den Luxus, die im 14. Jh. in Italien entstanden, verbreiteten sich rasch in ganz Europa. Jene Verbote betrafen mehr das Material als die Formen. (F. Boucher, vgl. Anm. 91, S. 206.)

94 Zitiert von Claire Eliane Engel in ihrer ausgezeichneten Geschichte der Alpen, Chambéry 1930. Töpffer empört sich bereits fünfzig Jahre vor Daudet: «Diese Bilderbuch-Schweiz ... diese nicht wiederzuerkennende Schweiz ist jedoch die einzige, die man in den vier Weltteilen kennt.» (Du touriste et de l'artiste en Suisse, 1837.)

95 Erzählt von Christian Rubi (vgl. Anm. I/18), S. 15

96 Restif de la Bretonne (1734-1808), Monsieur Nicolas ou le coeur humain dévoilé, Paris 1794-1797, Band I.

97 Robert Owen (1771-1858) entwickelte die Baumwollstadt New-Lanark, die von David Dale 1783 an den Wasserfällen von Clyde (Schottland) konstruiert wurde. Er machte aus diesen florierenden Fabriken ein utopisches Arbeitsmodell: anständige Gehälter, Kinderkrippen, Schulen, Kantinen, wo die Nahrung besser war als die der meisten Schotten. In der Schweiz trugen die Textilmagnaten wesentlich zur Philantropie des 19. Jahrhunderts bei und waren als Mäzene in den verschiedensten Bereichen tätig. J. R. Meyer ist nur ein Beispiel dafür.

98 Nouvelle histoire de la Suisse et des Suisses (vgl. Anm. I/26), S. 539-543.

99 Louis-Ferdinand Céline, alias Destouches, wusste, wovon er sprach. In der «Reise ans Ende der Nacht» (Paris 1932) schreibt er unter anderem von seinen Erfahrungen als Arzt in den ärmsten Vororten von Paris.

100 Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16), S. 46.

101 Ibid., S. 42.

102 Die Solothurner Goldschmiede übernahmen die Filigrantechnik mit viel Talent aus dem Tirol. Es handelt sich um eine typisch städtische Kunst, die sich an alle Bevölkerungsschichten richtete. (Jenny Schneider, in: Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. II/27), S. 200.

103 Das prüde 19. Jahrhundert, das zum grossen Ärger der Bauern die ländlichen Tänze reglementierte und die Frau auf ihre häuslichen Pflichten einschränkte, hielt diese Tracht wohl für zu gewagt.

104 Cuisenier (vgl. Anm. I/6), S. 246.

Votivbilder

111 René Creux und Emile Gardaz, Les ex-voto racontent, Paudex 1979.

112 Gefunden und zitiert von Lenz Chriss-Rettenbeck, in: Exvotos, Zürich 1972,S.107.

113 Creux, Vorwort (vgl. Anm. 111).

114 Klaus Beitel, Votivbilder, Salzburg 1973, S. 6 ff., und Chriss-Rettenbeck (vgl. Anm. 112), S. 271.

115 Hans von Matt, Votivkunst in Nidwalden, Stans 1976, S. 21

116 Dieser «Fortschritt» wird nicht von allen geschätzt. Siehe die wütende Reaktion Töpffers auf die Hirten des Berner Oberlands, welche heim Hüten ihrer Herden «L'Helvétie» oder «La Gazette de Berne» lesen. Zitiert von Kaenel (vgl. Anm. VII/19), S. 140

117 Klaus Anderegg, «La redécouverte de l'ex-voto», in: Creux und Gardaz (vgl. Anm. 111)

118 Père Lorenz Burgener, «Wallfahrtsorte der catholischen Schweiz», 1864, in: ibid.

119 Als der Autor sich nach der Herkunft der Exvotos aus poliertem Metall in einem Kloster von Lesbos erkundigte, wurde ihm gesagt, dass diese von einem Velohändler in Mytilene mit einer Presse geprägt wurden und dass dieser den ganzen Archipel damit belieferte.

120 Der Blaue Reiter (vgl. Anm. I/5).

Textilkunst

121 In den neolithischen Grabungen von Auvernier (Neuenburg) wurden Steingewichte aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. gefunden, die den Faden unter der Spindel drehen. (Histoire de la Suisse et des Suisses, vgl. Anm.I/26, S. 23)

122 Mythischer Vorvater der chinesischen Nation und einer der Meister des Taoismus.

123 Gerber und Tuchmacher hatten gemeinsame Interessen. Die ersteren verkauften den letzteren die Wolle der Pelze, die diese für die Herstellung von grobem Tuch verwendeten. Das Tuch erster Qualität, das der Stadt zu ihrem Ruhm verholfen hatte, wurde jedoch aus Wolle hergestellt, die man aus dem Burgund oder aus England einführte. Die Freiburger liessen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Künstler aus dem Norden kommen, um ihre Stadt zu verschönern. Leonard Turnheysen war Basler, Hans Gieng Schwabe. Siehe Nicolas Morard, Histoire du canton de Fribourg, 1989, Band I, S. 267, und Marcel Strub, Hans Geiler und Hans Gieng, Freiburg 1962.

124 Siehe Cuisenier (vgl. Anm. I/6), S. 206.

125 Walter Schläpfer und Hans Heierli, Appenzell, Neuenburg 1977, S. 61.

126 Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16), S. 49.

127 Ibid.

128 Jos Demont, «Dans l'Oberland Grison», in: H. Brockmann-Jerosch, La terre helvétique, Neuenburg, 1931, S. 61 ff.

129 Birgit Brunner-Littmann und Regula Hahn, Motiv und Ornament, Schriftenreihe des rätischen Museums Nr. 34, Chur 1988, S. 83. Siehe auch Emil Spränger, Färbbuch, Zürich 1969.

130 Burckhardt (vgl. Anm. I/28).

131 Brunner-Littmann und Hahn (vgl. Anm. 129), S. 11.

132 Ursula Brunold-Bigler, Rockenbriefe aus Graubünden, Schriftenreihe des rätischen Museums Nr. 30, Chur 1984.

Sein Haus Kennzeichnen

141 Alfred Berchtold, La Suisse romande au cap du XXe siècle, Lausanne 1966.

142 Uli Bräker, Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Man­nes im Tockenburg, Basel 1945.

143 Christophe Simonett, Die Bauern­häuser des Kantons Graubünden, Basel 1968, Band II, S. 183, für die beiden zi­tierten Inschriften.

144 Johannes Stumpf (1500-1578), Schweizer Theologe, Humanist und Hi­storiker. Siehe Dictionnaire historique et biographique de la Suisse, Band VII, S.436.

145 Brockmann-Jerosch (vgl. Anm. I/22), S. 33­

146 Jeremias Gotthelf, Geld und Geist, Kap.: Der Keim der Zwietracht in des Hauses Glück.

147 Deutscher Wirtschaftswissenschaft­ler und Soziologe (1864-192-0), bekannt durch seine Arbeiten über die Beziehung zwischen protestantischer Ethik und Kapitalismus.

148 Jean-Pierre Anderegg, La maison paysanne fribourgeoise, Basel 1979, Band I, S. 214.

149 Oleaus Magnus (1490-1557), schwe­discher Priester, Geograph und Huma­nist. Nachdem Schweden zur Reforma­tion übergetreten war, liess er sich in Rom nieder und veröffentlichte da in sei­nem Todesjahr die «Geschichte der nor­dischen Völker», die viel Erfolg hatte.

150 Simonett (vgl. Anm. 3), Band II, S. 172-176.

151 Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16).

152 Simonett (vgl. Anm. 143), S. 176.

153 Marcelin Babey, Vieilles pierres d'Erguël et des Franches-Montagnes, Delémont 1988, S. 63.

154 Anderegg (vgl. Anm. 8), Band I, S. 226. Babey (vgl. Anm. 153), S. 49.

155 Suzanne Daveau, Les régions fron­talières de la montagne jurassienne, Lyon 1959, S. 18.

156 Die Gegend von Lugano, aus der alle diese Architekten stammen, gehörte bis 1500 zum Bischofstum von Como. Daher die Bezeichnung «maestri coma­cini».

157 P. E. Gladbach, Holzarchitektur der Schweiz, Zürich und Leipzig 1885. Im Verzeichnis Seite 114-118 ohne Orts­und Datumsangabe zitiert.

158 Philippe Ariès, L'homme devant la mort, Paris 1977, z Bände.

159 Für Bern von Christian Rubi (vgl. Anm. I/18), für Freiburg von Jean­Pierre Anderegg (vgl. Anm. 148).

160 Aussage von Chovin, Compagnon de Die en Dauphiné en 186o, zitiert von Jean Cuisenier (vgl. Anm. I/6), S. 207.

161 Anderegg (vgl. Anm. 148), Band I, S. 2,4­

162 Thévoz (vgl. Anm. I/1), S. 130.

163 Glauser (vgl. Anm. I/29), Vorwort.

164 Jeremias Gotthelf, Der Oberamt­mann und der Amtsrichter.

165 Rubi (vgl. Anm. I/18), S. 13.

166 Filippa (vgl. Anm. I/24), S. 110.

167 Max Gschwend, in: Arts populaires en Suisse, hrsg. von René Creux, S. 50/51.

168 Im 18. Jahrhundert lebt von zwei arbeitsfähigen Männern einer im Aus­land.

169 L. Urbach, Sgraffito-Buch, zitiert von Hans Jenny, Alte Bündner Bauweise und Volkskunst, Chur 1940, S. 4.

170 Anderegg (vgl. Anm. 8), Band I, S. 215­

171 Jenny (vgl. Anm. 29), S. 54.

172 André Beerli, La Suisse inconnue (Grisons), o. D., S. 158.

173 Jean Chevalier und Alain Gheerbraut, Dictionnaire des symboles, Paris 1973, Band IV, S. 211

Sein Haus Möblieren

181 Siehe Jean Cuisenier, der den Gebrauchswert (l'ustensilité) der Ästhetik oder dem Dekor gegenüberstellt (vgl. Anm. 1/6).

182 Dieser kleine Wuchs ist auffallend in den Porträts mit Schweizer Trachten, die von Joseph Reinhart (1749-182-9) im Auftrag des Aargauer Mäzens J. R. Meyer angefertigt wurden: eine Sammlung von Zwergen. Der Autor dieses Textes, der im Musée des Invalides von Paris eine Sammlung von Rüstungen aus dem 16. Jahrhundert fotografierte, stellte fest, dass er, obwohl von durchschnittlicher Grösse, in keine von ihnen hätte schlüpfen können.

183 S. Schlatter, Holzini Hüser (Schweizerische Archive für Volkskunde 16), 1912.

184 Walter Trachsel, in: Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. II /27), S. 84

185 Jean Starobinski, Le remède dans le mal, Paris 1989, S. 22.

186 Louis Gaulis und Jean Mohr, Suisse insolite, Band I, S. ,26.

187 Unter anderen Titus Burckhardt (vgl. Anm. 1/28). Dieser bemerkenswerte Text wird oft zitiert, weil der Autor, ein esoterisch bewanderter Traditionalist, das Problem der Volkskunst und ihres Untergangs nicht von der heute üblichen Sicht angeht.

188 Walter Trachsel, in: Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. 11/2-7), S. 83, und Rudolf Hanhart, S. 105

189 Bruno Bischofberger, Volkskunst aus dem Appenzell und dem Toggenburg, Zürich 1973, S. 9.

190 Robert Mandrou, Introduction à la France moderne, 1500-1640, Paris 1961. Der Autor weist unter anderem darauf hin, dass die Truhe leicht transportiert und im nächsten Wald versteckt werden kann, wenn Räuber und Soldaten sich nähern.

191 Origenes, alexandrinischer Theologe (ca. 183-252), in seiner Auslegung des Hoheliedes.

192 Bischofberger (vgl. Anm. 9), S. 10.

193 Jenny (vgl. Anm. II/31), S. 82

194 Théodore Keller, in: Arts populaires en Suisse (vgl. Anm. II/27), S. 114.

Weiden, Maler, Poyas

201 Brockmann-Jerosch (vgl. Anm. I/22, vgl. 24 und 25) und Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16) haben diese Kulturen mit jenen der Hirten der polnischen Tatras verglichen oder, was das Spielzeug angeht, mit jener der finnischen Lappen.

202 Es gibt zwei Sorten von Alptesseln: Stecken, auf denen mit Kerben der Milchertrag des Viehs eingetragen wurde, oder zwei Holzteile, die wie ein chinesisches Puzzle ineinanderpassen und deren Einschnitte der Anzahl Tiere entspricht, die dem Alpmeister anvertraut wurden. Beide Teile wurden von den Parteien bis zur Rückkehr der Tiere in die Ebene als Beweis aufbewahrt, siehe Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16) und J. und D. Schärer, Arts et traditions populaires en Suisse, Kap. «Boisellerie alpestre» (vgl. Anm. IV/8).

203 Brockmann-Jerosch (vgl. Anm. IV/ 8), Kap. «Sarganserland».

204 Meinrad Inglin, Erzählungen

205 Thomas Platter (vgl. Anm. X/3).

206 Schärer (vgl. Anm. 202), Kap. «Boisellerie».

207 Alles, was hier beschrieben wird, gehört der Vergangenheit an. Seit etwa zwanzig Jahren werden Vieh und Menschen in Lastwagen auf die Alp transportiert; der Käse wird oft in der Ebene hergestellt.

208 Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16).

209 Bischofberger (vgl. Anm. XII/6), S.200.

210 Dieser Vergleich stammt natürlich von D. Baud-Bovy (vgl. Anm. I/16), einem glücklicherweise unverbesserlichen Philhellenen.

211 Brockmann-Jerosch (vgl. Anm. IV/ 8), Kap. «Sarganserland».

212 Wir brauchen dieses militärische Wort absichtlich. Es ist für jene, die Militärdienst geleistet haben, anschaulicher als jedes andere.

213 Keyserling (vgl. Anm. I/14).

214 Glauser (vgl. Anm. I/29), Kap. «Le poya au XXe siècle».

215 Sie erinnern in ihrer so eigenartigen Haltung an die «antiken» Kühe der Gaiser Wand (vgl. Anm. I/24, S. 126 ff.).

216 Uli Bräker, Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg, Kapitel LXXXI (vgl. Anm. II/2).

217 Der Autor könnte der erste bekannte Appenzeller Sattler und Messingschneider Johann Anton Fässler (1772-1850) sein. Siehe B. Bischofberger (vgl. Anm. XII/6), S. 201.

218 Beim Jass wird das Total jedes Spielers mit vertikalen Strichen auf einem abgeflachten Z notiert. Auf der unteren Linie zählen sie zwanzig, auf der Diagonale fünfzig und auf der oberen hundert. Im Spieljargon wird hundert mit dem Ausdruck «une vache à la montagne» (eine Kuh auf die Alp) begrüsst.

219 Alain Glauser und Guy Filippa, die Autoren von wichtigen Büchern, die ausführlich zitiert werden, sind Zahnarzt und Arzt.

220 Nachdem aus ökonomischen Gründen Aluminiumgefässe das Holzgeschirr ersetzt hatten, kamen die Käser seit den siebziger Jahren wieder darauf zurück, da sie dem Käse einen besseren Geschmack geben. Es werden also immer noch Eimer, Zuber und Butterfässer aus verziertem Holz hergestellt. Sie sind teuer, aber gut gepflegt halten sie mehr als ein Jahrhundert und werden mit der Zeit immer besser. Siehe Bischofberger (vgl. Anm. XII/6).

Nicolas Bouvier
Ars Helvetica IX
Die visuelle Kultur der Schweiz
Volkskunst
Pro Helvetia / Desertina Verlag




  • Volkskunst Schweiz - Index


    g26.ch PLATTFORM FÜR KUNST KULTUR UND GESELLSCHAFT
  • Google
    Web intern